Piratenbucht

eine Spielerezension von Beate und Hans Schmidt - 31.05.2005
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Bei der Neuausgabe von Piratenbucht fällt zunächst das deutlich veränderte Design auf. Die Illustrationen sehen besser und stimmungsvoller aus. Das Spielmaterial an sich hat ist nur leicht geändert (andere Schiffs- „Pöppel“ und andere Schatzkisten).

Die Regel wurde völlig überarbeitet und besteht aus Regelheft, Übersichtstafel und Übersicht über den Ablauf einer Spielerunde. Alles ist ausführlich dargestellt, manchmal muss man aber doch etwas suchen, um eine bestimmte Frage klären zu können.

Bei den Spielregeln selbst wurden verschiedene Punkte geändert. Die wichtigsten sind: Es gibt nun mehrere schwarze Piraten mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Der altbekannte Blackbeard ist sogar noch stärker geworden. Und die Tierwelt hat bei Piratenbucht in Form von vier Papageien-Karten Einzug gehalten. Mit diesen Papageien lassen sich bestimmte Bereiche der Schiffe deutlich verstärken (zum Beispiel kann man immer sechs Würfel verwenden oder immer mit allen Kanonen schießen). Allerdings verliert man bei zwei Treffern nicht nur den Vogel selbst, sondern außerdem zwei Ruhmespunkte. Verstärkungskarten wurden durch Meisterkarten ersetzt, von denen jeweils nur eine pro Schiff gelegt werden darf. Es gibt außerdem ein paar neue Kampf- und Ereigniskarten, andere Karten sind aus dem Spiel gekommen (zum Beispiel die Sabotagekarten). Bei einer Flucht muss gewürfelt werden. Bei einer eins meutert die Mannschaft, weil sie einen so feigen Kapitän nicht mehr unterstützen möchte. Dies hat zur Folge hat, dass alle Schätze und Dublonen, die sich gerade an Bord befinden, verloren sind.

Die zusätzlichen Karten bringen Abwechslung, auch die unterschiedlichen schwarzen Piraten sind sehr interessant. Die Papageienkarten insbesondere Long Jong Silvers Papagei, mit dem man immer mit sechs Würfeln in den Kampf ziehen darf, sind sehr stark, sodass der jeweilige Spieler deutlich schwieriger zu besiegen ist. Da haben es Spieler ohne gefiederte Unterstützung nicht leicht. Und wer keine Papageienkarten oder zumindest andere starke Karten abbekommt, der kann es schon schwer haben. Insofern ist die Bedeutung des Kartenglücks eher gewachsen.

Trotz der Änderungen bleiben das Spielprinzip und Spielgefühl gleich. Letztendlich ist es daher eine Geschmacksfrage, welche Ausgabe man bevorzugt. Oder man macht seine Entscheidung am Design und der Ausstattung fest – und da hat die Neuauflage auf jeden Fall einen deutlichen Vorsprung.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Jahrgang: 
2005
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