Railroad Revolution

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 12.07.2017
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Railroad Revolution Spielaufbau - Foto von What's Your Game

Eisenbahn geht immer. Bei Railroad Revolution von Marco Canetta und Stefania Niccolini (What's Your Game/Pegasus Spiele) leitet der Spieler ein kleines Eisenbahnunternehmen, um im Amerika des 19. Jahrhunderts dabei zu sein, wenn endlich die Ostküste mit der Westküste verbunden werden soll. Gleichzeitig werden Bahnhöfe gebaut und Telegrafennetze errichtet. 

Wie wird das Brettspiel Railroad Revolution gespielt?

Auf dem Spielplan, der in die Tischmitte gelegt wird, finden sich mehrere Bereiche. Neben den Errungenschaftsleisten gibt es eine Telegrafenleiste und ein Gebiet, in dem Gleise verlegt und Bahnhöfe gebaut werden können. Für die Aktionen und die persönlichen Vorräte steht jedem Spieler ein eigenes Tableau zur Verfügung. Jeder Spieler startet mit vier neutralen (weißen) Arbeitern, etwas Geld und drei Aktien. Außerdem hat man schon eine eigene Lokomotive. Von den Meilensteinkärtchen gibt es zu Beginn zwei. Sie stellen Aufgaben dar, deren Erfüllung Punkte bringt. 

Die Stadtplättchen werden sortiert und auf dem Spielplan verteilt. Von den gemischten Handelsplättchen wird das oberste aufgedeckt, die Telegrafenplättchen werden zufällig auf den Telegrafenfeldern verteilt. Jeder Spieler legt je einen Marker auf das jeweils unterste Feld der drei Errungenschaftleisten. Nachdem dann jeder Spieler noch ein Startaufbauplättchen bekommen hat, das ihm neben einem Bonus auch noch einen farbigen Arbeiter sichert, kann es endlich losgehen.

Wer an der Reihe ist, nimmt einen Arbeiter aus dem eigenen Vorrat und platziert ihn auf einem der vier Aktionsfelder des eigenen Tableaus. Es gibt vier verschiedene Aktionsfelder, die eine Hauptaktion und zusätzliche Effekte zeigen. Man kann einen Bahnhof bauen, das Streckennetz erweitern, ein Telegrafenbüro errichten oder Unternehmensteile verkaufen, um seinen Geldvorrat aufzustocken. Die Hauptaktion muss immer ausgeführt werden, während die zusätzlichen Effekte von der Farbe des eingesetzten Arbeiters abhängen. Die Effekte müssen nicht zwingend genutzt werden.

Der Vorarbeiter (violett) sorgt für zusätzliche Boni, während der Buchhalter (orange) sich um Kaufvergünstigungen oder Geld kümmert. Der Unterhändler (grau) versucht, Vorteile für den Spieler auszuhandeln, während der Ingenieur (türkis) die Hauptaktion verbessert.

Baut ein Spieler einen Bahnhof, so muss dieser mit dem eigenen Streckennetz verbunden sein. Jeder Spieler kann in jeder Stadt einen Bahnhof bauen, wobei der Spieler, der in einer Stadt den ersten Bahnhof baut, sich dafür einen Bonus nehmen kann („kann“ deswegen, da manche Boni bezahlt werden müssen). Erweitert ein Spieler das eigene Streckennetz, zahlt er die Kosten (je nach Gelände, auf dem Gleise verlegt werden, sind die Kosten unterschiedlich hoch) und muss zwei Gleise verlegen. Die beiden Gleise müssen nicht miteinander verbunden sein, müssen aber Anschluss an das eigene Streckennetz haben. Richtet der Spieler ein Telegrafenbüro ein, setzt er ein Gebäude auf ein verfügbares Feld im Bereich der Telegrafenreihe. Ist es das erste Büro in diesem Bereich, so gibt es neben der Hauptbelohnung noch zusätzliche Aktien. Um an Geld zu kommen, kann der Spieler auch Teile seines Unternehmens verkaufen. Dazu verkauft der Spieler ein Gebäude oder ein Gleis von seinem Spielertableau und erzielt dafür den auf dem Tableau abzulesenden Preis. Am Ende seiner Zuges muss der Spieler mindestens noch vier verfügbare Arbeiter in seinem Vorrat haben.

Das Brettspiel endet, sobald der erste Spieler seinen Vorrat an Gleisen und Gebäuden verbraucht hat. Anschließend wird die Runde noch zu Ende gespielt und dann ist jeder Spieler noch genau einmal am Zug. Nun werden die Siegpunkte zusammengezählt. Als Hilfe gibt es dafür einen Abrechungsblock, aus dem zu ersehen ist, für was es alles Siegpunkte gibt.

Lohnt ich das Brettspiel Railroad Revolution?

Sehr revolutionär ist das Spiel nicht, aber die verschiedenen Mechanismen greifen gut ineinander. Neu ist die Idee der Spezialisten (farbige Arbeiter), die bei ihrem Einsatz unterschiedliche Effekte (siehe oben) erzielen. Das Spiel ist eingängig und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit in seiner Symbolik selbsterklärend.

Die Telegrafenleiste hat sich in unseren Spielen als sehr stark erwiesen und im Gegensatz zu Bernhard Zaugg, der bei seinem Spielgefühl zu Railroad Revolution auf dieser Seite Entwarnung gegeben hat, können wir das nach meheren Runden leider nicht tun. Eine vollständig bebaute Telegrafenleiste mit jeweils fünf bis acht Punkten für die Telegrafenverbindungen in Kombination mit dem vollen Punktwert auf der entsprechenden Errungenschaftsleiste hat sich in unseren Runden als zu stark gegenüber anderen möglichen Strategien erwiesen.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
45-90
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
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