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Amun Re

Amun Re

Amun Re
© Reich der Spiele

Die viele tausend Jahre alte Geschichte Ägyptens kennt viele Abschnitte, zwei davon das "alte" und das "neue" Reich werden in Amun Re nachgespielt. Jedes dieser Reiche wird spieltechnisch in drei Runden aufgeteilt. Auf das Ende eines Reiches folgt eine Wertung, die zum Spielgewinn nötige Siegpunkte einbringt.

Eine Runde ist wiederum in mehrere Phasen aufgeteilt: Da werden zunächst in einer Versteigerung, die der in Evo ähnelt, an jeden Spieler eine Provinz vergeben. Jede dieser Provinzen hat unterschiedliche Stärken und Schwächen, was Einkommen, Siegpunkte, und weitere Vorteile angeht. Dann darf jeder im Rahmen seiner (vor allem finanziellen) Möglichkeiten Machtkarten, Bauern (bringen Einkommen) und Pyramidenbausteine (je drei werden zu einer Pyramide) kaufen. Die Preise für mehrere dieser Artikel einer Sorte steigen in Hase-und-Igel-Manier.

Es folgt die Opferphase in der jeder geheim festlegt, wie viel (Geld) er Amun Re zu opfern gedenkt. Die großzügigsten Spender werden mit weiteren Karten, Bauern oder Bausteinen belohnt. Der Erste wird Startspieler der folgenden Runde. Aus der Gesamtsumme aller Spenden ergibt sich der Ernteertrag pro Bauer. Bei schlechten Ernten gibt es noch Zusatzgeld über so genannte "Kamelverkäufe" (Vorteile einiger Provinzen).

Dann geht es in die nächste Runde. Nach dreien folgt eine Wertung, und es geht ins Neue Reich. Dazu werden alle Provinzen leer geräumt, nur Pyramiden und Bausteine bleiben zurück, die wurden schließlich für die "Ewigkeit" geschaffen. Dann läuft die zweite Runde genauso ab wie die erste.

In den Wertungen gibt es im Wesentlichen Punkte für Pyramiden in den eigenen Ländern. Eine möglichst gleichmäßige Verteilung lohnt sich, aber auch Mehrheiten bringen Punkte. Zusätzlich können Machtkarten und die in manchen Provinzen bereits zu Spielbeginn vorhandenen Tempel Punkte bringen. Ganz am Ende zählt auch das Geld noch. Nach der zweiten Wertung ist das Spiel zu Ende und es gewinnt der Spieler, der auf der Wertungsleiste vorne steht.

Die erwähnten Machtkarten bringen Würze ins Spiel: Sie verschaffen Vorteile bei Länderversteigerungen, beeinflussen Ernteerträge, bringen zusätzliche Punkte bei Erfüllung verschiedener Kriterien (wie in Die Fürsten von Florenz) und vieles mehr. Ihr geschickter Einsatz ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Sieg.

Viele Regeln also, aber doch kein kompliziertes Spiel. Gut gemachte Spiel- und Wertungs-Übersichten sowie klare Karten-Erklärungen (wenn auch leider kleine Unklarheiten in der Regel), zeigen selbst angesichts der Regelerklärung zunächst skeptischen Mitspielern, dass das Spiel klar strukturiert und schneller verstanden ist, als angenommen. Und es macht Spaß, auch schon beim ersten Spiel; selbst wenn man die volle Bedeutung der Karten und deren richtigen Einsatz sowie geschicktes Taktieren erst nach und nach bei mehreren Partien lernen wird.

Dennoch wird Amun Re wohl kaum auf Dauer in die Riege der "All-Time-Favourites" aufgenommen werden - ohne dass man einen Punkt nennen könnte, woran das liegt. Vielleicht an dem Mangel an Abwechslung, denn je öfter man es spielt, desto gleichmäßiger erscheint einem der Spielverlauf.

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