Der Untergang von Pompeji

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Der Untergang von Pompeji von Reich der Spiele

Pompeji, die alte Stadt am Fuß des Vesuvs, ist Schauplatz eines locker-leichten, aber dennoch spannenden und taktischen Spiels. Mit Handkarten, die die Hausnummer der Gebäude zeigen, setzen die Spieler reihum einen Bevölkerungsstein in die Häuser der Stadt. Doch schon nach kurzer Zeit grummelt der Vulkan und ein Ausbruch deutet sich an. Davon angezogen werden die Verwandten der Bevölkerung, denn jeder möchte gerne mal einen Ausbruch miterleben.

Im zweiten Teil dieser Einsetzphase kann nun jeder Spieler zusätzliche Bevölkerungssteine in die Stadt setzen, die Verwandten. Je nachdem, wie viele Steine bereits pro Hausnummer dort vorhanden waren, dürfen genau so viele Steine zusätzlich gesetzt werden - in gleichfarbige oder neutrale Gebäude. Aber nur ein Stein pro Gebäude. So füllt sich die Stadt jetzt rasch, auch die neutralen Gebäude werden bezogen. Dann und wann raucht der Vulkan und ein Bevölkerungsstein wird als "Opfer" in den Schlund geschmissen. Ungleichmäßig viele Bevölkerungssteine werden die Spieler auf dem Plan haben, wenn der Vulkan nun endgültig ausbricht.

Wollten eben noch alle das Naturschauspiel beobachten, wird allen klar, die Lavaströme machen vor der Stadt nicht Halt. Schnell sind an einigen Stellen glühende Massen in der Stadt zu sehen, die alles verbrennen zu drohen, was sich ihnen in den Weg stellt. So rennt nun die Bevölkerung um ihr Leben, um aus der Stadt herauszukommen.

Wer jetzt am Zug ist, muss zunächst ein Lavaplättchen in der Stadt platzieren. Das möglichst so, dass die Steine der Mitspieler bedroht werden und die eigenen weiter eine gute Chance zur Flucht haben. Anschließend setzt er zwei Steine genau so weit, wie Figuren auf seinem Startplatz stehen. So kann ein Feld günstig aussehen und eine Bewegung von vier Feldern bedeuten. Doch kaum macht sich der erste Stein von seinem Spieler gesetzt in Richtung Stadttor auf, dürfen die zurückgebliebenen nur noch drei Felder weit laufen. Wer allein in der Stadt umherirrt, hat es schwer, den sich in sechs Ecken ausbrechenden Lava zu entkommen. Deshalb gilt die Sonderregel, dass ein einzelner Stein auch einen Doppelzug machen darf. Das ist bitter notwendig, denn die ersten Stadttore sind schnell mit Lava versperrt, Umwege nötig. Doch auch am Nebentor rollen schon von zwei Seiten die glühenden Rinnsale heran. Der Spieler, der die meisten Bevölkerungssteine aus der Stadt retten konnte, gewinnt das Spiel. bei Gleichstand gibt die geringe Zahl von Figuren im Vulkan den Ausschlag.

Was einfach wirkt, mausert sich schnell zu einem knallharten Spiel der eigenen Zugoptimierung. Immer mehr Bevölkerungssteine werden von der Lava getroffen und in den Vulkan geschmissen. Das ist thematisch makaber, aber spielerisch sehr gelungen umgesetzt. Der Wettlauf um das eigene Leben wird spürbar, Nervosität macht sich am Spielbrett breit. Das Spiel fesselt und bietet frische Komponenten, die erfreulich eingängig sind und dennoch sehr viel Raum für taktische Kniffe lassen. Der Zugmechanismus ist zwar bekannt, sorgt hier aber für einen ganz wichtigen Bestandteil des Wettlaufs. Der Glücksfaktor ist vorhanden, aber nicht so groß, wie es zunächst scheint. Denn die Verteilung und auch die Anzahl der eingesetzten Bevölkerungssteine am Anfang ist eher nebensächlich. Wichtiger ist, wo die Lava lang läuft und wie man die eigenen Figuren bewegt. Ein Spiel, das sowohl für Familien als auch für Hardcore-Spieler sehr interessant ist und besten Wissens empfohlen werden kann.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
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