4 Gods

Der Kampf der Götter!

eine Spielerezension von Jürgen Strobel - 03.05.2017
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4 Gods - Foto von Ludically
Lesezeit: ca. 6 Minuten

Am Anfang stand die Schöpfung ... Seit Äonen von Zeiten ist die Erde im Wandel. Wo einst riesige Meere und Ozeane waren, ist Millionen von Jahren später nur noch Ödnis und Wüste übrig. Wo einst dichte Wälder wuchsen, findet man später nur noch Gebirge und kahle Steppe. Das Rad der Zeit dreht sich unweigerlich weiter und mitten in diesem Schöpfungsprozess ringen vier Götter danach, die schönste Welt zu erschaffen. Doch sie konnten sich nicht einigen und, als dann der Mensch als Lebensform diese Welt betrat, erkannten sie das Potenzial dieser Lebensform. Sie offenbarten sich den Menschen und waren nun fortan bestrebt, mit Hilfe dieser den religiösen Einfluss zu mehren. Die Gier der Götter nahm kein Ende und Sie begannen, Propheten auszusenden in fremde Länder, um auch dort ihren Glauben zu verkünden. Und so begann ein erbitterter Kampf, um die Vorherrschaft der Welt.

4 Gods: Der Kampf beginnt ...

Wir als Spieler versuchen bei 4 Gods von Christophe Boelinger (Ludically) durch geschicktes Legen von Geländeplättchen die Welt so zu gestalten, dass wir unseren Einfluss vergrößern. Wenn wir uns für eine Gottheit entschieden haben, können wir ab diesem Zeitpunkt mittels der eigenen Propheten Gebiete sichern. Durch Errichten von legendären Städten wollen wir unseren göttlichen Einfluss untermauern.

4 Gods: Eine Welt entsteht ...

Unsere Welt wir durch einen leeren Spielfeldrahmen begrenzt. Diese Welt ist noch kahl und leer. Dies wird sich aber schnell ändern. Denn uns Göttern stehen hierzu kleine quadratisch beidseitig bedruckte Plättchen zur Verfügung. Auf diesen sind verschiedene Landschaften (Meer, Wald, Ebene und Gebirge) abgebildet. Mit diesen Plättchen füllen wir so nach und nach unsere neue Welt. Doch auch Götter müssen sich an Legeregeln halten. Eine Landschaft muss beim Legen immer an mindestens bereits zwei gelegte Kanten passend angelegt werden. Dazu zählen sowohl der Rahmen als auch schon gelegte Plättchen. Das heißt, die Landschaften, die dort abgebildet sind, müssen zueinander passen. Wir ziehen also immer zwei Plättchen aus dem Beutel und versuchen, diese innerhalb des Rahmen anzulegen. Dabei spielt es keine Rolle, wo wir dieses platzieren. Wir können es irgendwo (wo es passt) anlegen. Nun kann es aber vorkommen, dass unsere zwei gezogenen Plättchen nicht passen. Dann dürfen wir diese außerhalb unter den Rahmen in unsere Ablagereihe platzieren. Hier haben wir die Möglichkeit (je nach Spieleranzahl), Plättchen zu lagern. Diese sind aber nicht geschützt, denn jeder andere Gott kann sich hier bedienen. Dieser muss sie entweder sofort verwenden oder zu sich in seine eigene Ablagereihe legen.

Die Götterwahl im Spiel: Auf den Pfaden eines Gottes wandeln ...

Zu irgendeinem Zeitpunkt des Spieles muss man sich für einen speziellen Gott entscheiden. Denn ab diesen Punkt kann man seine Propheten einsetzen, um so Gebiete für sich zu beanspruchen. Jedesmal wenn wir ein Landschaftsplättchen legen, haben wir nun die Möglichkeit, einen unseren Propheten dort zu platzieren. Dabei muss man sich entscheiden, auf welche Landschaft man ihn dort stellt. Denn im laufe des Spieles entstehen so nach und nach kleine und große Landschaften unterschiedlichster Art. Hierbei ist es wichtig, die Mehrheit zu erhalten. Denn nur für Mehrheiten bekommen wir die volle Punktzahl (aber dazu später mehr). Eine andere Möglichkeit, unseren göttlichen Einfluss zu steigern, ist es, eine legendäre Stadt zu errichten. Man nimmt sich eines der acht Plättchen, platziert es innerhalb der entstehenden Welt und stellt einen seiner Propheten darauf. Die Stadt ist jedoch nicht sicher. Denn immer wenn ein anderer Mitspieler ein passendes Plättchen in die Landschaft einfügen kann, wird die Stadt zerstört. Dieser bekommt es als Trophäe, die am Ende des Spieles fünf Siegpunkte wert ist. Darüber hinaus wird der Prophet, der sich auf der Stadt befand, aus dem Spiel genommen. Ein herber Rückschlag für den Leid tragenden. Deswegen sollte man sich gut überlegen, wo man eine Stadt errichtet. So spielt man weiter, bis entweder die Welt vollständig mit Geländeplättchen und Städten gefüllt ist, oder aber der Beutel mit den Geländeplättchen leer ist. Es kann auch vorkommen, dass alle Spieler nacheinander passen, dies ist aber in keiner meiner Partien vorgekommen.

