Pulsar 2849

eine Spielerezension von Olaf Bormann - 18.03.2018
  Spiel kaufen kommentieren
Brettspiel Pulsar 2849 - Foto von CGE
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Pulsar 2849 ist ein würfelbasiertes "2,5X-Spiel" für zwei bis vier Spieler. 2,5X und nicht 4X (explore, expand, exploit, exterminate), da wir uns nicht bekämpfen und die Stationen auf den Planetensystemen nicht weiter ausbauen, nur die Pulsare etwas ... Also, so richtig passt es in die X-Schublade gar nicht rein!

In acht Runden machen wir beim Brettspiel Pulsar 2849 von Vladimir Suchy (CGE) jeweils zwei bis drei Aktionen und konzentrieren uns dabei auf das Ansteuern der 16 Planetensysteme und der 16 Pulsare. Alternativ bauen wir sogenannte Transmitter oder entwickeln Technologien.

Wie wird das brettspiel Pulsar 2849 gespielt?

Zu Rundenbeginn werden die sieben bis neun geworfenen Würfel in Felder verteilt und ein Mittelwert gebildet. Jeder wählt abwechselnd zwei davon und je nach Abweichung vom Mittelwert muss dann die eigene Position in der Zugreihenfolge oder der der Bonusmarkerskala verbessert oder verschlechtert werden. Ein pfiffiger Mechanismus, natürlich sind hohe Würfelwerte im Spielverlauf gewichtiger, aber ständig als letzter zu ziehen oder keine Boni zu sammeln kann problematisch werden.

Auf dem runden Spielplan fliegen wir je nach eingesetztem Würfel zu Planetensystemen, die anfangs alle verdeckt platziert sind und ihre Boni für dort landende versteckt halten. Nicht immer erhält ein späterer Ankömmling auch etwas. Am Spielende gibt es Punkte für die dort gebauten Stationen. Damit die Pulsare jede Runde Punkte liefern, sind normalerweise drei Aktionen nötig. Das ist sehr aufwändig und wird deshalb an allen Ecken und Kanten erleichtert und zusätzlich belohnt.

Der Aufbau der Transmitter verbraucht ein bis drei Aktionen und führt nach Vollendung zu einmaligen Effekten oder dauerhaften Einnahmen. Hierfür werden dann die Kärtchen umgedreht.

Die dritte Möglichkeit besteht in der Technologieentwicklung auf eigenen Spielbrettern am Rand, welche schrittweise zur Verfügung steht und Zusatzpunkte erzeugt oder Würfelabweichungen erlaubt. Diese sind limitiert und nie können alle Spieler alles entwickeln, wurde allerdings auch nie ein Problem. Mit den erwähnten Bonusmarkern kann eine zusätzliche Aktion pro Runde gekauft werden. Es ist nicht zu unterschätzen, ob ich das Spiel mit 16 oder 24 Aktionen bestreite. Planetenboni, Transmitter oder Technologien erlauben dies mitunter ebenfalls.

An sich besteht mit den Hauptquartieren für jeden Spieler noch eine persönliche vierte Möglichkeit, die ähnlich den Technologien, verschiedene einmalige Soforteffekte geben, je nach erreichter Stufe. Sie wurden in meinen Partien kaum genutzt und von daher sehe ich sie als eine Variante für jene, die Pulsar schon sehr oft spielten und Abwechslung benötigen.

Aus verschiedenen Komponenten wie erfüllte Aufträge, Stationshäufigkeit, Bonustechnologie usw. wird dann die Abschlusswertung durchgeführt.

Lohnt sich das Brettspiel Pulsar 2849?

Anfänger fühlen sich oft regelrecht erschlagen von den Möglichkeiten und sind dementsprechend überfordert. Aber das Spielsystem ist eingängig und rasch überschaubar, wenn man sich nicht zu sehr verzettelt. Hauptaugenmerk muss auf die Präsens in den Planetensystemen liegen, da es hierfür eine entscheidende Menge an Punkten am Schluss gibt. Pulsare, Transmitter und Technologien sind erst in zweiter Linie wichtig. Alle Partien, bei denen ich mich überwiegend auf diese ausrichtete, gingen verloren.

Die Interaktion besteht im Wesentlichen im Wettlauf um die Würfel, die jeweils begrenzten Technologien, um die Planetenboni. Das ist mitunter frustrierend, in jedem Fall zumindest spannend.

Pulsar 2849 ist ein relativ abstraktes Spiel, es erzählt keine Geschichte, lässt uns nicht in Rollen schlüpfen. Aber es bietet ein Maximum an Vielseitigkeit. Der Spielplan ist doppelseitig mit unterschiedlichen Strukturen, zwölf Technologieboards lassen sich verschieden kombinieren, die Schlussaufgaben sind sehr verschieden und anderes. Gestaltung und Artwork kamen bei meinen Mitspielern gut an, der Reiz andere Kombinationen zu probieren, war immer wieder hoch. Zu zweit dauert ein Partie zwischen 30 und 40 Minuten, zu viert 90 bis 120. Das Zweierspiel ist entspannter, da mehr Würfel zur Auswahl sind und die Bonusaktion aus einem von drei Würfeln gewählt werden darf, nicht nur aus einem.

Was mir nicht gefiel, ist die Handhabung der Marker für die Zugreihenfolge und die der Bonusmarker. Das ist schon sehr klein und dadurch fisselig, leicht verschiebt sich da etwas, ab mittelgroßen Wurstfingern fast garantiert.

Viele Facetten von Pulsar 2849 tauchten sicher schon in anderen Spielen auf, mit zwei bis drei Aktionen ein Maximum an Punkten  generieren. Aber was soll ich sagen: Es ist einfach Klasse! Die riesige Auswahl an Möglichkeiten und Varianten lädt immer wieder aufs neue ein, etwas auszuprobieren und Strategien neu auszurichten. Darin liegt allerdings auch ein Risiko, wer sich davon überfordert fühlt, fasst Pulsar vielleicht kein zweites Mal an. Von mir eine klare Empfehlung!

Eine Anmerkung: Momentan, Stand Februar 2018, ist Pulsar 2849 nur mit englischen Regeln erhältlich, eine deutsche Fassung wird es Mitte oder Ende des Jahres geben.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
14
Spieldauer (Minuten): 
60-100
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Spielschachtel Pulsar 2849 - Foto von CGE
Mehr zum Spiel