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Neuland

Neuland Neuauflage 2008

Neuland Neuauflage 2008
© Reich der Spiele

Neuland wurde 2008 in einer überarbeiteten Version neu aufgelegt. Die Version aus dem Jahr 2004 wird als bekannt vorausgesetzt, daher werden hier nur die Veränderungen erwähnt. Bevor jedoch die beiden Versionen in ihren Abweichungen beschrieben werden, sollen zunächst die Gemeinsamkeiten herausgestellt werden: Neuland ist und war ein komplexes Spiel, keine leichte Kost, in dem sich die Spieler vorwiegend mit sich selbst beschäftigen, was aber durchaus Einfluss auf das Handeln des Gegners haben kann. Ein Spiel mit Tiefgang, einer qualitativ guten, umfangreichen Ausstattung und einer, sagen wir, eigenwilligen Regel. Auch daran hat sich in der Neuauflage leider nicht viel geändert.

Von außen nach innen betrachtet ergeben sich dann aber gleich die augenscheinlichsten Änderungen. Erweckte die Schachtel der 2004er Version noch den Eindruck, es handele sich um ein Spiel zur Errichtung eines Ökoteichs oder zum Thema „Unsere Weiden und ihre Fauna", vermittelt die Aufmachung des neuen Deckels doch eher einen Eindruck von dem, was die Spieler erwartet.

Erheblich verbessert wurde die Grafik des Spielplans (der Spielplanfelder) und der Gebäude, eigentlich des gesamten Spielmaterials. Besonders hervorzuheben ist die Gebäudeablage, auf der bereits durchgehend die Abhängigkeiten der Gebäude voneinander symbolisiert sind. Hier wird ein ganzer Produktionsweg dargestellt.

Was vorher unübersichtlich, weil es in der Farbgebung zu einheitlich und damit kaum zu unterscheiden – kurz: grottig! - war, zeichnet sich nun durch eine liebevolle Grafik aus. Insbesondere die Gebäudeplättchen verdienen nun überhaupt erst ihren Namen. Die Spielsteine wurden nicht nur umgetauft (aus Produkten wurden Arbeiterfiguren), sondern auch umgestaltet und machen ihrer Bezeichnung auch physiognomisch alle Ehre. Das wird auch spielerisch logischer, da es nun die Arbeiter sind, die von Gebäude zu Gebäude ziehen und dort Produkte herstellen.

Das Ziehen der Arbeiter sowie das Produzieren von Produkten sind nahezu unverändert geblieben. Entfallen ist die Regel, dass man Nahrung auch ohne Gebäude – aber auf Kosten von drei Aktionen – produzieren kann. Stattdessen hat jeder Spieler nun einmal pro Spiel die Möglichkeit, gegen Abgabe eines speziellen Markers eine Nahrung umsonst zu produzieren. Dasselbe gilt für Holz. Die bedeutendste Änderung ist aber, dass früher die Wappen- bzw Siegpunktgebäude in aufsteigender Reihenfolge erfüllt  werden mussten; jetzt müssen sie lediglich in dieser Reihenfolge gebaut werden. Damit sind deutlich gezieltere Möglichkeiten für restliche Siegpunkte möglich

Damit hat es sich im Wesentlichen mit den Änderungen. Ein paar Begriffe wurden noch angepasst; aus Fortschritten wurden Besitztümer, aus Siegpunkten Wappen.

Was leider nicht viel besser geworden ist, ist die Spielregel an sich. Dabei ist es gar nicht so einfach, in Worte zu fassen, warum einem das Lesen der Regel schwerer fällt, als bei vergleichbaren Spielen. Die Regel ist nun zumindest klar strukturiert und wird durch zahlreiche Illustrationen ausreichend unterstützt. Es ist sicher zum einen die ungewöhnliche Mechanik, dass ein Produkt durch Setzen eines Spielsteins produziert und erst in einem weiteren Schritt durch die Wegnahme desselben abgegeben, also verwendet wird. Damit geht auch eine nicht immer ausreichend dezidierte Verwendung von „Produktabgabe" und „produzieren" einher.

Das neue Neuland ist demnach so neu nicht. Dennoch macht der deutlich verbesserte Spielplan und das Material aus dem alten Neuland ein neues. Da das Auge ja bekanntlich mitspielt, lohnt sich daher die Investition in ein Neuland 2008.


Hinweis

Der Spielablauf wird in der Rezension des Originals beschrieben. 

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