Leg los!

eine Spielerezension von Markus Nussbaum - 21.12.2014
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Spiel: Leg los - Foto von Zoch Verlag
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Es gibt ja Spiele, die überraschen, weil man sich zunächst nicht so viel davon versprochen hat. Leg Los! aus dem Zoch Verlag ist so ein Spiel, bei dem ich aufgrund des Covers zunächst gedacht habe, „naja, macht jetzt optisch nicht so viel her, aber vielleicht ist das ja ein nettes Partyspiel“. Als ich dann den Karton in den Händen hielt, war die erste Überraschung die Packungsgröße. Ein Format in der Größe des aus dem gleichen Verlag stammenden Niagara? Für ein paar Holzteile und Kärtchen? Des Rätsels Lösung sind die Stanztafeln, aus denen man zunächst mal 92 Motivkärtchen lösen darf. Die nehmen, ebenso wie die quadratische Ablagetafel, viel Platz weg. Hat man die aber alle lose in der Packung liegen, kommt diese schon etwas überdimensioniert daher. Das hätte man vielleicht eleganter lösen können, aber sei’s drum.

Neben den beidseitig bedrucken Kärtchen, die von der Abfalltonne bis zur Zahnbürste allerlei lustige Motive zeigen, enthält das Spiel eine Wertungstafel, eine Sanduhr, Ratesteine in sechs verschiedenen Farben, Zahlenkarten von 1 bis 20 und als Hauptarbeitsmaterial 33 Holzteile in den Varianten „Stäbchen“ (kurz und lang) und „Scheiben“ (klein und rot bzw. groß und gelb).

Wie wird Leg los von Zoch Verlag gespielt?

Das Ziel des Spiels ist schnell erklärt: Wer an der Reihe ist (der Künstler), hat zwei Minuten Zeit, um die auf der Auslagetafel abgelegten Motive mit den Stäbchen und Scheiben nachzubauen. Die anderen Mitspieler dürfen raten, welches der Motive gemeint ist. Wer falsch rät, ist aus der Runde raus. Wer richtig rät, legt einen seiner Ratesteine auf das erratene Motiv. Klingt erstmal simpel.

Überraschung Nummer Zwei ist aber, dass es nicht so einfach ist, zum Beispiel einen Vampir mittels Stäbchen und Scheiben überzeugend darzustellen. Zumindest so, dass es jemand mit viel Fantasie erraten kann. Der Künstler ist bemüht, so viele seiner Begriffe wie möglich erraten zu lassen, weil er am Ende für alle auf dem Plan liegenden Ratesteine Siegpunkte kassiert. Leider sind ihm dabei einige Faktoren im Weg: Zunächst mal darf man sich nicht aussuchen, welchen Begriff man legt, sondern zieht verdeckt eines der gemischten Zahlenkärtchen (in der Basisvariante von 1 bis 16). Auf der Ablagetafel liegen willkürlich ausgesuchte Motivkärtchen und nur das mit der gleichen Nummer darf gelegt werden. Zusätzlich sind nach jedem fertig gebauten Objekt die verbauten Materialen aus dem Spiel und man darf nur noch die restlichen Holzteile verwenden. Da es diese in unterschiedlichen Mengen gibt, kann es gegen Ende wirklich schwer werden. Wer schon einmal versucht hat, nur aus kurzen Holzstäbchen eine Paprikaschote nachzubilden, weiß was gemeint ist.  

Wie gut ist das Spiel Leg los?

Das Zeitlimit von zwei Minuten sorgt für Hektik beim Künstler und wer das Gefühl hat, dass das vorgegebene Motiv nicht darstellbar ist oder einfach nicht geraten werden kann, der darf zwar zum nächsten Motiv übergehen, hat aber wertvolle Zeit verloren. Hinweise zu geben, ist übrigens neben einigen anderen Verboten streng untersagt! Und schlussendlich scheitert so mancher angehende Künstler einfach an der Vorstellungskraft seiner Mitspieler. Denn – Überraschung Nummer Drei – es gibt mehr Legelegastheniker als man denkt. Diese Spieler sind entweder nicht in der Lage, auch nahezu eindeutig gelegte Motive zu erkennen („Was? Das soll eine Kirsche sein? Das sieht doch aus wie der Hai.“) oder aber zu legen („Ich habe jetzt mal nur dieses eine Detail des Fieberthermometers herausgearbeitet“). Im schlimmsten Fall liegt beides vor. Für den Künstler ist das mitunter frustrierend, für die Mitspieler aber sehr lustig. Bis man dann selbst Künstler ist und sich mit 16 neuen Motiven abmüht, denn jeder ist mal dran und dann ist das Spiel auch schon vorbei, wird aber sicherlich direkt nochmal gespielt.

In der sogenannten “Profivariante“ werden die Motive mit Hilfe einer Zahlenleiste und vier weiteren Zahlenkärtchen auf 20 aufgestockt, ansonsten ändert sich aber nichts. Mir macht das Spiel auch in kleiner Besetzung mit drei Spielern sehr viel Spaß und ich kann es daher – nicht überraschend – nur weiterempfehlen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8-
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2014
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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