Tatsu

Das Spiel der Drachenherrscher

eine Spielerezension von Daniel Wünsche - 07.12.2016
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Tatsu - Foto von HUCH! & Friends
Lesezeit: ca. 3 Minute

Tatsu wurde von Huch! & friends als strategisches Zwei-Personen-Spiel mit Backgammon-Mechanismus angekündigt. Und unter all' den neuen, bunten Brettspielen lasse ich keine Aufforderung zu einer Runde Backgammon aus. Es ist einfach ein schönes Spiel, was Glück und Taktik zusammen bringt. Eine schöne Abwechslung zu dem, was sonst den Spieletisch besiedelt. So war ich sehr gespannt, ein Spiel von John Yianni zu testen, welches sich der Backgammon-Mechanismen bedient. Ein bisschen Thema kann auch Backgammon nicht schaden.

Spielablauf bei Tatsu

In Tatsu umkreisen sich die beiden Spieler auf einem kreisrunden Spielplan mit ihren Drachensteinen, jeweils in entgegengesetzter Richtung. Dabei stellen die Steine Rankendrachen, Wasserdrachen und Feuerdrachen dar. Rankendrachen haben die Fähigkeit, andere Drachen festzuhalten, Wasserdrachen spülen Drachen vom Spielplan wieder zurück in den Vorrat und Feuerdrachen vernichten gegnerische Drachen. Um neue Drachen auf seine Matte und von dort in den Arena-Bereich zu bekommen, muss der Spieler auf eines der sechs farbigen Eck-Segmente ziehen. Um einen anderen Drachenstein zu beeinflussen, müssen die beiden Drachen aufeinandertreffen. Dazu wirft der Spieler zwei Würfel und kann, wie im Backgammon, alle Augen mit einem Stein ziehen, oder sie wie gewünscht, auf zwei Steine aufteilen. Sollte ein Spieler entweder durch seinen eigenen Drachenstein oder einen gegnerischen Rankendrachen festgehalten werden, kann er sich befreien. Dazu verzichtet er auf den höheren Würfelwurf und zieht die andere Augenanzahl. Ein Spieler gewinnt, wenn der Gegner keinen Drachen mehr auf dem Spielplan und seiner Matte oder der Gegner alle Drachen einer Sorte verloren hat.

Wie gut ist das Zwei-Personen-Spiel Tatsu?

Das klingt für den geneigten Spieler abstrakter Spiele nun spannender, als es tatsächlich ist. Hier hilft auch eine tolle Geschichte um Prinzessinnen, Magier und ewig andauernde Duelle nichts. Denn genau das ist es. Tatsu ist ein scheinbar ewig andauerndes Umkreisen der Drachensteine. Als Spieler ist man auf sein Würfelglück angewiesen und versucht, seine Drachen mit anderen eigenen Drachen zu schützen. Das führt dazu, dass sich nur wenige Drachen frei bewegen können und es ein Lauern auf den einen schlechten Wurf des Gegners ist oder auf eine Unachtsamkeit. Selbst wenn klar ist, dass ein Gegner sicher keine großen Sprünge mehr macht, kann sich das Spiel in die Länge ziehen.

Weiter geht es mit der Verpackung von Tatsu: Hier hat die Marketingabteilung geschlafen. So verpackt man heute keine Brettspiele mehr. Die Spielsteine, die zugegeben sehr hübsch gestaltet sind, sind teilweise im transparenten Deckel untergebracht. Ist das Spiel das erste Mal ausgepackt, gibt es im Tiefziehteil, dass aus der Karton-Umverpackung gezogen werden muss, genug Platz für alle Steine. Das lässt jedoch eine ziemlich hässliche Schachteloberseite übrig. Die nächste Frage, die wir uns gestellt haben: Warum liegt Tastu nur ein Satz schwarze Würfel bei? Im Backgammon hat jeder seinen Satz Würfel, hier müssen diese jedoch ständig hin und her gereicht werden.

Ich habe nun eigentlich genug auszusetzen gehabt, aber ich muss leider noch einen drauf setzen. Das Spielmaterial riecht nach einigen Spielrunden immer noch nach der "Plastikproduktion". Dieser Geruch trübt das Spielvergnügen doch nochmal um einiges mehr und scheint nicht so schnell verschwinden zu wollen.

Tatsu ist bei uns komplett durchgefallen. Wir spielen andere abstrakten Titel wie Kamisado, Yinsh oder Onitama wirklich sehr gerne. Diese zeichnen sich oft durch ein einfaches Regelwek und einer großen Spieltiefe aus. Aber Tatsu kann hier spielerisch nicht überzeugen. Eigentlich sehr schade für Prinzessin Kushinada, die jetzt wohl doch Single bleiben muss. Wenn die Spielzeit oft nicht so lang gewesen wäre, könnte man über den sehr hohen Glücksanteil hinwegsehen. Aber 30 bis 40 Minuten seine Spielsteine im Kreis zu bewegen, macht schlichtweg keinen Spaß.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30-40
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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