Carcassonne Amazonas

eine Spielerezension von Axel Bungart - 14.04.2017
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Carcassonne Amazonas - Spielsituation - Foto von Axel Bungart

Carcassonne von Klaus-Jürgen Wrede reist ja schon länger „Around the World“: in die Südsee, in den Wilden Westen und in 2016 an den Amazonas. Carcassonne goes jungle.

So wird Carcassonne Amazonas gespielt

Wie immer legen 2-5 Spieler Plättchen an, bauen kleine Nebenflüsse des Amazonas (anstelle von Straßen), indianische Dörfer (statt Städte) und Camps, die die Stelle der Bauern einnehmen. Die Legeregeln entsprechen denen des Grundspiels, aber es gibt noch ein paar zusätzliche Details.

Auf dem Namen gebenden Strom, der das Grundgerippe des sich aufbauenden Spielfeldes bildet, fährt für jeden Spieler ein Boot in Richtung Flussmündung. Dieses Boot wird immer bewegt, wenn man in einem Zug keine Figur setzt oder wenn man Flussteile für sich beansprucht, die ein entsprechendes Symbol tragen. Die Boote sind deswegen wichtig, weil sie einem regelmäßig Punkte bringen, wenn man damit an erster oder zweiter Stelle liegt.

Wurden alle Plättchen angelegt, endet eine Partie Carcassonne Amazonas. Bei der Endwertung bekommt man Punkte für Tiere, die sich in den Teilen des Dschungels befinden, in denen man seine Camps stehen hat. Das ist ähnlich wie bei Carcassonne über Stock und Stein. Dann steht der Sieger fest.

Im Boot durch den Amzonas-Dschungel

Es wird nicht überraschen zu hören, dass auch in Carcassonne Amazonas wieder ganz viel Carcassonne steckt. Thematisch ist das schön verpackt. Der Strom, der quasi zentral verläuft, zieht das Spielfeld im wahrsten Sinne des Wortes in die Länge. Rund einen Meter an Platz wird benötigt, wenn sich das Spiel und sein Strom gegen Ende ganz entfaltet haben. Spieltechnisch hat das keine großen Auswirkungen, außer dass die seitliche Bebauung zum Ende des Flusslaufs deutlich spärlicher ausfällt. Die Grafik tut ihr übriges, um ein kleines bisschen Dschungel-Flair aufkommen zu lassen. Vielleicht auch deswegen hat selbst Mitspielern, die Carcassonne bisher nicht allzu viel abgewinnen konnten, Carcassonne Amazonas gefallen. Einzig die Tiere im Dschungel, die am Spielende für die Camps von Bedeutung sind, sind wegen der bunten Gemengelage ab und an von den Früchtetellern auf den Dörfern und Flüssen schlecht zu unterscheiden und werden verwechselt. Die Spielregel ist (dieses Mal) fehlerfrei. Was leider wieder fehlt, sind die 50/100-Punkte-Plättchen, die eigentlich schon Standard sein sollten.

Carcassonne Amazonas kann einen schon einfangen mit dem Thema und seiner Grafik. Das Vorankommen der Boote auf dem Amazonas stellt eine weitere Option dar, die man nicht vernachlässigen sollte, weil sie einem womöglich auch dann Punkte einbringt, wenn man gar nicht am Zug ist. Vorausgesetzt, das eigene Boot liegt in Führung oder an zweiter Stelle. Im Spiel zu zweit ist das noch mal wichtiger, da hier nur der erste Spieler von den Amazonas-Plättchen profitiert, wenn er weit genug vorne liegt.

Zwar werden die Spielregeln durch die Boote und ihre Zugweise etwas kleinteiliger und man muss einmal mehr daran denken, sein Boot auch voran zu ziehen, aber wer die Grundregeln beherrscht, kann sich darauf gut einlassen.

In meinen Augen ist Carcassonne Amazonas von Hans im Glück ein geglücktes Spin-Off. Warum der Fluss übrigens im Spiel so gerade verläuft (was ja grob seinem natürlichen Verlauf entspricht), kann man hier nachlesen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
35
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Fotos
Carcassonne Amazonas - Foto von Hans im Glück
Carcassonne Amazonas - Zählleiste - Foto von Axel Bungart
Carcassonne Amazonas - Spielsituation 2 - Foto von Axel Bungart
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