Donkey Derby

eine Spielerezension von Mario Sandor - 26.12.2016
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Familienspiel Donkey Derby - Foto von franjos

Da ist es also, das Spiel für meine erste Rezension für Reich der Spiele. Donkey Derby von Walter Müller (franjos Spieleverlag) ist sowohl ein Wettrennen als auch ein Wettspiel. Kommt mir irgendwie bekannt vor, das Prinzip gibt es auch bei Camel Up, und genau - auch im Spiel Favoriten von 1989 - immerhin auf der Empfehlungsliste Spiel des Jahres 1990. Und von letzterem ist Donkey Derby die überarbeitete Neuauflage. Wir wetten auf Esel und versuchen, dass unser favorisierter Esel als Erster ins Ziel kommt. Aber wie so oft haben die Mitspieler etwas dagegen.

Wie wird Donkey Derby gespielt?

Bei Donkey Derby spielen die Spieler abwechselnd Wettrunden und Bewegungsrunden, wobei mit dem Wetten begonnen wird. Beginnend mit dem Startspieler kann jeder Spieler auf (nur) einen der fünf Esel wetten. Anschließend würfelt der Startspieler fünf mal (Würfelwerte von Null bis Fünf) und ordnet sofort nach jedem Wurf das Würfelergebnis einem Esel zu und zieht diesen entsprechend zwischen 0 und fünf Felder vorwärts. Entscheidend ist, dass der aktive Spieler nach dem Wurf sofort einen Esel ziehen muss. Sobald alle fünf Esel bewegt wurden, ist die Bewegungsrunde zu Ende. Der nächste Spieler wird aktiver Spieler und beginnend mit ihm können nun wieder alle Spieler der Reihe nach auf einen Esel setzen. Haben alle Spieler gewettet oder sich dagegen entschieden, kommt die nächste Bewegungsrunde, dann wieder die nächste Wettrunde. Sobald der erste Esel ins Ziel kommt, dürfen die Spieler nicht mehr wetten, und es werden nur noch die Esel bewegt. Sobald die ersten drei Esel im Ziel sind, endet das Spiel und die Spieler werten ihre Wetten entsprechend den Wertungsfeldern auf dem Spielplan aus.

Wichtig ist, dass jeder Spieler in der Wettrunde wetten kann, aber nicht muss. Er hat aber auch nur drei Wettmarker. In der Bewegungsrunde dagegen muss jeder Esel bewegt werden. Und: je früher ein Spieler auf einen Esel wettet, desto mehr Punkte bekommt er.

Als Variante bietet Donkey Derby das Feld "Eselsbrücke". Sobald ein Esel seine Bewegung auf diesem Feld beendet, muss er eine Runde aussetzen. Sollte er in der folgenden Bewegungsrunde eine Null zugeordnet bekommen, muss er ein weiteres mal aussetzen.

Wie gut ist das Familienspiel Donkey Derby?

Das Fazit gleich zu Beginn: Donkey Derby ist ein tolles Familienspiel mit einem hohen Wiederspielreiz. Bereits die Anleitung finde ich sehr gelungen. Auf fünf Seiten erfahre ich klar strukturiert und mit geeigneten Abbildungen versehen alles, was ich für das Spiel wissen muss. Auch das Spielmaterial überzeugt mich: ein schön gestalteter, zweiseitiger Spielplan (Vorderseite Tag und Rückseite Nacht), große Eselsfiguren aus Holz und dicke Pappmarker verstärken das gute Spielgefühl.

Donkey Derby kann nach kurzer Erklärung sofort losgespielt werden. Und spätestens dann, wenn wir alle das erste Mal auf einen Esel gewettet haben, beginnt in der folgenden Bewegungsphase das Mitfiebern, enttäuschte Aufstöhnen, Hoffen und Bangen.

Mir persönlich gefällt Donkey Derby als Familienspiel besser als Camel Up, da es sich klar auf die zwei Aktivitäten Wetten und Bewegen konzentriert und darauf verzichtet, um diese beiden Aktivitäten noch weitere Elemente aufzubauen. Gerade in der Einfachheit und dem hohen Glücksfaktor liegt für mich wie auch für bisher alle Mitspieler der Reiz des Spiels. Hinzu kommt, dass mit einer Spieldauer von 15 bis 20 Minuten pro Partie die Revanche sofort gespielt wird, wenn nicht die eigenen Esel gewonnen haben.

Ein Wort zur Altersempfehlung: Während franjos das Spiel für Familien mit Kindern ab neun Jahren empfiehlt, finde ich, dass Donkey Derby auch gut mit Kindern ab sieben gespielt werden kann.

Zwei Kleinigkeiten habe ich jedoch zu bemängeln: Zum einen kommt im Spiel zu zweit keine rechte Stimmung auf, hier punktet Donkey Derby vor allem in der Besetzung mit vier oder fünf Spielern. Zum zweiten verstehe ich nicht, warum wir mit einer Wettrunde beginnen müssen. In gut 20 gespielten Partien hat nur ein einziges mal ein Spieler vor einer Bewegungsrunde auf einen Esel gewettet. Ansonsten wurde immer abgewartet, wie die Esel in der erste Runde bewegt wurden. De facto haben wir also immer mit einer Bewegungsrunde gestartet, und das hat dem Spielspaß in keinster Weise geschadet.  Alles in allem ein ist Donkey Derby ein Spiel, dass aufgrund des Ärgerfaktors und der kurzen Spieldauer sicher immer wieder auf dem Spieltisch landen wird.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
9
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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