Killer Karnickel

Blaues Basisspiel + gelbe Erweiterung

eine Spielerezension von Mareike Schöbel - 30.06.2007
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Killer Karnickel von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 6 Minuten

Killer Karnickel und die Jagd nach der magischen Karotte, so der komplette Titel, ist das erste von neun Abenteuern mit dem Killer Karnickel. Während des Spiels versucht jeder Spieler, möglichst viele seiner Karnickel am Leben zu halten, während man dafür sorgt, dass die anderen Kaninchen den Löffel abgeben. Dabei sammelt jeder Spieler so viele Karotten wie möglich. Am Ende des Spiels wird erst deutlich, welches die magische Karotte ist und welcher Spieler gewinnt. In jedem Spiel ist die magische Karotte eine andere.

Das Spiel besteht aus drei Kartendecks: den Karottenkarten, den Kohlkarten und den Wasserkarten. Alle drei Decks werden vor Spielbeginn gemischt und verdeckt jeweils zu Stapel ausgelegt. Der Stapel mit den Karotten wird für die Endabrechnung bereit gelegt und vorher nicht benötigt. Dann gibt es noch die farbigen Karnickelkarten. Die blauen und gelben Karten zeigen das „krasse“ Karnickel, während auf den rosafarbenen ein „schüchternes“ Karnickel abgebildet ist. Die blauen und gelben Karten werden als Zugstapel zusammen gemischt. Die rosa Karten werden offen ausgelegt und zeigen auf der Rückseite die Karotten, die jeder Spieler sammeln muss, um das Spiel zu gewinnen. Die „Markt von Kaballa Startkarte“ wird bereit gelegt. Sie gibt die Preise an, für die die Spieler später am Markt handeln können beziehungsweise was sie dort für Kohl, Wasser und Karottenkarten zahlen müssen.

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler sieben Karten vom Zugstapel. Insgesamt gibt es fünf Kartentypen. "Run", "Spezial", "Super Spezial", "Sofort ausspielen" und "Kaballa Donna". "Kaballa Donna" stehen für das Geld im Spiel. Diese Karten werden immer sofort ausgespielt und offen vor dem Spieler abgelegt. Man zieht dann wieder eine Karte, sodass man immer sieben Karten auf der Hand hat. Die Karten kann man entweder ansammeln oder Ware auf dem Kaballa Markt kaufen. "Sofort ausspielen" unterbrechen das Spiel und werden direkt wenn sie gezogen werden wirksam. In diesem Basisspiel gibt es nur Unglück-Karten, die sofort ausgespielt werden müssen. Zieht ein Spieler diese Karte, stirbt sein Karnickel, um das Spiel gewinnen zu können, muss man mindestens ein Karnickel besitzen. Doch kommen wir jetzt erstmal zum eigentlichen Spiel.

Der erste Zug. Die erste Spielkarte ist immer eine Karnickelkarte, hat ein Spieler keine Karnickelkarte auf der Hand, darf er sich eins aus den Karten vom Zugstapel aussuchen und gibt dafür eine Handkarte ab. Hat jeder Spieler ein Karnickel, ist dies die erste Zugkarte und wird verdeckt vor den Spieler gelegt. Sie wird obere Run-Karte genannt. Hat man später im Spiel keine Karnickelkarte als obere Run-Karte, darf man alle sieben Handkarten ablegen und neue Karten ziehen. Anschließend entscheidet sich der Spieler für die nächste Handkarte, die er ausspielen möchte. Sinnvoll ist es jetzt, eine Karottenkarte auszuspielen und sich damit ein oder zwei Karottenkarten zu sichern. Legt man eine Waffenkarte, kann man damit ein gegnerisches Karnickel um die Ecke bringen. Mit einer Füttere-das-Karnickel-Karte kann man entweder ein anderes Karnickel töten oder der Gegner kann damit Wasser und Kohl kaufen und sein Karnickel retten. Viele Karten haben spezielle Fähigkeiten, die jeweils auf der Karte angegeben sind. Für manche Karten benötigt man die im Spiel enthaltenen Würfel. Zum Beispiel, um zu entscheiden, wie ein Kampf ausgeht. Nachdem man sich für eine Karte entschieden hat, wird diese verdeckt unterhalb der ersten Karte gelegt. Sie heißt untere Run-Karte. Nach dem ersten Zug hat also jeder Spieler das Geld und die zwei verdeckten Karten und eine Karte "sofort ausspielen" vor sich liegen. Der erste Spieler dreht jetzt die obere Run Karte um, schiebt dann die untere in die Position der Oberen, zieht eine neue Karte vom Zugstapel und ersetzt schließlich die untere Run-Karte durch eine Handkarte.

Killer Karnickel wird in mehreren Runden gespielt. In der eigenen Runde muss ein Spieler folgende Aktionen ausführen: Entweder Spezial Karten von der Hand ausspielen, ablegen oder die obere Run-Karte aufdecken und diese ausspielen, ablegen oder in den Vorrat legen. Run-Karten kann man nur durch das Kartentauschen ins Spiel bringen. Zwei besondere Run-Karten sind rot: Cyberkarnickel und Ebola-Viruskarte. Diese Karten werden am Ende des Zuges zum nächsten Mitspieler weitergegeben und können erst durch bestimmte Karten vernichtet werden. Spezialkarten kann man entweder in den Kaballa-dolla-Vorrat legen oder ausspielen durch das Tauschen der Karten wie bei den Run-Karten. Sie kann auch statt der oberen Run-Karte direkt aus der Hand ausgespielt werden. Karten aus dem Vorrat kann man wieder ins Spiel bringen. Super Spezialkarte dürfen immer gespielt werden, auch wenn ein anderer Spieler am Zug ist. Diese Karte ist besonders praktisch, um einem Karnickel das Leben zu retten. Ein Spieler darf zwei Karten ausspielen, wenn er ein Karnickeltripel hat, das heißt, wenn er drei Karnickel in der gleichen Farbe oder des gleichen Typs vor sich liegen hat.

Jetzt noch zum Gemüse. Bevor der Spieler einen Zug beginnt, kann er sich Wasser, Kohl oder Karotten vom Markt kaufen. Einmal verfütterte Karten werden auf den Ablagestapel gelegt. Die Spieler dürfen aber auch untereinander frei handeln, wenn einer der Beiden am Zug ist. Gehandelt werden dürfen alle Karten aus der oberen und unteren Run-Position. Das Spiel endet, wenn Einer die letzte Karotte vom Markt erworben hat.

Am Endes des Spiels müssen die Spieler mindestens ein Karnickel vor sich liegen haben. Also am besten noch mal tüchtig kämpfen gegen Ende. Spieler denen das nicht gelungen ist, müssen ihre Karottenkarten an den Spieler geben, der mindestens eins hat und das meiste Geld besitzt. Sie haben verloren.

Jede Karotte bringt in der Endabrechnung einen Siegpunkt. Jetzt wird der Karottenstapel, der vorher beiseite gelegt wurde, gemischt und die unterste Karotte ist die magische Karotten, wer sie besitzt erhält zusätzlich drei Siegpunkte. Die Spieler zählen die Siegpunkte zusammen und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. Nach der amerikanischen Originalversion gewinnt der Spieler, der die magische Karotte besitzt, was das Spiel aber mehr zu einem Glücksspiel macht. Am besten man einigt sich schon vor Spielbeginn auf das Spielziel.

Killer Karnickel fällt schon durch die knallblaue Verpackung ins Auge. Nach dem Öffnen der Schachtel erwartet die Spieler ein bunter Inhalt mit farbigen Würfeln und knalligen Spielkarten, der auf den ersten Blick an ein Fantasy-Rollenspielsystem erinnert. Immerhin fällt die Anleitung mit 16 Seiten nicht zu knapp aus. Allerdings häufen sich auf den Seiten Wiederholungen, aber andere wichtige Dinge wie zum Beispiel das Kämpfen ergeben sich erst aus dem Betrachten der Spielkarten und werden in der Anleitung gar nicht groß behandelt. Mit zwei Spielern kann man das Spiel hinsichtlich des Spielspaßes getrost vergessen. Richtig interessant wird das Spiel erst mit vielen Spielern, weil man besser Karten tauschen kann und andere Karnickel jagen.

Insgesamt ist Killer Karnickel ein amüsantes Kartenspiel mit vielen schrägen Einfällen, was die Spielkarten angeht. Trotzdem fand das Spiel in unseren Spielerunden nur mäßigen Anklang, was sich auch in dem recht langen Spielverlauf begründet. Denn gerade zu Beginn zieht es sich ganz schön, bis gekämpft wird und das Spiel in den Fluss kommt oder ein Ende abzusehen ist. Also letztlich eher was für wahre Fans solch schräger Kartenspiele, die zudem über eine ordentliche Portion Humor verfügen müssen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
60
Spielkategorisierung
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