Eight-Minute Empire: Legends

eine Spielerezension von Hendrik Breuer - 18.02.2014
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Eight-Minute Empire: Legends - Spielszene - Foto: Hendrik Breuer
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Eight-Minute Empire (auf Deutsch: Acht-Minuten Imperium) ist ein klasse Spiel, eines der wenigen „Strategiespiele light“, die man mit ewas Übung in einer Viertelstunde durchspielen kann. Nun ist Eight-Minute Empire: Legends erschienen, nicht als Erweiterung des Erfolgsspiels, sondern als dessen eigenständige Fantasy-Variante.

In Eight-Minute Empire: Legends geht es wie im Vorgängerspiel darum, in ein paar Minuten (20 sind wohl realistischer als acht) Armeen von einem Startfeld aus in die Weltgeschichte zu entsenden, Städte als Nachschubzentren anzulegen, Regionen und Inseln zu erobern und nebenbei noch verschiedenste Karten mit Fantasy-Charakteren und verwunschenen Orten einzusammeln, kurzum: es wird wieder einmal die Weltherrschaft angestrebt, diesmal unter Zuhilfenahme von magischen Tricks und fantastischen Kreaturen. Abgerechnet wird selbstverständlich auch bei Eight-Minute Empire: Legends in Siegpunkten. Nach einer festgelegten Anzahl an Runden (z. B. acht beim Spiel zu viert) ist auch schon Schluss.

Die Spieler nehmen sich in jeder Runde eine Karte aus der Auslage und führen die Aktion auf der Karte aus, verschieben entweder ihre Armeen, bringen neue aufs Spielbrett oder gründen Städte. (Mehr zu den Grundregeln gibt’s in der Rezension des Vorgängerspiels.) Zudem gewährt jede Karte entweder einen Vorteil, der für den Rest des Spiels gilt, oder bringt extra Punkte für die Endabrechnung.

Ging es bei Eight-Minute Empire noch darum, Kartensets zu sammeln (etwa die berüchtigten Karotten oder die weitverbreitete Ressource „Amboss“), gibt es im neuen Spiel nur noch die Ware Zaubertrank, die zudem nur auf wenigen Karten zu finden ist. Entscheidender sind die extra Punkte, die man beispielsweise dafür erhält, bestimmte verwunschene Karten in seinem Besitz zu haben. Die Karten sind ebenso wie der variable Spielplan und die Städte-Marker weitaus ansprechender gestaltet als im ersten Spiel.

Eine ganze Reihe an mitgelieferten Mini-Erweiterungen, wie spielerspezifische Fähigkeiten oder Portale, die entfernte Regionen miteinander verbinden, machen das Spiel etwas variabler, ohne allerdings das Spielgefühl wirklich zu verändern. (Wenngleich einige der Marker-Eigenschaften an die Rasse-Fähigkeiten bei Small World erinnern.) Warum sollte man ein solch' schnelles Spiel auch mit unnötigem Kleinkram überfrachten, wenn es auf dem ausgezeichneten Mechanismus des blitzschnellen Ausbreitens und Eroberns basiert?

Eight-Minute Empire: Legends ist zwar ein eigenständiges Spiel, wirkt allerdings eher wie die redaktionelle Überarbeitung von Eight-Minute Empire durch einen erfahrenen Spiele-Redakteur. Das Vorgängerspiel erscheint nun auf einmal irgendwie unfertig. Man kann vermuten, dass ein etablierterer Verlag als Red Raven Games von Anfang an nur ein Spiel veröffentlicht hätte: Eight-Minute Empire: Legends.

Eight-Minute Empire: Legends ist demnach ein schöner gestaltetes Spiel als Eight-Minute Empire, dessen Spielablauf runder wirkt. Dass man mit Fantasy-Gestalten zu tun hat und keine Steine oder Tannenbäume einsammelt, ist sicherlich erfrischend und macht das Spiel auch spannender.

Sollten sich Besitzer des Vorgängers nun auch noch Eight-Minute Empire: Legends zulegen? Eher nicht, dafür sind sich beide Spiele zu ähnlich. Wer noch keines dieser beiden tollen Spiele besitzt, für denjenigen führt wohl kein Weg vorbei an Eight-Minute Empire: Legends. Ein wunderbares Mikro-Spiel: Schnell erlernt, schnell gespielt und immer wieder gerne auf den Tisch gebracht!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
8-20
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Fotos
Eight-Minute Empire: Legends - Detailansicht - Foto: Hendrik Breuer
Eight-Minute Empire: Legends - Schachtel - Foto: Red Raven Games
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