Spiel des Jahres

Das Kulturgut Spiel und das Spielen zu fördern, ist einer der wichtigsten Zwecke des Vereins Spiel des Jahres. Entstanden ist dieser 1978, als Spielekritiker, Autoren und andere Experten zusammensaßen. Es sollte ein Gegenpol geschaffen werden zum Irrglauben, Mensch ärgere Dich nicht, Mühle, Schach und Dame oder Monopoly wären typische Brettspiele. Dass diese Klassiker nur einen veralteten Blick auf einen ganzen Bereich ermöglichen, in dem Deutschland heute sogar als Spielemekka gilt, war allen Beteiligten klar. Heute hat das Spiel des Jahres einen wegweisenden Charakter für den Handel, die Käufer und viele Spieleexperten. Besonders das Ausland schielt stark auf die Auszeichnung, die inzwischen neben möglichen Sonderpreisen und dem Hauptpreis auch das Kinderspiel des Jahres und das Kennerspiel des Jahres beinhaltet.

Die Preisträger des Hauptpreises Spiel des Jahres seit 1979

Jahr Spiel Autor Verlag Alter Spieler Shop
2016 Codenames Vlaada Chvátil Czech Games Edition/
Heidelberger Spieleverlag
ab 14 2–8 kaufen
2015 Colt Express Christophe Raimbault Ludonaute/Asmodee ab 10 2–6 kaufen
2014 Camel Up Steffen Bogen eggertspiele/
Pegasus Spiele
ab 8 2–8 kaufen
2013 Hanabi Antoine Bauza Abacusspiele ab 8 2–5 kaufen
2012 Kingdom Builder Donald X. Vaccarino Queen Games ab 8 2–4 kaufen
2011 Qwirkle Susan McKinley Ross Schmidt Spiele ab 8 2–4 kaufen
2010 Dixit Jean-Louis Roubira Libellud ab 8 3–6 kaufen
2009 Dominion Donald X. Vaccarino Hans im Glück ab 8 2–4 kaufen
2008 Keltis Reiner Knizia Kosmos ab 10 2–4 kaufen
2007 Zooloretto Michael Schacht Abacusspiele ab 8 2–5 kaufen
2006 Thurn und Taxis Andreas Seyfarth/
Karen Seyfarth
Hans im Glück ab 10 2–4 kaufen
2005 Niagara Thomas Liesching Zoch Verlag ab 8 3–5 kaufen
2004 Zug um Zug Alan R. Moon Days of Wonder ab 8 2–5 kaufen
2003 Der Palast von Alhambra Dirk Henn Queen Games ab 8 2–6 kaufen
2002 Villa Paletti Bill Payne Zoch Verlag ab 8 2–4 kaufen
2001 Carcassonne Klaus-Jürgen Wrede Hans im Glück ab 8 2–5 kaufen
2000 Torres Michael Kiesling/
Wolfgang Kramer
FX Schmid ab 12 2–4 kaufen
1999 Tikal Michael Kiesling/
Wolfgang Kramer
Ravensburger ab 10 2–4 kaufen
1998 Elfenland Alan R. Moon Amigo Spiele ab 10 2–6 kaufen
1997 Mississippi Queen Werner Hodel Goldsieber ab 10 3–5 kaufen
1996 El Grande Wolfgang Kramer/
Richard Ulrich
Hans im Glück ab 12 2–5 kaufen
1995 Die Siedler von Catan Klaus Teuber Kosmos ab 10 3–4 kaufen
1994 Manhattan Andreas Seyfarth Hans im Glück ab 10 2–4 kaufen
1993 Bluff Richard Borg F.X. Schmid ab 12 2-6 kaufen
1992 Um Reifenbreite Rob Bontenbal Jumbo ab 8 2–4 kaufen
1991 Drunter & Drüber Klaus Teuber Hans im Glück ab 9 2–4 kaufen
1990 Adel verpflichtet Klaus Teuber F.X. Schmid ab 12 2–5 kaufen
1989 Café International Rudi Hoffmann Mattel ab 12 2–4 kaufen
1988 Barbarossa Klaus Teuber ASS ab 12 3–4 kaufen
1987 Auf Achse Wolfgang Kramer F.X. Schmid ab 8 2–6 kaufen
1986 Heimlich & Co. Wolfgang Kramer Ravensburger ab 8 2–6 kaufen
1985 Sherlock Holmes
Criminal-Cabinet
Anthony Uruburu Franckh-Kosmos ab 12 1–6 kaufen
1984 Dampfross David Watts Schmidt Spiele ab 12 2–6 kaufen
1983 Scotland Yard Schlegel, Garrels,
Ifland, Burggraf,
Scheerer und Hörmann
Ravensburger ab 10 3–6 kaufen
1982 Sagaland Michel Matschoss/
Alex Randolph
Ravensburger ab 6 2–6 kaufen
1981 Focus Sid Sackson Parker/Hasbro ab 10 2–4 kaufen
1980 Rummikub Ephraim Herzano Intelli/Arxon ab 7 2–4 kaufen
1979 Hase und Igel David Parlett Ravensburger ab 10 2–6 kaufen

