Risiko - Der Herr der Ringe

eine Spielerezension von Michael Weber - 30.11.2002
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Risiko - Der Herr der Ringe von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Na, das ist doch mal eine passende Umsetzung von Tolkien auf das Brett. Es geht um den Ringkrieg. In Risikomanier werden die Länder Mittelerdes unter den Spielern aufgeteilt und mit Armeen besetzt, die aus schön gestalteten Orks, Nazguls und Höhlentrolle auf den beiden bösen Seiten und Elfenkrieger, Rohanreiter und Adlern auf der guten Seite bestehen. Wobei die unterschiedlichen Armeen lediglich verschiedene Stärken, also Einzelarmeen symbolisieren. Gewürfelt wird um die Länder wie bei Risiko. Neue Armeen gibt es ebenfalls wie beim Original nach Länderzahl, für komplette Kontinente, was hier Regionen sind, und für bestimmte Kartenkombinationen, die man bei erfolgreichen Angriffen zusammensammeln kann.

Der Spielreiz dieser Risiko-Variante sind die Unterschiede. Neu ist zum Beispiel der Feldherr: Ein im Land befindlicher Feldherr bringt ein Bonuswürfelauge bei Angriff oder Verteidigung, wenn ein Feldherr eine der vielen Kultstätten erreicht, erhält der Spieler eine der Abenteuerkarte, die Bonuspunkte bei der Schlussabrechnung, neue Missionen oder ein Ereignis bringen können. Beendet der Feldherr eine seiner Missionen (dazu muss er auf bestimmte Kultstätten ziehen, das entsprechende Land muss also dem Spieler gehören), erhält man in der Regel Bonusarmeen und Zusatzpunkte für die Abrechnung.

Das Gelände spielt eine wichtige Rolle bei der Planung der Feldzüge. Festungen bringen ein zusätzliches Würfelauge bei der Verteidigung. Flüsse können nur über wenige vorhandene Brücken überquert werden, ebenso sind Gebirge unpassierbar. Hier ist der einzige Kritikpunkt: Die Länder sind sehr unübersichtlich illustriert, wer sich nicht mit Tolkiens Welt auskennt, wird bestimmte Länder nur nach einigem Suchen finden.

Ziel des Spiels ist es, die meisten Punkte zu sammeln, die es für Länder, Regionen, ausgespielte Abenteuerkarten, erfüllte Missionen und besetzte Festungen gibt. Besonders die Abenteuerkarten können so manche Spielsituation durcheinander wirbeln. Wenn zum Beispiel eine Karte erlaubt über Gebirge anzugreifen oder zwei Armeen des Gegners in eigene umzuwandeln, kann eine ganze Region kippen. Schon der Aufbau kann dabei eine Vorentscheidung bringen. Denn anders als bei Risiko setzt man nach der ersten Armee noch eine nach Spielerzahl variierende Zahl von Armeen reihum und nach eigenem Gusto in seine Länder.

Gesteuert wird die Spiellänge übrigens durch den Weg der Gefährten, die unbeteiligt, aber mitten durch das Kriegsgetümmel auf den Weg nach Mordor sind. Verlassen sie das Spielbrett, endet das Spiel und die erreichten Punkte werden addiert.

Auch wenn es immer noch ein Kriegsspiel ist, überzeugt Risiko mit einem thematisch gelungenen Konzept, vielen durchdachten und gut aufeinander abgestimmten Neuerungen und einer schönen Ausstattung. So macht Risiko richtig Spaß.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
120
Jahrgang: 
2002
Spielkategorisierung
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