Okavango

eine Spielerezension von Jochen Pausch - 26.07.2019
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Okavango - Ausschnitt - Foto von Jumbo
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Okavango (Jumbo) ist ein Spiel für 2-4 Spieler ab 8 Jahren von Wolgang Kramer und Michael Kiesling. Okavango ist ein 1700 km langer afrikanischer Fluss. Dieser Fluss spendet vielen Tieren notwendiges Wasser und besonders das Delta beherbergt eine große Anzahl an unterschiedlichen Tierarten.

Um was geht es in Okavango?

Das Spiel ist vom Grundprinzip eigentlich sehr einfach. Treibe deine Tiere als Herde zu einem der begrenzten Plätze an den Deltaarmen oder Wasserstellen, um Punkte zu erhalten. Vertreibe dabei eine bereits anwesende Herde. Ein Vertreiben ist allerdings nur möglich, wenn du mehr oder gleich viele stärkere Tiere anlegst. Die vertriebenen Tiere nimmst Du wieder in deinen eigenen Vorrat und kannst somit weitersammeln, um diese erneut zum Vertreiben anderer Herden zu verwenden. Das Spiel endet, sobald alle weiß markierten Felder verdeckt sind. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Wie spielt sich Okavango?

Jeder Spieler hat zu Beginn sechs Tiere geheim bei sich ausliegen. An jeder Wasserstelle, bzw. am Delta liegt bereits jeweils ein Tier aus. Okavango umfasst insgesamt drei Phasen.

  1. In der ersten Phase werden alle Tiere von einer Wasserstelle genommen, dabei dürfen keine Tiere zurückbleiben. Anschließend werden genauso viele stärkere Tiere oder mehr Tiere wieder an die Wasserstelle angelegt.  
  2. In der zweiten Phase werden die Siegpunkte verteilt. Wenn an der betreffenden Wasserstelle alle weißen Felder verdeckt sind, bekommt der aktive Spieler die Siegpunkte der Wasserstelle gutgeschrieben. Auf den Deltaarmen funktioniert dies ebenso. Sobald allerdings ein Delta voll ist, kommt dieses aus dem Spiel.
  3. In der Dritten Phase wird das eigene Reservat wieder aufgefüllt. Hierbei ist zu beachten, dass nur Tiere mit einem niedrigeren Rang genommen werden dürfen, als man selber gerade ausgelegt hat. Alternativ kann auch ein Joker genommen werden.

Okavango - Spielmaterial - Foto von Jumbo

Okavango endet, wenn alle Wasserstellen besetzt sind (die weißen Felder verdeckt sind). Sobald dies eintritt, wird die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Wo ist die Herausforderung bei dem Spiel?

Eigentlich würde die Partie einfach nur so dahinplätschern. Ich nehme Tiere von einer Wasserstelle, platziere eigene und nehme mir zusätzliche Tiere aus der Auslage. Die Herausforderung kommt erst dadurch, dass man schauen muss, welche Tiere aktuell an den Wasserstellen ausliegen, welche sich in der Auslage befinden und welche Tiere man bereits auf der Hand hat. Es ist auch vorteilhaft zu beobachten, was die anderen Spieler sammeln. Man muss für die letzten Runden nämlich eine gute Sammlung an starken Tieren haben, um bei den großen Punkten mitsammeln zu können. Wenn man dabei nicht aufpasst, kann man einen Vorsprung sehr schnell verlieren und am Schluss den Sieg aus den Händen geben. Bei diesem Spiel passt der Spruch "am Ende schei*t die Ente" definitiv.

Fazit

Das Brettspiel ist sehr abhängig von der vorausschauenden Planung. Wer seine Spielzüge nicht weitsichtig plant, hat es schwer in diesem Spiel. Zu viert wird das allerdings sehr schwer, wodurch das Spiel zu viert seinen Reiz bereits wieder verliert. Am Besten spielt es sich dritt, zu Zweit spielt es sich aber auch sehr gut. Nachteilig ist, dass es am Anfang keine Punkte gibt, dies verleitet manche Spieler dazu, die falsche Taktik zu wählen, um wenigsten ein paar Punkte zu sammeln, dies ist aber gar nicht so gut, denn wie bereits erwähnt, muss man sich gedulden, bis am Ende des Spiels die entscheidenden Punkte vergeben werden.

Familienspiel Okavango - Foto von JumboDas Tauschen der Karten und das Ergänzen der eigenen Karten ist ein sehr interessanter und spannender Mechanismus. Bei unseren Spielrunden hat sich aber auch gezeigt, dass dies auch schnell langweilig wird. 

Grafik und Material sind, passend zum Spielthema, optisch sehr ansprechend und sehr stabil. Ich möchte nicht kleinlich sein, aber ich habe bei den Tieren Nilpferde und Krokodile vermisst.

Da wir in unseren Runden den Wiederspielreiz nicht sehr groß einstufen, kann ich das Spiel nur Familien empfehlen, die sehr selten spielen oder gerne Abwechslung haben wollen. Die Anleitung ist sehr einfach und kurz. Man kann es also auch nach langer Zeit wieder aus dem Regal ziehen und wieder sehr schnell losspielen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2018
Spielkategorisierung
Fotos
Okavango - Spielmaterial - Foto von Jumbo
Familienspiel Okavango - Foto von Jumbo
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