Giganten der Lüfte

eine Spielerezension von Beate und Hans Schmidt - 31.01.2008
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Giganten der Lüfte von Reich der Spiele

Die Spieler versuchen sich als Unternehmer in der Luftschiffbranche und haben die Aufgabe, Luftschiffe zu erwürfeln und dafür möglichst viele Siegpunkte zu erhalten. Am Beginn jedes Spielzugs wird eine Ausbaukarte aufgedeckt und auf das Spielbrett gelegt. Diese Karten gelten für unterschiedliche Bereiche und ihre jeweiligen Anforderungen müssen – ebenso wie die Luftschiffkarten – per Würfelwurf erreicht werden. Erhält man eine Ausbaukarte in einem Bereich, in dem bereits eine Karte vorhanden ist, muss man die vorherige abgeben. Ziel ist also, möglichst in allen sechs Bereichen Karten zu haben. Wenn diese sich auch noch gut ergänzen: umso besser!

Anfangs haben alle Spieler nur zwei weiße Würfel zur Verfügung. Durch den Erwerb von Ausbaukarten erhält man für zukünftige Spielzüge weitere Würfel, auch in Rot und Schwarz, hinzu. Auf den jeweiligen Ausbau- beziehungsweise Luftschiffkarten ist angegeben, mit welchen Würfeln man welche Mindestsumme erreichen muss. Letztendlich wird man nicht umhinkommen, Würfel in allen drei Farben zur Verfügung zu haben.

Vor einem Zug muss der Spieler jeweils ansagen, welche Karte er erzielen möchte. Sollte er die erforderliche Summe nicht erreichen, darf er sie mit einem Bonuschip um eins erhöhen. Außerdem steht dem Spieler, der zuletzt ein Luftschiff ergattert (oder an der Hindenburg gebaut hat), ein zusätzlicher Bonus von eins zur Verfügung. Sollte dennoch die erforderliche Summe nicht erreicht werden, gibt es einen Bonuschip als Trost. Diese kann man ebenfalls wieder einsetzen, um sein Würfelergebnis zu verbessern oder für drei Chips einen Sonderzug zu erhalten.

Sobald einer der vier Luftschiffkarten-Stapel aufgebraucht ist, kann ab sofort auch an der Hindenburg gebaut werden, die - wie die Luftschiffkarten - Siegpunkte bringt. Wird die Hindenburg bis Spielende fertig gestellt, erhalten alle am Bau beteiligten Spieler mehr Punkte, als wenn dies nicht der Fall ist. Das Spiel endet, wenn auf jedem der vier Plätze für Luftschiffkarten nur noch jeweils höchstens eine Karte liegt oder wenn alle vier Teile der Hindenburg erwürfelt wurden.

Zunächst spielt man vorrangig um Karten, die einem zusätzliche Würfel gewähren. Im weiteren Verlauf richtet sich der Blick mehr auf gute Kombinationen von Würfeln und darauf, dass man möglichst Würfel in allen drei Farben zur Verfügung hat. Hilfreich sind auch Karten, die einem einen generellen Bonus auf das Würfelergebnis gewähren. Zuletzt geht es dann eigentlich nur noch um möglichst hohe Siegpunkt-Karten.

Wie bei fast jedem Würfelspiel spielt das Glück eine wichtige Rolle. Allerdings ist ebenfalls sehr wichtig, wie gut die Ausbaukarten miteinander harmonieren beziehungsweise sich ergänzen. Die Auswahl aus Ausbaukarten ist meistens groß genug, sodass man entscheiden kann, welche einem am ehesten hilfreich wäre und ob es realistisch ist, das entsprechende Würfelergebnis zu erzielen.

Nicht ganz glücklich wirkt die Festlegung des Spielendes. In kaum einer der Partien, die wir gespielt haben, wurde die Hindenburg tatsächlich fertig gestellt, das Spielende trat in den allermeisten Fällen immer dadurch ein, dass auf den Luftschifffeldern jeweils nur noch höchstens eine Karte lag. Die Beteiligung am Bau der Hindenburg bringt, wenn sie nicht fertig gestellt wird, weniger Siegpunkte. Spieler, die sich dessen bewusst sind, spielen also umso mehr um die Siegpunkte, die man über die Luftschiffkarten erhalten kann – was wiederum zur Folge hat, dass das Spielende noch schneller da ist. So bleibt oft der Eindruck zurück: „Was – schon Schluss?“. Andererseits ist das für ein Spiel ja eine eher positive Reaktion …

Giganten der Lüfte macht Spielern Spaß, die ein eher lockeres Spiel möchten, die aber dennoch eigene Entscheidungen treffen möchten, gerne zwischen risikoreichem oder „auf Sicherheit“ spielen wählen. Positiv ist auch, dass man auch wenn einem das Würfelglück im Spiel zeitweise nicht hold war, die Chance auf eine Aufholjagd behält, da auch erfolgreichere Würfler nur jeweils eine Karte in jedem Bereich haben dürfen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
ab 10 Jahren
Spieldauer (Minuten): 
45-60
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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