Wer den größten göttlichen Einfluss hat ...

Bei Spielende gibt es nun Punkte für jede legendäre Stadt, für jedes Königreich, in dem man die Mehrheit besitzt (bei Gleichstand werden die Punkte geteilt), für das größte und die meisten Königreiche. Wer danach den meisten göttlichen Einfluss sammeln konnte, hat die religiöse Herrschaft errungen und ist somit Sieger von 4 Gods.

So gut ist 4 Gods: Vier Götter für ein Halleluja ...

Man nehme Carcassonne und Mondo, dazu eine Prise Fantasy wirft diese Zutaten in einen Mixer und heraus kommt 4 Gods. Zugegeben optisch macht 4 Gods einiges her. Eine schöne Schachtelgrafik die schon mal Lust auf mehr macht. Auch die Landschaftsplättchen sind aus stabiler Pappe, und auf diesen sind manchmal Tiere und ähnliche kleinere Details zu erkennen. Die Propheten sind kleine Plastikminis, funktional aber mehr nicht. Sehen diese doch alle gleich aus (sie unterscheiden sich nur farblich). Der Rahmen stellt eine Sternenkonstellation dar, auf welcher am Schluss die Endwertung festgehalten wird.

Das Spielprinzip des Plättchenlegens, das Carcassonne so einzigartig machte, oder aber der Zeitdruck bei Mondo passte dort wie die Faust aufs Auge. Hier jedoch hat man all dies versucht, unter einen Hut zu bekommen. Plättchen legen gepaart mit Zeitdruck. Nun, so gerne ich Carcassonne und Mondo spiele, so ungern spiele ich 4 Gods. Dies hat mehrere Gründe.

Wenn alle Spieler gleichzeitig spielen und jeder so schnell wie möglich seine zwei Plättchen legen möchte, artet dieses doch oft in Chaos aus. Man ist bestrebt, schnell zu legen, aber da man dies nicht immer kann, wandern die Kärtchen erst einmal in meine Ablagereihe. Ich könnte nun sofort zwei neue ziehen, wenn ich den Beutel auch schnell wieder bekommen könnte. Aber man kann sich ja auch bei den anderen Spielern bedienen. Hierzu muss ich mich erst mal über den halben Tisch beugen, um diese begutachten zu können. Und schon kommt ein Aufschrei der anderen, dass ich ihnen die Sicht versperre. Pures Chaos.

Ein weiterer Punkt, an dem ich kapitulieren musste, ist der der falsch gelegten Plättchen. In der Anleitung wird man dazu aufgefordert, dem Spieler doch gleich mitzuteilen, dass sein Landschaftsplättchen nicht Regelkonform gelegt wurde. Schön, aber man ist mit sich selbst so beschäftigt, dass man dafür gar keine Zeit hat. Und so schleichen sich doch immer wieder Fehler ein. Man wusste wohl schon beim Verlag, dass dieser Spielmodus nicht jedermanns Sache ist. Denn es gibt auch die Möglichkeit, nacheinander zu spielen. Dafür bekommt jeder Spieler eine Sanduhr vor die Nase gestellt, hier hat man nun 30 Sekunden Zeit, seine Aktionen durchzuführen. Na ja, ein Kaffeekränzchen im Altersheim ist spannender.

Was ich sagen will, man wollte den Spagat zwischen Carcassonne und Mondo schaffen. Leider verliert man sich allzu oft in der Hektik des Miteinanders. Und beim Sanduhrgeschiebe leidet der Spielspaß! Was bleibt, ist ein netter Versuch mit gutem und funktionalem Material und einem schönen Schachtelcover! Daher: Probespielen vor dem Kauf ist dringend anzuraten.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
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