Willi Wörterwurm

eine Spielerezension von Michael Weber - 19.09.2016
  Spiel kaufen kommentieren
Willi Wörterwurm - Foto von Mogel-Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Willi Wörterwurm von Michael Loth ist eines von drei Kartenspielen, mit dem der Mogel-Verlag sein Spieledebut gibt. Die Spieler müssen dem - klar - Wörterwurm Willi helfen, etwas Ordnung in das Bibliothekschaos zu bringen. Sprich: Wörter finden.

Wie wird das Kartenspiel Willi Wörterwurm gespielt?

Spielerisch ist Willi Wörterwurm ein Kartenspiel, bei dem die Spieler gemeinsam Worte auslegen. Dieser kooperative Charakter bedingt zugleich, dass sie gemeinsam Punkte sammeln und so nach und nach ihren Highscore knacken (oder nicht). Zugleich bedingt es aber auch, dass sie miteinander sprechen oder nicht. Ähnlich wie bei The Game wird es schwieriger, wenn Hinweise verschlüsselt oder eben gar nicht geliefert werden. Anders als beim genannten Kartenspiel ist dies eine optionale Regel.

Im Prinzip funktioniert Willi Wörterwurm wie folgt: Drei (von zwölf) Themenkarten werden ausgelegt. Zum Beispiel Mädchennamen, Sport oder Fahrzeuge. Jede andere Karte enthält einen Buchstaben, die Spieler erhalten je nach Spielerzahl einige davon auf die Hand. Drei weitere Karten liegen aus. Wer am Zug ist, legt eine Karte an eine der Themenkarten an und startet ein Wort oder setzt dieses fort. Alternativ tauscht er eine Karte mit der Auslage und legt diese sofort an. Oder er wirft eine ab und zieht eine neue. Anschließend füllt der Spieler seine Handkarten auf. Ist ein Wort beendet, kommt die gesamte Kartenreihe auf den Punktestapel. Das ist praktisch alles.

Wie gut ist das Wortspiel Willi Wörterwurm?

Willi Wörterwurm ist ein simples Ablegespiel. Der Teufel steckt allerdings im Detail. Häufig hat kein Spieler richtig gute Buchstaben auf der Hand. Das verhindert, dass Wörter ausufernd und spannend wachsen. Vier oder fünf, manchmal auch sechs Buchstaben sind Usus. Mit Pech auch nur drei. Das ist für den Punktewert nicht entscheidend. Denn hier bringen schwierige Buchstaben wie bei Scrabble mehr Punkte. Aber auch das müssen die Spieler erst einmal "verbauen". Als Tipp: Wer nur mühsam Worte bilden kann, wählt eine Themenkarte zusätzlich und ein oder zwei mehr Handkarten. Das steigert die Auswahl, wenn es auch unhandlicher wird.

Gegenüber anderen Wortspielen ist Willi Wörterwurm keine Offenbarung. Die Buchstabenkarten rollen nicht besonders elegant in Wörter. Dafür fehlen trotz ihrer vergleichsweise größeren Anzahl die Vokale an allen Ecken und Enden. Das Kartenspiel wirkt dadurch spröde, es fehlt etwas an spielerischer Eleganz. Natürlich soll das die Herausforderung sein. Aber genau das ist eben auch der Punkt. Ohne Eleganz keine "positiv empfundene" Herausforderung. Dabei sind sowohl Regeln als auch Spielablauf leicht. Hinzu kommt, dass die Buchstabenillustrationen mäßig sind. So witzig Willi von der Spieleschachtel schaut, so langweilig sehen die Buchstaben aus. Hier hätte ich mir mehr Farbe und mehr Gestaltung gewünscht.

Familien mit Kindern (inklusive allen Varianten dieser Lebensform) werden Willi Wörterwurm gut spielen können. Gemeinsam gute Wörter suchen, sich dabei etwas absprechen und zugleich den Kindern etwas Wortkompetenz vermitteln. Als so etwas wie ein kooperatives Lernspiel passt es. Es gibt aber viele Wortspiele, die ansprechender und eleganter sind. Eine weitere Einsatzmöglichkeit wäre auch in der Sprachtherapie. Aber das müssen Therapeuten ausprobieren. Für erfahrene Spieler kann und will ich den süßen Wurm Willi leider nicht empfehlen. Diese finden in Dutzenden anderen Wortspielen knackigere Herausforderungen mit spannenderen Mechanismen.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30-50
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Mehr zum Spiel