Schildkrötenrennen

eine Spielerezension von Frank Riemenschneider - 31.10.2005
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Schildkrötenrennen von Reich der Spiele

Was machen Schildkröten den lieben langen Tag? Sie liegen faul in der Sonne und warten auf das Event des Tages: Schildkrötenrennen in der Zehn-Felder-Distanz. Siegerpreis ist ein Kopfsalat und den hat man sich wahrlich verdient, wenn man nach etwa 20 Minuten das Rennen beendet hat. Doch vor dem Preis haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt.

Am Anfang des Spiels liegen noch alle fünf Schildkröten in verschiedenen Farben gemeinsam um das Startfeld herum. Der Motor, der die Schildkröten zum Ziel treibt, sind 52 Spielkarten in sechs Farben. Diese werden gemischt und jeder Spieler bekommt fünf Karten ausgeteilt. Damit das Spiel in Fahrt kommt, ist die sechste Farbe Neutral gehalten und für jede Schildkröte einsetzbar. Sonst bewegt man die Schildkrötenfarbe, die auf der Spielkarte angegeben ist. Das allein würde schon für ein Kinderspiel reichen. Aber damit auch die größeren Kinder ihren Spaß haben, ist auf den Spielkarten die Zugweite vorgegeben. Sie variiert zwischen ein und zwei Feldern vorwärts und einem Feld rückwärts. Wobei es bei der neutralen Farbe fünf Karten gibt, die nur für die Schildkröten auf der letzten Position eingesetzt werden können. Als Bluffelement zieht jeder Spieler verdeckt ein Farbkärtchen und hält es vor den anderen Spielern geheim. Wer am Zug ist, spielt eine Karte aus, zieht die entsprechende Schildkröte und ergänzt seine Kartenhand wieder auf fünf Karten.

Da Schildkröten von Natur aus recht clever sind, lassen sie sich gerne von anderen Artgenossen tragen. Auf den Felder müssen sich die Rennläufer nämlich stapeln. Das ist für die Schildkröte, die oben thront, ein nicht unerheblicher Vorteil, wenn es Richtung Ziel geht. Schildkröten aus den unteren Etagen tragen alle Konkurrenten, die über ihnen sind, mit. Dummerweise gilt das auch für die Karten mit dem Rückwärtsschritt. Was dann natürlich zur Erheiterung bei den Mitläufern führt. Versucht man doch mit solchen Aktionen die Farbe der Mitspieler zu erraten.

Wenn das Rennen gestartet wird, kommt ziemlich schnell der Gedanke: Man, das läuft aber flott. Jeder versucht, seine Farbe auf einen Schildkrötenturm zu bekommen, damit zügiges Vorankommen angesagt ist, auch wenn man gerade keinen Zug macht. Mit der Schnelligkeit ist es aber bald vorbei. Auf den letzten Feldern gerät das Rennen ins Stocken. Jeder Spieler kämpft mit dem Problem der knappen Karten in der eigenen Farbe. Natürlich hält man die guten Karten der anderen Spieler fest und hofft auf das richtige Händchen beim Nachziehen. Wer Minuskarten gehortet hat, setzt sie spätestens jetzt ein, denn der Sieger ist die erste Schildkröte auf dem letzten Feld. Kommt ein Schildkrötenturm auf dem Zielfeld an, hat die unterste Schildkröte gewonnen. Danach wird aufgeklärt, wer mit welcher Farbe gespielt hat. Bis das passiert, kann unter Umständen die Spannung verloren gehen, wenn die Züge der Spieler sich gegenseitig aufheben. Bei Erwachsenen Spielern mag die Schadenfreude überwiegen. Kinder unter zehn Jahren werden hier schon mal ungeduldiger und verweigern als Konsequenz eine Folgepartie. Was nicht heißt, sie spielten es nicht gerne, im Gegenteil. Aber das ganze Hin und Her ist für dieses Alter etwas anstrengend. Es müssen doch einige Regeln beachtet werden, die über ein "normales" Kinderspiel hinausgehen.

Ein großes Lob geht an den Illustrator von Schildkrötenrennen. Man sieht dem Spiel an, diese Arbeit hat ihm sichtlich Spaß gemacht. Die Gestaltung von Spiel und Schachtel in verschiedenen Grüntönen ist gut gelungen, das Auge spielt mit.

Auf der Schachtel wird das Alter mit "ab fünf Jahren" angegeben, was in Anbetracht der Spielmöglichkeiten zu tief gegriffen ist. Ab sechs (wie in der Regel steht), eher ab sieben Jahren kann dieses Spiel empfohlen werden.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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