Die Cuboro Marmelbahn

eine Spielerezension von Michael Weber - 15.02.2003
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Cuboro Marmelbahn von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Es könnte für ein mitleidiges Lächeln beim Gegenüber sorgen, wenn man in einem gesetzten Alter davon schwärmt, mit Holzklötzen und Murmeln zu spielen. Dem ist aber mit einem ebenso mitleidigen Lächeln zu antworten, denn dem unwissenden Gegenüber kann ja nicht klar sein, was er verpasst. Also ist Aufklärung das Ziel.

Zu den Holzklötzen: Es handelt sich hierbei um akkurat gearbeitete Würfel, in die Röhren oder auf die Halbröhren eingefasst sind. Werden diese Röhren-Gebilde mehrstöckig miteinander kombiniert, entstehen Laufbahnen und Tunnel. Hat man gut geplant, gibt es in einer oberen Ebene einen Startpunkt und ganz unten ein Ziel. Durch diese Bahn kann nun der zweite Teil des Spielzeugs laufen: die Murmel - pardon, die Marmel, denn so nennen die Schweizer die kleinen Glaskugeln. Und schweizerisch ist die nun entstandene Marmelbahn durch und durch. Sie sieht nicht nur aus wie ein löchriger Käse, sondern wird auch komplett in der Schweiz hergestellt.

Seit Mitte der Siebziger Jahre gibt es die Cuboro Marmelbahn bereits. Anfangs waren es Ton-Elemente, durch die Marmeln auf die Reise geschickt wurden. Bald erkannte der Curboro-Erfinder Matthias Etter, dass Holz wesentlich besser geeignet ist. Doch Holz ist weit schwieriger zu bearbeiten. Es dauerte eine ganze Weile und einige Fehlversuche, bis eine Produktionstechnik entwickelt wurde, mit der die Marmelbahnelemente präzise hergestellt werden konnten. Das Verfahren ist aber kaum für eine Massenproduktion geeignet, das Hobby Marmelbahn damit relativ kostspielig.

Was begeistert so sehr an der Marmelbahn, dass mitleidigen Blicken von Gesprächspartnern und einem selbst auferlegten Sparwillen problemlos Stand gehalten werden kann? Es ist so ähnlich wie mit Modelleisenbahnen. Man plant, baut, probiert, baut um und hat einfach Spaß. In der Marmelbahn steckt aber noch wesentlich mehr. Um einen vernünftigen Turm zu bauen, der die Bau-Elemente sinnvoll nutzt, muss der Bahnverlauf gut durchdacht werden. Diese Planungsphase gleicht der Beschäftigung mit einem mathematischen Problem. Man könnte in diesem Baustadium die Marmelbahn als 3D-Puzzle bezeichnen.

Die Marmel kann drei verschiedene Ebenen im Würfel durchlaufen: Sie kann auf dem Würfel laufen, danach durch den Würfel und letztlich unter dem Würfel durch. Da es zusätzlich Kurven, Gefälle und "offene Turm-Falltüren" gibt, sind den Kombinationsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Und wenn dann nach einer langen Planungs- und Bauphase die Marmeln nacheinander am Ziel ankommen, erfährt man eine Bestätigung seiner Tüftelei.

Inzwischen gibt es jede Menge Zusatzkästen mit interessanten Bauelementen: Metro zum Beispiel lässt die Kugel viel durch Röhren laufen, Duo bietet dagegen zwei Kugeln gleichzeitig Wege durch den selben Würfel. Diese Zusatzkästen bieten eine fast unendliche Anzahl von Möglichkeiten, die Cuboro-Würfel miteinander zu kombinieren.

Und wenn der mitleidig lächelnde Gegenüber jetzt immer noch nicht überzeugt ist? Nun, dann fordert man ihn zu einem Bau-Wettbewerb heraus. Mit der Zielvorgabe, die Würfel effektiv zu verbauen (also möglichst alle mehrfach für die Marmelläufe zu nutzen), wird die Cuboro Marmelbahn zu einem der größten Denk-Bau-Puzzle auf dem Spielemarkt

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Jahrgang: 
1996
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Fotos
Cuboro Marmelbahn - Geschichte von Reich der Spiele
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