Sanctum

eine Spielerezension von Olaf Bormann - 10.07.2020
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Sanctum - Ausschnitt - Foto von CGE
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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Sanctum ist ein Spiel für zwei bis vier Spieler von Filip Neduk (CGE). Ein Dämonenchef hat sich die Stadt Sanctum angeeignet und der Job der Helden ist es, ihn zu vertreiben. Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines solchen Helden. Der Weg nach Sanctum ist weit, aber eine Gelegenheit, sich zu erproben und auszustatten. 

Brettspiel Sanctum - der Ablauf

Jeder Held startet mit unterschiedlichen Grundfähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten. Der eigentliche Spielzug ist wunderbar überschaubar: Der Held bewegt sich, kämpft oder ruht sich aus. Es gibt fünf Spielbretter, die durchlaufen werden müssen, je nach Spieleranzahl variiert das. Nach der Bewegung tauchen neue Monster auf und der Held muss sich für ein oder mehrere entscheiden, die es später zu bekämpfen gilt. Diese Monster gibt es in drei Klassen, für die ein, zwei oder drei vorgegebene Würfelergebnisse nötig sind, um sie zu bezwingen. Anfangs startet jeder Held nur mit zwei Würfeln, findet aber Gelegenheit, weitere hinzuzugewinnen. 

Sanctum - Spielfiguren - Foto von CGE

Der Kampf selbst definiert sich über einen Würfelwurf, welcher über die Ausrüstung modifiziert werden kann. Jedes nicht besiegte Monster schlägt selbstredend zurück und kann geblockt werden oder richtet Schaden an. Besiegte geben Erfahrungen in drei Farben, die zum Freischalten von Fähigkeiten führen. 

Das Modifizieren und Blocken verbraucht beim Helden eine Grundenergie in zwei Farben. Selbige kann über entwickelte Fähigkeiten aufgestockt werden oder wird beim Ausruhen, der dritten Aktionsmöglichkeit, wieder aufgefrischt. In dieser Phase ist auch der Einsatz von Gegenständen möglich, welche aus den besiegten Monstern resultieren. 

Am Schluss wartet der mächtige Dämonenlord, welcher es in sich hat. Im Laufe des Spiels ist es kaum möglich, alle Fähigkeiten zu entwickeln oder alle Ausstattungen zu ergattern. Das gibt natürlich Varianz und lockt, es beim nächsten Mal ganz anders auszuprobieren. 

Sanctum - Karten - Foto von CGE

Für jeden Helden gibt es ein eigenes Tableau mit unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Im Laufe einer Partie wird davon ungefähr die Hälfte freigeschaltet und das ist auch gut so, damit sich das Ausprobieren und die Neugier auf andere Kombinationen über viele Partien aufrecht erhält. 

Die Bewertung: Wie gut ist Sanctum?

Der Druck, sich solide auszurüsten, gilt von Anfang an. Mit der billigen Level-Eins-Mütze und den dünnen Schuhen, unterwegs mal schnell mitgenommen, am Ende dem Lord gegenüberzutreten, kann sich als Fehlentscheidung entpuppen ... Es bleibt aber gar nicht genug Zeit, genug Spielrunden, alles ideal zu entwickeln. Das finde ich reizvoll an Sanctum. Es gibt keinen Königsweg, es gilt, mit dem zu arbeiten, was vorgefunden wird. Es war in allen Partien rattengrotten spannend, wie es am Ende ausging, wer es schaffte, wer überlebte. 

Das Spielmaterial ist einwandfrei. Die Karten, die Heldenfiguren, die Spielbretter, die Grafik, sind eine Augenweide.

Es gibt also nichts an diesem Spiel auszusetzen ...? Doch, aber darüber will ich nur ungern nachdenken ... Die Mechanismen der Bewegung und der Begegnung mit den Monstern sind so abstrakt, uninspiriert und plump, wie ich es nicht im entferntesten bei einem Fantasyspiel mit Hack and Slay erwarten würde.

Wir bewegen uns mit den Helden auf den Spielbrettern in einer schnurgeraden Linie entlang, immer im Gänsemarsch. Ich habe keine andere Wahl, als mich an die Spitze zu stellen und dann aus den ausliegenden Monsterkarten für einen Satz zu entscheiden. Frei nach dem Motto: "Entschuldigung, kann ich mal vorbei? Und jetzt du, liebes Monster, komme mal mit und warte bitte, bis ich die Zeit habe, mich mit dir zu kloppen ..." Das finde ich, milde ausgedrückt: schlimm ...

Sanctum - Cover - Foto von CGE

Den Vergleich mit einem bekannten Computerspiel will ich erst gar nicht anstrengen, da kann Sanctum nur verlieren. Und ja, es spielt sich sehr solitär, was der andere macht, ist mir ziemlich schnurz. Gezielt dem anderen etwas wegnehmen, Monster in bestimmter Farbe, damit mein Mitspieler dort keine Erfahrungspunkte sammelt, wäre ein interessanter Ansatz, nur fehlte mir dafür die Spielzeit, mein eigenes Fortkommen stand mehr im Focus. Zu zweit spielte ich es am liebsten, sonst kann es dauern, je nach Analytiker in der Runde.

Trotz aller schwerwiegender Kritik: Ich mag es. Wenn mich einer fragt, für eine nächste Partie wäre ich dabei!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Sanctum - Spielfiguren - Foto von CGE
Sanctum - Karten - Foto von CGE
Sanctum - Cover - Foto von CGE
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