Hexenduell

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 23.07.2010
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Hexenduell von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minute

Hexen, Geister, Zauberer, Magie und Magnetismus, solche Zutaten in Kinderspielen kommen bei den Kindern meistens sehr gut an. Zudem hat sich Haba seit jeher nicht nur mit Kinderspielen im klassischen Sinne beschäftigt, sondern auch meistens versucht, das Spielen derselben gezielt mit einer Förderung der kindlichen Feinmotorik zu verbinden.

Wie bei Haba üblich, ist das Spiel üppig ausgestattet und kommt in einer schon fast riesig zu nennenden Spieleschachtel daher. Das Spielmaterial ist insgesamt sehr schön gestaltet und illustriert. Der Spielplan muss allerdings vor dem Spiel aus vier einzelnen Platten zusammen gesetzt werden. Das Ergebnis kann dabei leider nicht immer befriedigen, liegen doch manchmal die Platten nicht plan aneinander, sodass beim Spiel störende Kanten bzw. Versprünge zwischen den Platten den eigenen Zug durchaus behindern können. Hier muss man versuchen durch vorsichtige Belastung die Platten in Form zu bekommen. Da die Platten relativ schwer sind ist es zudem vorprogrammiert, dass der Schachteleinsatz aus dünnerer Pappe zerdrückt und beschädigt ist. Das sieht zum einen nicht so toll aus, zum anderen wäre man bei diesem Spiel auch ohne Einsatz ausgekommen. Verschenkter Materialeinsatz.

Doch worum geht es überhaupt im Spiel? Die Kinder schlüpfen in die Rollen von Hexen und wetteifern miteinander darum, welches von Ihnen den verzauberten und störrischen Hexenbesen am besten beherrschen kann. Dazu müssen sie mit einer eigenen Spielfigur (magnetisch) und unter Zuhilfenahme des Hexenbesens (ebenfalls magnetisch) möglichst schnell und als erste vier Zaubersteine (nicht magnetisch) von den Startfeldern in den Zauberbrunnen (ebenfalls nicht magnetisch) befördern. Das ist natürlich nicht ganz so einfach, sind doch Hexenfigur und Besen unterschiedlich gepolt und stoßen einander ab. Zudem ist der Spielplan teilweise auch noch plastisch moduliert, so dass der Schwierigkeitsgrad steigt. Die Kinder haben auch nicht endlos Zeit für ihren Zug, denn während ein kleines Hexenkind sein Glück mit dem Besen versucht, würfeln die anderen Kinder nacheinander mit speziellen Würfeln. Hierbei muss ein bestimmtes Symbol erwürfelt werden. Ist dieses geschehen, wird der Würfel an das nächste Kind weitergegeben. Haben alle Kinder das Symbol erwürfelt, ist die Zeit für das Kind, welches den Hexenbesen bändigen musste, abgelaufen und sein Zug ist vorüber. Danach ist das nächste Hexenkind an der Reihe. Sieger ist, wer zuerst alle vier Steine seiner Farbe mit Hilfe des verzauberten Hexenbesens von den Startfeldern bis in den Zauberbrunnen transportieren konnte. Damit man sich auch ganz sicher an seine eigene Spielfarbe erinnert, erhält jedes Kind ein Amulett in seiner entsprechenden Farbe. Dieses kann man sich um den Hals hängen.

Über die wunderschöne Ausstattung und Illustration hatte ich eingangs schon geschrieben, hier gibt es überhaupt nichts zu bemängeln. Zudem verwendet das Spiel magnetische Spielelemente, welche Kinder immer wieder faszinieren und die damit ausgestatteten Spiele auch schnell aus der allgemeinen Masse herausheben können. Nur darf man sich natürlich nicht zu stark darauf verlassen, dass ein Spiel, welches mit solchen Elementen ausgestattet ist, auch automatisch ein supertolles Spiel wird.

Hexenduell vermengt Geschicklichkeit beim Spielen mit einer gehörigen Portion Glück beim Würfeln. Das ist so eigentlich recht gut gedacht, jedoch sitzt hier der Teufel im Detail. So sollten nämlich die Kinder, welche dieses Spiel miteinander spielen, möglichst ein Alter haben, denn durch einen Altersunterschiede kann es natürlich auch deutliche Unterschiede in der Beherrschung des magnetischen Besens geben. Kommt dann noch der Faktor Glück beim Würfeln hinzu und benachteiligt die feinmotorisch noch nicht so perfekten, jüngeren Kinder und ist dabei vielleicht schon nach ein paar Würfelwürfen der eigene Spielzug vorbei, kann der Spielspass schnell in anhaltende Frustration umschlagen. Für gute, tröstende Worte und statistische Wahrscheinlichkeitsrechnungen haben die Kinder dann sicher kein Ohr.

Unabhängig davon ist Hexenduell wieder einmal ein grundsolides Spiel aus dem Hause Haba, mit einer tollen Gestaltung und einer klasse Ausstattung, einem ordentlichen Anspruch, aber leider auch einigen kleinen Mängeln in Design und Spielerlebnis. Wenn man allerdings die oben genannten Hinweise beachtet, sollte einem schönen Spielerlebnis trotzdem nichts mehr im Wege stehen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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