Deckscape: Raub in Venedig

eine Spielerezension von Axel Bungart - 14.06.2018
  Spiel kaufen kommentieren
Deckscape: Raub in Venedig - Foto von Abacusspiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Über Escape-Spiele zu schreiben ist immer etwas undankbar. Man muss mehr verschweigen, als man erzählen darf. Daher beschränkt sich eine Rezension dazu meist auf Vergleiche mit ähnlichen Spielen.

Deckscape von Martino Chiacchiera und Silvano Sorrentino (Abacusspiele) möchte etwas anders machen. Das Kunstwort Deckscape ergibt sich aus dem Umstand, dass lediglich ein Kartendeck benötigt wird, um dieses Escapespiel im Taschenformat zu spielen. Ähnlich wie die Unlock-Reihe von Space Cowboys/Asmodee übrigens. Nur eben ohne große Schachtel, die es ja auch nicht braucht. Und tatsächlich befinden sich in der Kartenschachtel dann auch nur 60 Karten – abgesehen von dem Plan, der die zu bewältigenden Aufgaben auflistet und ein paar grafische Hinweise gibt.

So funktioniert Deckscape - Raub in Venendig

Und schon geht es los. Die wenigen Regeln über den Ablauf werden auf den ersten Karten erklärt und führen gleich mitten ins Geschehen. Laut der Geschichte sind wir ein Team von Meisterdieben im Ruhestand und werden von einem Unbekannten wenig freundlich darum gebeten, doch noch mal unser Können zu beweisen, indem wir einen wertvollen Pokerchip aus dem Casino in Venedig stehlen.

Rums-bums sitzen wir auch schon im Flieger und im Casino. Es folgen eine Reihe von Rätseln, mit denen wir uns innerhalb des Casinos bis zum Tresor vorboxen sollen, in dem der Pokerchip liegt. Dann rauf aufs Dach und verschwinden – so ist der Plan.

Wie anspruchsvoll ist Deckscape - Raub in Venendig?

Die Rätsel stellen nicht wirklich eine Herausforderung dar. Im Gegensatz zur Kosmos-Reihe, an der wir regelmäßig zu knabbern haben, kommt man mit wenig Hirnschmalz auf die Lösungen. Das, was beim Rätsellösen die meiste Kreativität erfordert, das Um-die-Ecke-denken, ist so gut wie gar nicht gefragt. Teils sind die Lösungen so banal, dass man es nicht glauben möchte und absurderweise deshalb (zu) lange an den Rätseln herumdenkt. Die Karten sind alle nummeriert und man spielt eine nach der anderen. Das ist so geradlinig, dass man gar nicht auf die Idee kommt, etwas anderes machen zu können. Und kann man auch tatsächlich nicht. Selbst wenn einem die Anweisungen auf den Karten manchmal etwas anderes vorgaukelt (wegen Spoilergefahr kann ich das nicht weiter ausführen).

Der Ablauf der Story ist ab und an etwas holprig, sodass man das Gefühl hat, eine Karte übersprungen zu haben. Doch schließlich kommen wir am Ende da raus, wo wir sollen. Alle Rätsel gelöst, keine Hilfen gebraucht, kaum Fehler gemacht. Und dennoch: Wir haben viel mehr Zeit benötigt, als notwendig. Das ist aber eher dem Umstand geschuldet, dass es eben 60 Karten sind. Diese in der vorgegebenen Zeit von 60 Minuten durchzuspielen, ist sportlich. Vielleicht ist das aber die größte Herausforderung an Deckscape – Raub in Venedig.

Die Anforderungen an die Denkleistung sind aber aus meiner Sicht kein erschlagendes Qualitätsmerkmal. Denn es darf (und soll) auch Escapespiele geben, die quasi einen Einstieg in das Genre bieten und dafür ist die Deckscape-Reihe sicher geeignet. Das Einstiegsalter von 12 Jahren ist für manche Rätsel angebracht. Andere können bestimmt auch im Zusammenspiel mit Erwachsenen von jüngeren Kindern gelöst werden.

Die Qualität der Kartengrafiken und –texte ist einwandfrei. Praktisch ist auch das Format, das keinen Platz verschwendet und daher für Reisen gut geeignet ist. Insgesamt ist Deckscape – Raub in Venedig daher ein Spiel dieses Genres, das man spielen kann. Man spielt es ja sowieso nur einmal.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
1-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2018
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
Mehr zum Spiel