Abenteuerland

eine Spielerezension von Jörn Frenzel - 24.09.2015
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Familienspiel Abenteuerland - Foto von Haba
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Ein neues Spiel aus der Feder von Wolfgang Kramer, Michael Kiesling, den Autoren, die schon so manchen Klasssiker geschaffen haben, lässt mich immer wieder aufhorchen. Nicht, dass mir alle Spiele der beiden gefallen hatten, aber der Großteil war schon gut durchkomponiert. Und nun kommt ein Spiel in der neuen Familienreihe bei Haba heraus. Genau, Haba versucht nach langer Zeit, mal wieder neben der Kinderspielreihe auch im Familienbereich zu punkten. Das hat man vor zwanzig Jahren schon versucht und ist dann aber schnell wieder zu seinem erfolgreichen Kinderspielbereich zurück. Auch damals war mit Klaus Teuber ein renommierter Autor mit an Bord, und sie tun es wieder!

Nach einigen Partien fällt erst mal auf, dass Abenteuerland in allen Mitspieleranzahlen hervorragend funktioniert. Die Grafik ist von Franz Vohwinkel ebenso gut erkennbar gezeichnet worden, und das Spielmaterial ist nicht zu beanstanden! Der gewisse Reiz wird noch dadurch erhöht, dass es drei Abenteuer zu spielen gilt, deren Spielziele am Ende immer anders erreicht werden müssen. Das fordert, je nach Abenteuer immer eine andere Spielweise heraus, bei der aber jedes Abenteuer seine Reize hat. Das Spiel funktioniert dabei ganz einfach, wobei es nicht als einfach hingestellt werden sollte.

So läuft das Spiel Abenteuerland

Der koordinatenmäßig angelegte Spielplan wird, je nach Spielerzahl, von den Abenteurern am Rande gesäumt. Jeder hat seine Spielfiguren am Rande außerhalb des Plans stehen; und am Anfang werden acht Geländekarten aufgedeckt, die ein Grundgerüst an Material auf dem Spielplan darstellen. Dabei werden Schwerter, Kräuter, Gold und Nebelwesen in das Koordinatensystem gelegt - genau auf das Feld, das auf der Karte angegeben ist. Je nach Spieleranzahl werden Schwerter und Gefährten noch aussortiert. Soweit die Vorbereitung; das folgende Spiel überanstrengt auch Familien nicht! Man zieht eben zwei dieser Geländekarten und zieht danach einen Abenteurer seiner Farbe zweimal oder zwei Abenteuerer einmal beliebig weit. Dabei wird nur nach Süden und Osten gezogen, niemals in die andere Richtung! Landet man dabei auf einem von Gold, Kräuter oder Schwerter besetzten Feld, nimmt man das betreffenden Fundstück an sich. Gefährten die dort stehen, nimmt man als Teamkämpfer mit. Zieht man dann auf ein Feld mit einem Nebelwesen, muss man dieses besiegen, um die aufgedruckte Punktezahl zu erhalten.

Dabei gilt: Der Abenteurer hat einen Stärkepunkt, dazu jeder mitgenommene Gefährte einen Punkt, und das Schwert wird als Kampfwürfel benutzt, wobei ein aufgedruckter Wert die Würfelzahl noch erhöht. Ist dann die erreichte Würfelzahl höher als die des Nebelwesens, hat man dieses besiegt und bekommt die Siegpunktzahl. Reicht das nicht, kann man gegen Abgabe eines Goldplättchen noch mal einen Würfel werfen oder Kräuter abgeben, deren aufgedruckte Zahl im Nachhinein zur Kämpfstärke dazugerechnet werden.  Das Spiel endet, wenn im Vorrat keine Gefährten und Schwerter mehr sind. Dann gewinnt derjenige, der am weitesten auf der "Kramerleiste" vorne steht.

Wie gut ist das Familienspiel Abenteuerland?

Dabei entsteht nie der Gedanke an ein martialisches Spiel. Es ist ein echtes Familienspiel, das in all meinen Runden sehr gut gefiel. Aber auch bei den sogenannten Vielspielern war das Interesse groß. Am Anfang hieß es immer: "Was ist das denn?", um dann am Ende doch noch ein anderes Abenteuer auszuprobieren.  Abenteuerland entfaltet seinen Reiz während der Partie und die Abenteuersteigerungen kamen gut an. Da ist wohl noch Platz für Erweiterungen - ich würde sie kaufen! Denn schon die drei Grundabenteuer spielen sich jedesmal erfrischend anders, da die Punktevergabe immer anders abgehandelt wird. So verändert sich jedesmal die Taktik des Spiels. Den beiden Autoren-Altmeistern ist mal wieder ein gutes Spiel gelungen, das durchaus zu den sehr guten Titeln ihrer Karriere gehört.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
Fotos
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