Das Spiel des Jahres - ein Weihnachtsgeschenk

Das Spiel des Jahres ist jedes Jahr das Spiel, das vielleicht am häufigsten unter dem Weihnachtsbaum als Geschenk zu finden ist. Dem Käufer soll damit eine Orientierung ermöglicht werden, denn jedes Jahr kommen mehrere neue Spiele auf den Markt. Die Preisträger sind dabei mit einem roten Aufdruck/Aufkleber (roter Pöppel) „Spiel des Jahres Kritikerpreis“ gekennzeichnet. Etwas irritierend ist, dass auch Spiele auf der Auswahl- bzw. Nominierungsliste eine ähnliche Kennzeichnung haben können. Dazu gibt es den blauen und den anthrazitfarbenen Pöppel für das Kinderspiel bzw. Kennerspiel des Jahres.

Bewertung der Gesellschaftsspiele

Damit hat die Jury Spiel des Jahres einen enormen Einfluss auf den Handel und auf das Kaufverhalten der „typischen Familie“, die sich nicht täglich mit dem Hobby Gesellschaftsspiele beschäftigt. Eine solche Macht muss klaren Regeln und Grundsätzen folgen. Daher hat sich die Jury Spiel des Jahres klare Eckpunkte gegeben, die bei der Bewertung eines Spiels herangezogen werden. Diese Eckpunkte der Beurteilungskriterien sind insbesondere:

  • Spielidee:
    Wie originell ist ein Spiel, macht es Spaß, wie ist die Spielbarkeit und wie ist der Spielwert einzuschätzen?
  • Spielregel:
    Ist die Anleitung verständlich, wie ist die Spielregel aufgebaut, wie übersichtlich ist sie?
  • Spielmaterial:
    Wie ist das Spielmaterial bezogen auf die Funktionalität gestaltet, wie ist es verarbeitet?
  • Grafik:
    Wie sind die Illustrationen der Spielanleitung, des Spielplans und des Kartons in das Gesamtkonzept eingefügt?

Die Jury besteht aus einer kleinen Anzahl von Spielekritikern, die in das Gremium berufen werden. Anhand dieser Bewertungskriterien fallen für die Jury viele Veröffentlichungen durch das Raster. Übrig bleiben in jedem „Juryjahrgang“ (etwa vom Sommer des Vorjahres bis zum frühen Frühjahr der Preisverleihung) viele Spiele, über die die Jury nach einer Vorauswahl in einem geheimen Wahlverfahren abstimmt. Am Ende steht damit ein Siegertitel fest, der wegen seiner besonderen Qualität zum Spiel des Jahres gekürt ist. Neben den weiteren Spielen auf der Nominierungs- oder Auswahlliste gibt die Jury Spiel des Jahres eine Empfehlungsliste heraus, die für Fachhandel und Käufer gedacht ist und eine Reihe von interessanten Gesellschaftsspielen des Jahrgangs auflistet und durch aussagekräftige Textpassagen beschreibt.

Das Spiel des Jahres als Auszeichnung

Der Vorteil des Spiel des Jahres gegenüber anderen Auszeichnungen ist, dass die Jurymitglieder keine Verlagsangehörigen oder Spieleautoren sind. Damit gilt das Gremium unabhängig und arbeitet frei von wirtschaftlichen Zwängen. Der Verein finanziert sich entsprechend nur durch Lizenzgebühren, die bei der Verwendung der Kennzeichnung für das Spiel des Jahres und seiner Ableger von den Herstellern gezahlt werden müssen.

Die jährliche Auszeichnung der besonders wertvollen oder guten Gesellschaftsspiele hat zu einem extrem hohen Niveau der Spielideen, Spieleproduktion und des Spielspaßes beigetragen. Kritik an der Jury und am Spiel des Jahres wird zwar fast jedes Jahr laut, weil irgendwer immer sein Lieblingsspiel vermisst oder die Jury dazu tendiert, den Anspruch an den Spieler und damit die Komplexität der ausgezeichneten Gesellschaftsspiel zu verringern. Im Großen und Ganzen folgt das Spiel des Jahres aber einer Linie, die insbesondere Familien zum Spielen bringen soll. Das gelingt seit 1979 jedes Jahr wieder mit großem oder größerem Erfolg.