Concordia

eine Spielerezension von Stephan Kurschat - 17.06.2014
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Spielplan von Concordia - Foto von PD Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Beim Öffnen des Spielkartons von Concordia (PD Verlag) fiel mir sofort die vorbildliche Ausstattung auf. Das Spielmaterial ist aus Holz, das Spielbrett beidseitig bedruckt mit unterschiedlichen Landkarten, so dass man insbesondere für drei und vier Spieler sogar die Abwechslung hat, auf unterschiedlichen Spielplänen zu spielen. Es liegen sowohl deutsche als auch englische Anleitungen bei, die sehr übersichtlich und verständlich geschrieben sind, und sogar die Spielkarten sind in deutscher und englischer Ausführung enthalten.

Worum geht es beim Strategiespiel Concordia?

Soweit so gut, aber worum geht es denn jetzt beim Brettspiel Concordia? Die Spieler müssen sich im Verlaufe des Spiels mit ihren Kolonisten in der Zeit des römischen Reiches im Mittelmeerraum in den einzelnen Regionen des römischen Reiches bewegen und Häuser in den einzelnen Städten errichten, um an die jeweiligen Rohstoffe dieser Städte heranzukommen.

Spielreiz: So wird Concordia gespielt

Die Spielregeln von Concordia sind schnell erzählt: Die Spieler sind im Uhrzeigersinn an der Reihe, legen eine Handkarte aus, führen die darauf beschriebene Aktion aus, und schon ist der nächste dran. Also echt simpel. Die einzelnen Aktionen gehen von Kolonisten bewegen und Häuser bauen über Güter produzieren, Güter kaufen und verkaufen bis zu neue Aktionskarten aus der Auswahl kaufen. Durch das ständige Auslegen von Handkarten ohne entsprechendes Nachziehen werden die Möglichkeiten, die man noch durch verbleibende Handkarten hat, immer geringer. Irgendwann legt man schließlich die Handkarte Tribun, die einem alle ausgespielten Karten wieder auf die Hand zurückbringt. Hier ist auch gleich ein netter Clou des Spiels: Je länger man mit dem Tribun-Spielen wartet, desto mehr Sesterzen bekommt man als Belohnung. Und übrigens: Die Sesterzen braucht man eigentlich ständig, leider fehlen einem dann aber ggf. nötige Aktionen, weil diese schon auf dem Ablagestapel liegen. Der zweite schöne Mechanismus ergibt sich bei der Endabrechnung durch die Siegpunktevergabe. Siegpunkte bekommt man über die auf den Handkarten abgebildeten Götter. Jeder Gott belohnt den Spieler für bestimmte Errungenschaften. Saturnus beispielsweise gibt für jede Region in der man gebaut hat Siegpunkte, Jupiter für die Anzahl an Tempelstädten, in denen man gebaut hat. Die Spieler sollten sich auf bestimmte Ziele konzentrieren, also z. B. möglichst in allen Regionen zu bauen, und gleichzeitig die Karten mit den entsprechenden Göttern kaufen. In diesem Fall also möglichst Karten mit dem Gott Saturnus. Auf diese Art und Weise gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, Siegpunkte zu bekommen und auch unterschiedliche Möglichkeiten, das eigene Spiel zu entwickeln.

Wie gut ist das Brettspiel Concordia?

Leider ist die Interaktion mit den anderen Spielern recht eingeschränkt und so führt jeder Spieler seine Züge größtenteils für sich selbst durch. Einzige Berührungspunkte sind das Kopieren einer Mitspieleraktion durch den Diplomaten und das Produzieren in einer Region, wodurch, wie bei den Siedlern von Catan, für alle in der Region gebauten Häuser produziert wird und nicht nur für die eigenen. Wünschenswert wäre hier z. B. die Möglichkeit des Rohstoffhandels mit anderen Spielern, um den Mitspielern mehr Aufmerksamkeit während des eigenen Zugs abzuringen. Da die Dauer eines Spielzugs aber recht kurz ist, ist das Problem auch nicht allzu gravierend. Grundsätzlich sollte man übrigens bei den ersten Partien etwas mehr Zeit als die angegebenen 90 Minuten einplanen.

Insgesamt ist Concordia ein wirklich empfehlenswertes Brettspiel mit einfachen Regeln und abwechslungsreichen Zug- und Siegmöglichkeiten. Der Komplexitätsgrad des Spiels lässt es sowohl für erfahrene Spielergruppen als auch für Gelegenheitsspieler und Familienspielabende zu einer gelungenen Wahl werden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
Fotos
Schachtelgrafik von Concordia - Foto von PD Verlag
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