San Francisco Cable Car

eine Spielerezension von Ingo Krüger - 04.01.2010
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San Francisco Cable Car von Reich der Spiele

„Bei mir ist eine Spielidee nie fertig und beendet. Im Laufe der Zeit, wenn ich auf ein Spiel schaue, denke ich oft, dies oder jenes hätte man anders machen können oder würde ich heute anders machen.” So äußerte sich Spieleautor Dirk Henn in einem Interview auf Reich der Spiele zu seinem Spiel San Francisco Cable Car. In der praktischen Umsetzung sieht das so aus: Was früher als Metro über die Ladentische ging, liegt heute als San Francisco Cable Car im Regal. Eine detaillierte Erklärung der Spielregeln findet sich daher schon unter Metro und erübrigt sich an dieser Stelle.

Die Spielidee ist erhalten geblieben: Jeder Mitspieler bekommt bestimmte Bahnhöfe zugeteilt, von denen aus er versuchen muss, mit Schienenplättchen möglichst lange Bahnstrecken zu legen. Bei Metro untertunnelte man das Paris des Fin de siècle, nun soll der öffentliche Personennahverkehr von San Francisco aufgebaut werden. Daraus ergibt sich die größte Änderung im Spiel: die Grafik. Laut Dirk Henn sollte der „dunkle Plan freundlicher gestaltet werden”. Daher wird nun nicht mehr, wie noch bei Metro, unter Tage im Dunkeln gegraben, sondern bei Tageslicht an der sonnigen Westküste der USA. Das Vorhaben, den Spielplan optisch aufzupeppen, ist einerseits gelungen, andererseits aber auch nicht. Die Gebäude sind sehr schön gestaltet und ergeben ein hübsches Stadtpanorama. Leider, dies mag aber auch an der Sehschwäche der Spieltester liegen, ergeben die gelegten Strecken ein bei zunehmender Bautätigkeit unüberschaubares Wirrwarr. Das Auge erfreut sich zwar am Spielplan mit dem San Francisco des beginnenden 20. Jahrhunderts sowie den ansehnlichen Spielsteinen und -plättchen, findet sich aber bald nicht mehr zurecht und sucht angestrengt nach den Bahnrelationen in der Stadt.

Es gibt noch eine Erweiterung zu San Francisco Cable Car: die Aktienversion. Positiv, dass das Spielmaterial nicht zusätzlich erworben werden muss, sondern dem Grundspiel beiliegt. Jeder Spieler versucht, sich Aktienanteile an Betreibergesellschaften („Companies” genannt) zu sichern. Nun gilt es, diesen Gesellschaften möglichst lange und damit punktreiche Strecken zu bauen. Es ist möglich, an verschiedenen Gesellschaften Anteile zu besitzen. Diese Variante, die Metro nicht bot, ändert den Spielcharakter. Jeder Spieler muss sich nun nicht mehr nur um eine Farbe bzw. „Company” kümmern, sondern möglicherweise um mehrere. Keine schlechte Idee, doch leider nimmt die Unübersichtlichkeit noch zu. Doch, wie schon erwähnt, dies mag auch an den Augen des Betrachters liegen. Wer Gefallen an Metro gefunden hatte, sollte auch an San Francisco Cable Car seine Freude haben.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Fotos
San Francisco Cable Car von Queen Games
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