Carcassonne - Über Stock und Stein

eine Spielerezension von Axel Bungart - 23.12.2015
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Carcassonne: Über Stock und Stein - Foto von Hans im Glück

Klaus-Jürgen Wrede war fleißig in 2015. Die neben der Star Wars Edition zweite selbständige Carcassonne-Variante, die in diesem Jahr bei Hans im Glück veröffentlich wurde, lautet über Stock und Stein.

Gar so viel über den Inhalt sagt der Titel noch nicht aus, geht es hier doch nicht um Städte und Ritter sondern um Äcker, Ställe und irgendwie auch um Tiere. Man baut Äcker anstelle von Städten, Ställe anstelle von Klöstern und die Bauern hat man gleich ganz verbannt. Ansonsten gilt auch für diesen neuen Carcassonne-Ableger: Wo Carcassonne drauf steht, ist auch Carcassonne drin. Die Regeln sind weitgehen gleich, nur die Wege bergen noch eine Überraschung. Auf Ihnen darf man hin- und herlaufen und macht damit Punkte.

Von den Äckern kann man nach deren Abschluss als Mehrheitsinhaber noch Früchte ernten. Diese sammelt man in Form von Pappchips, um am Ende noch zusätzliche Siegpunkte daraus zu machen. Am besten mindestens einen von jeder Sorte, denn dann gibt’s noch einen Bonus. Das erinnert ein bisschen an Carcassonne – Goldrausch, wo man im Berg schürft und damit ebenfalls Zusatzpunkte einfährt. Es gewinnt wie immer derjenige, der die meisten Punkte sammeln konnte.

Wie gut ist Carcassonne - Über Stock und Stein?

Sowohl die Grafik als auch das Thema deuten darauf hin, dass Über Stock und Stein eine noch familienfreundlichere Einsteigervariante sein soll, als dies Carcassonne ohnehin schon ist. Mit dem Wegfall der Bauernwertung wird Über Stock und Stein zu einer Carcassonne-Light-Version. Die (hier nicht vorhandenen) Bauern sind in der klassischen Version mehr als das Zünglein an der Waage und machen einen Großteil der strategischen Überlegungen aus. Mit Ställen sammelt man Punkte für Tiere auf den sie umgebenden Plättchen. Sie lassen sich auch und besonders dann noch gut einbauen, wenn sich abzeichnet, dass sich ein Stallbau auch lohnt. Der Unterschied zu den Klöstern besteht darin, dass man nur zwei Ställe als zusätzliche Spielsteine hat, die man auch nicht wieder zurück bekommt. Sie zählen also erst am Spielende. Entsprechend moderat ist auch der Einfluss der Ställe: Wer gute 10-12 Punkte je Stall machen kann, kann damit ein knappes Ergebnis vielleicht korrigieren, ohne es komplett auf den Kopf zu stellen.

Besonderer Erwähnung gilt noch der Wegeregel: Verlängert man seinen Weg, darf man darauf von seinem Standort bis zum Ende des Weges laufen und erhält für jedes Plättchen, das man betritt, einen Punkt. Mit ein bisschen Glück ist das eine wahre Punktemaschine. Eine besondere Bedeutung kommt dieser Regel im Spiel zu mehreren Spielern zu: Einigen sich (mindestens) zwei Spieler darauf, einen gemeinsamen Weg immer wieder zu verlängern, können sie den oder die anderen durchaus abhängen. Oder einen Führenden wieder einholen.

Ansonsten hat diese Version den Wiedererkennungswert, den man von einem Carcassonne-Spiel erwartet. Eine Plättchenliste ist ebenso vorhanden wie die Zählmarken für 50/100 Punkte. Insofern alles richtig gemacht. Nur notwendig ist diese Version sicher nicht und thematisch bestenfalls als noch familienorientierter zu betrachten, als das etwas „erwachsenere“ Thema Mittelalter.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
35
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielegattung: 
Fotos
Carcassonne - Über Stock und Stein - Spielaufbau - Foto von Axel Bungart
Carcassonne - Über Stock und Stein - Punktetableau - Foto von Axel Bungart
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