Koba Yakawa

eine Spielerezension von Carsten Wesel - 02.07.2016
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Microspiel Koba Yakawa - Foto von Iello
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Microspiele haben einen großen Vorteil, der sich vor allem in die Kürze der Regel niederschlägt. Im Falle von Koba Yakawa kann man - wie schon bei Fluxx - die Regeln kurz zusammenfassen. Mit "Draw 1 card, play 1 card" ist es schon ziemlich gut beschrieben und trifft die Regel schon etwa zu 70 %. Das ist aber nur eine von zwei Zugmöglichkeiten, wenn ich am Zug bin. Die andere ist das Austauschen der Koba-Yakawa-Karte durch eine zufällige Karte von Nachziehstapel. Diese Info hilft dem unbedarften Spieler jetzt natürlich nicht sehr, denn wer hat schon mal von so einer Karte gehört.

Worum geht es bei Koba Yakawa?

Drehen wir den Spieß also noch mal um. Wohin zeigt der Spieß jetzt? Unser Spieß zeigt auf ein Spiel, das aus gerade mal 15 Karten besteht. Um die Schachtel noch etwas größer zu bekommen und den Preis zu rechtfertigen, sind noch ein paar Token beigefügt, die in diesem Spiel als Punkte fungieren und um die man sieben Runden spielt. Dafür benötigt man allerdings acht Token, da die letzte Runde abweichend vom Standart um die doppelte Menge gespielt wird, was echt ein cooler Einfall ist und Koba Yakawa auch in der letzten Runde noch mal spannend macht. Also zumindest für die Spieler, die zu diesem Zeitpunkt noch im Spiel sind.

Oops, Spieler, die aus Spielen ausscheiden? Sowas gibt es noch? Wie spielt sich Koba Yakawa bzw. wieso scheiden Spieler aus? Ein jeder Spieler startet in das Spiel mit vier Token und versucht, diese bis zum Spielende zu vermehren. Dazu spielt er - wenn er möchte - seine Handkarte aus und setzt einen Token ein. Alle Spieler, die es ihm gleich getan haben, vergleichen nun den Wert ihrer ausgespielten Handkarte und es gewinnt der Spieler, dessen Wert den Wert aller anderen Spiele übertrifft. Hierbei kann es natürlich passieren, dass er - wenn er schlecht gespielt hat - irgendwann keine Token mehr hat. Tritt dieser Fall ein, so kann der Spieler die folgenden Runden nicht mehr mitspielen und scheidet mit null Punkten aus. Da das noch nicht alles sein kann, hat das Spiel noch einen Kniff mehr.

Welcher Kniff zeichnet Koba Yakawa aus?

Zu Anfang einer jeden Runde werden alle Karten gemischt und eine Karte - und nicht mehr - an jeden Mitspieler verteilt. Eine weitere Karte kommt als die namensgebende Koba-Yakawa-Karte offen in die Tischmitte. Sie ist es, auf die jeder Spieler ein Auge wirft, wenn er sich fragt, ob er wohl diese Runde gewinnen kann. Zum Gewinnen reicht es nämlich nicht aus, die höchste Karte zu spielen. Man muss auch mehr haben, als jeder andere Spieler (was nicht schwer klingt, aber eben auch nur die halbe Wahrheit ist). Die andere Hälfte auf dem Weg zum Rundengewinn gibt es nur für einen Spieler, und das ist der, der mit der kleinsten Karte in die Token-Bietrunde gegangen ist. Denn der unglaubliche Kniff von Koba Yakawa besteht darin, dass dieser Spieler den Wert der Koba-Yakawa-Karte zu seiner "kleinen" Karte addieren darf. Und erst nach dieser Addition wird der Sieger der Runde ermittelt.

War das schon alles? Yo, das war tatsächlich alles. Wobei ich noch sieben bis acht Worte zur Länge des Spieles verlieren kann. Wir spielen - also jedenfalls die meisten von uns - sieben Runden. Dafür werden vor Spielbeginn acht Token als Rundenzähler und -prämie bereit gelegt. Runde um Runde, in der jeweils der nächste Token ausgespielt wird und jeder Spieler wieder eine nagelneue Handkarte ausgeteilt bekommt, werden die Token und damit die Siegpunkte ein klein wenig umverteilt. Bis dann die letzte Runde kommt und einen Paukenschlag mit sich bringt: Jetzt wird nämlich nicht nur um einen, sondern - ta ta ta ta - um zwei Token gespielt. Das ist ein wahrer Abschluss des Spieles und es tut gut, zu wissen, wie lange eine Runde Koba Yakawa dauert.

Wie gut ist das Mikrospiel Koba Yakawa?

Oh, das war doch noch nicht alles, denn ein Stück "Eigene Meinung" habe ich auch noch zu verkünden. Koba Yakawa von Jun Sasaki (Iello/Superlude/Heidelberger Spieleverlag) ist ein einfaches Spiel mit wenig Tiefgang und wenig Taktik. Jeder hat nur die Wahl, von der Hand in den Mund zu leben, ähh zu spielen. Und Planung fällt dabei natürlich auch völlig flach. Man kann ein wenig taktieren, wenn die Spieler reihum ihre eine Handkarte ergänzen und das Paar begutachten. Hierbei fragt man sich allerings nicht immer nur, ob man die höchste seiner Karten auf der Hand behalten möchte, sondern überlegt auch, wie die Wirkung auf die Mitspieler sein kann, wenn man eine andere Karte direkt vor sich ablegt. Was zeige ich, wenn ich eine 13 vor mir ablege, was denke ich, wenn jemand eine Zwei ablegt? Aber das war's dann auch schon. Man kann versuchen, an diesen wenigen Entscheidungsmöglichkeiten Spaß zu finden, aber man sollte sich nicht wundern, wenn das nicht immer von Erfolg gekrönt ist und man einfach nur ein Spiel spielt, das nicht viel mehr als "banal" ist.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
9
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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