Spielgefühl: Die Crew

Hammerspiel mit Stich

ein Spiele-Artikel von Bernhard Zaugg - 08.12.2019
Die Crew - Ausschnitt - Foto von Kosmos
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Im Vorfeld der kürzlichen Messe in Essen 2019 hatten nur wenige Insider davon gesprochen; nachher war das Spiel dann in aller Munde. Und man kann schon jetzt ohne Übertreibung sagen, dass Die Crew nicht nur wie eine Bombe eingeschlagen hat, sondern all die Aufmerksamkeit und Aufregung auch wahrlich verdient! Jedenfalls ist es zurzeit das Spiel, das in meinen Testrunden mit Abstand am meisten gespielt wird. Und nicht wenige der Beteiligten sind am nächsten Tag gleich losgelaufen und haben sich ihr eigenes Exemplar für weitere Testpartien und –flüge besorgt. Denn schließlich handelt Die Crew von einem Test- und Ausbildungsprogramm für Weltraumflüge, doch ist das eigentlich kaum von großer Bedeutung.

Stattdessen ist Die Crew eines jener Spiele, die man gerne selber entwickelt hätte. Und man kann sich echt fragen, weshalb niemand zuvor schon die Idee dieses nahezu genialen Konzepts eines kooperativen Stickspiels mit kontinuierlich steigenden Anforderungen und Vorgaben gehabt hatte. Aber immerhin sind die Idee und das Spiel nun da und das dient letztlich uns allen.

Aber allzu viel soll gar nicht verraten werden, um den Reiz des Entdeckens nicht zu schmälern. Daher hier nur der Hinweis, dass das schlanke Stichspiel mit einfachsten Regeln aus 36 Zahlenkarten in vier Farben sowie vier speziellen Trumpfkarten besteht. Alle werden gut gemischt und gleichmäßig ausgeteilt. Daneben gibt es noch ein Missionenbuch mit Aufgaben, die durch die Gruppe gemeinsam erfüllt werden müssen, wobei die Komplexität der total 50 Missionen von Runde zu Runde steigt.

Ein Stich für den Weltraum

Bei diesen geht es meist darum, dass eine oder mehrere zufällig ausgewählte Zahlenkarten durch bestimmte Personen in einem ihrer Stiche eingesammelt werden müssen. Dabei darf grundsätzlich nichts über die eigenen Handkarten ausgesagt werden. