Spielgefühl: The Lost Expedition

Kurzweilig Verloren im Dschungel

ein Spiele-Artikel von Mathias Rekasch - 09.12.2017
The Lost Expedition - Foto von Osprey Games
Lesezeit: ca. 3 Minuten

The Lost Expedition: Eine Expedition ohne Wiederkehr klingt spannend, aber auch gefährlich. Lustig wird es dazu noch, wenn man diese Expedition am Rande seines ersten Besuchs der Spielemesse in Essen unternimmt ... Parallelen nicht ausgeschlossen. So wagt man sich in beiden Fällen in unbekanntes Terrain und weiß nicht so ganz, wie es ausgehen und ob man es „überleben“ wird.

Das schöne an kooperativen Spielen ist natürlich, dass Entscheidungen mehrheitlich gefällt werden und schlechte Taktiken nie das Problem einer einzelnen Person sind. Es wird diskutiert - vielleicht auch gestritten - doch am Ende steht eine Mehrheit.

The Lost Expedition - das Auge spielt mit

Die Gestaltung der Abenteuerkarten von The Lost Expedition (Osprey Games) ist sehr schön und man wird richtig in den brasilianischen Dschungel gesogen. Thematisch soll sich der Autor Peer Sylvester sehr an die Geschichte rund um den Forscher Percy Fawcett gehalten haben, der ebenso wie seine beiden Begleiter nie von dieser Expedition nach El Dorado zurückkehrte. Aber auch die verschiedenen Marker und die Forscherkarten sorgen für eine angenehme Atmosphäre, soweit man dies bei den vielen uns auflauernden Gefahren sagen kann.

Simple Regeln - knifflige Entscheidungen bei The Lost Expedition

Nachdem wir je nach Spielerzahl ausreichend Karten gezogen haben, spielen wir in jedem Tageszyklus eine festgelegte Anzahl von Karten aus. Am Tag werden diese nach Nummern aufsteigend sortiert, in der Nacht bleiben sie in der ausgespielten Reihe. Auf den Karten wird jeweils mit Symbolen angezeigt, ob wir wertvolle Munition, Nahrung oder Gesundheit bekommen oder abgeben müssen. Außerdem können mitunter Karten vertauscht, übersprungen oder als Spezialfähigkeit aufgenommen und später genutzt werden. Ziel ist es auf dem Pfad der Expeditionskarten nach El Dorado zu gelangen, was immer nur einem unserer drei Forscher gelingen muss. Schaffen wir dies, so haben wir The Lost Expedition gemeinsam gewonnen. Sterben jedoch im Spielverlauf alle drei Forscher oder wird der Stapel der Abenteuerkarten zwei Mal durchgespielt, haben wir das Spiel verloren. Eine Solovariante und eine Kompetitive Variante ergänzen die Vielfalt des Spiels.

Das Spielgefühl von The Lost Expedition: Macht diese Expedition Spaß?

Passend zum Spielgefühl habe ich bisher leider erst zwei Partien spielen können, es dabei beim ersten Mal auf der leichten Stufe nicht geschafft, beim zweiten Mal mit meinen beiden Forscherkollegen aber überleben können und nur einen Forscher opfern müssen.

Es werden in Kürze aber weitere Expeditionen in dieser und in anderen Runden folgen, denn das Spiel ist richtig schön kurzweilig und hat einen hohen Spielreiz. Auch das Solospiel und der kompetitive Modus reizen mich schon sehr und werden hoffentlich bald mal getestet, um eine fundierte Gesamtmeinung zu diesem Werk abliefern zu können. Hoffentlich schließen sich viele Spieler an, denn das Spiel hat es wirklich verdient viel Beachtung zu bekommen.

Überlebt habe ich im Übrigen auch meine erste Spielemesse in Essen, die ich von Donnerstag bis Samstag besucht habe. Spielenachschub habe ich auch gleich im Dutzend mitgebracht. Die dunkle und kalte Jahreszeit kann also kommen.