Alexander der Große

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.12.2006
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Alexander der Große von Phalanx Games

Die Spieler vollziehen in Alexander der Große die Feldzüge des Griechen nach: Von Griechenland über den Nahen Osten nach Ägypten und von da aus weiter über Persien bis nach Indien. Diese Reiseroute ist aufgeteilt in sechs Regionen, die nacheinander „abgehandelt“ werden. In Jeder Region kommt es zu bis drei Zügen der Spieler.

Der Ablauf in jeder Region ist gleich. Zunächst verteilen die Spieler geheim ihre 15 Ressourcen auf die Felder „Startspieler“, „Armeen“, „Tempelbau“ und „Städtebau“ hinter ihrem Sichtschirm. Dann wird der Schirm gelüftete und die Spielreihenfolge bestimmt. Der Spieler, der die hier die meisten Ressourcen gesetzt hat, darf sich aussuchen, welche Position er in der Reihenfolge wahrnehmen will, die anderen kommen in der Reihenfolge auf der Wertungsleiste an die Reihe.

In der ermittelten Reihenfolge führen die Spieler nun ihre Züge durch. Zunächst bringt man die Armeen ausgehend von einem Startfeld in die Region. Jede Armee darf sich bis zu drei Felder bewegen, aber nicht alle Grenzen sind leicht passierbar. Gegebenenfalls muss man einen an der Grenze angegeben Preis in Form von Ressourcen aus Tempel- oder Städtebau bezahlen. Hat man den Zug der Armeen abgeschlossen, kann man in Feldern mit entsprechendem Symbol, in den man vertreten ist, ein Bauinteresse kundtun.

Wenn alle ihre Züge durchgeführt haben, kommt es zur Wertung. Militärische Übermacht in einem Land bringt zwei Punkte, ein Tempelbau drei und eine Stadtgründung fünf. Ein Tempel kostet eine Tempel-, eine Stadt zwei Stadtressourcen; es sei denn, es hatten mehrere Spieler vor, in einem Land zu bauen. Dann kann es richtig teuer werden, denn der mit den meisten Ressourcen muss die Anzahl des Zweitplatzierten plus eine weiter bezahlen.

Sollte nun niemand im Endfeld der Region stehen, gibt es einen weiteren Zug in eben dieser, vor dem man die noch vorhandenen Ressourcensteine neu auf Tempel- und Stadtbaufeld verteilen darf. (Die Reihenfolge bleibt für alle Züge in der Region die gleiche, und Nachschub an Armeen gibt es nicht). Wenn jedoch das Endfeld besetzt ist (spätestens aber nach drei Zügen), endet die Runde. Jeder erhält alle Ressourcen zurück – Städte und Tempel bleiben stehen – und es geht in der nächsten Region weiter

Ist man am Ende der sechsten Region angelangt, kommt es zur großen Endwertung, und es gibt noch mal richtig viele Punkte: Für die meisten Tempel auf dem Brett (15), für die meisten Städte (zehn) und in jeder Region noch mal je fünf Punkte für die meisten Städte und Tempel. Wer dann auf der Siegpunktleiste vorne steht, gewinnt.

Im gesamten Spielverlauf gilt: „Es muss die Mehrheit sein, für Gleichstände gibt es nichts!“ Deshalb sind Prioritäten zu setzen und die Vorhaben der Mitspieler gut im Auge zu behalten. Im Grunde liegen alle Informationen offen - nur beim Verteilen der Ressourcen kommen Unwägbarkeiten ins Spiel. Daher ist Alexander der Große ein Mehrheitenspiel mit geringem Glücksfaktor; Bluffmöglichkeiten sind zwar vorhanden, aber die Absichten der Mitspiel kann man erahnen und sich drauf einstellen. So wird der Verlierer sich nicht nur mit Pech herausreden können.

Die Spielanleitung ist zwar keine didaktische Offenbarung, aber insgesamt verständlich und die Regeln selbst sind auch eher kurz. Aber dennoch zeigt sich zunächst auf den Gesichtern der Spieler das große Fragezeichen: Was mache ich denn jetzt sinnvollerweise? So spielt man erst einmal eher auf gut Glück und erst im Laufe des Spiels findet man sinnvolle Züge; das Spielsystem ist ungeahnt sperrig. Doch es lohnt sich, denn am Ende herrschte die einhellige Meinung: „Jetzt hab ich’s verstanden; wir sollten es demnächst noch einmal spielen!“ Und warum nicht? Ich bin dabei!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
75
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
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