Spielgefühl: Bumuntu

Tierisches Erkunden mit Qualität

ein Spiele-Artikel von Jörn Frenzel - 10.12.2018
Bumuntu - Foto von Wizkids
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Immer wieder sitzt man in Essen an irgendwelchen kleinen Tischen und spielt fremdsprachige Spiele. Und immer wieder greife ich bei einigen davon zu, in der Hoffnung, daß die Anleitung irgendwann in Deutsch auf Boardgamgeek erscheint. Meistens wurde ich dann davon enttäuscht, weil es scheinbar zu wenig Abnehmer des jeweiligen Spiels gibt. Und so landen viele fremdsprachige Spiele in meinem Regal, die einfach nur Spaß machen. Bumuntu von Tim Blank (WizKids) hatte mich in Essen überzeugt und mich nun schon einige Male erfreut. Dabei handelt es sich im eigentlichen Sinne um ein Sammelspiel.

Bumuntu und der Spielablauf

Spielplan von BumuntuZwei Spielpläne, wovon der eine mit wunderschönen Steinen mit aufgemalten Tieren besetzt ist und der andere ein Punkteanzeiger mit den Tieren und einer Endwertungsleiste. Die Tiere haben unterschiedliche Bewegungsrichtungen und Sonderfunktionen. Man setzt seinen Spielstein von einem Tier in die gewünschte Richtung fort und nutzt dann von dem Tier, von dem man ging, die Sonderfähigkeit. Dabei gibt es dunkel unterlegte Tiere, die dann zwei Tiere auf der Punkteleiste vertauschen können. Und für jede Tiergruppe gibt es am Ende Punkte.

Das klingt simpel aber  verlangt aber jedesmal andere Taktiken, da es auch Items auf den Tiertiles gibt, die uns am Ende ebenfalls Punkte bescheren. Und wehe ein anderer Spieler fängt frühzeitig an, diese zu sammeln. Dann kann man die ihm natürlich nicht einfach überlassen, wenn man gewinnen möchte. Da die Tierplättchen im Laufe des Spiels immer weniger werden, kann man Züge mit Bananen ausgleichen, die man vor seinem Zug als Schritte einsetzten kann. Diese Bananen findet man ebenfalls auf einigen Tiles.

Am Ende gewinnt natürlich der punkteträchtigste. Wobei die Punkteanzeige immer gehörig durcheinander gewirbelt wird und man nicht weiß ob man seine Tiere punkteträchtig halten kann. Am Ende wird abgerechnet und wenn man dann ausgerechnet von bestimmten Tiere nicht die Mehrheit hat, geht man, im ungüstigsten Falle, bei Gleichstand sogar leer aus. Dadurch, das es verschiedene Optionen gibt, bekommt man seine Punkte auf viele Art und Weise. Auch sind mehrere Tierarten vorhanden, sodass man die Spielsituationen oft verändern kann. Denn je nach Tierart, gibt es eben verschiedene Optionen, wie man handelt und reagiert. Z. B. läuft der Elefant immer zwei Felder und der Affe immer diagonal und das Nashorn schiebt die Mitspieler in andere Ecken. So entsteht hier nicht der Eindruck eines Schachderivats.

Spielgefühl: Bumuntu und das Erkunden der Tierwelt

Das Sammel- und Laufspiel macht Laune und will mit seinen acht Tierarten erkundet werden. Es erfindet die Spielart nicht neu, gibt aber dem ganzen eine spannende Note. Denn hier wird taktiert, gestänkert, interagiert und Spannung erzeugt. Für mich ein kleines Goldstück, das ich mir aus Essen mitgebracht habe und es hat schon viele Spieler überzeugt. Ich hoffe irgendwann gibt es eine deutsche Anleitung, wobei das englisch her auch leicht verständlich ist. Das Material ist vielversprechend, nur die Schutzschirme sind etwas dünn gehalten. Die sollen ja unsere gesammelten Tiles versteckt halten. So einfach das Spiel wirkt, es hat einiges an Kniffligkeiten und es verwundert, das es nicht in einem anderen Spieleverlag erschienen ist. Denn es hat seine Qualitäten und der Wiederspielreiz ist ausgezeichnet. Das wird uns dann wohl noch eine Weile beschäftigen und uns im Dschungel die Tiere vorantreiben lassen.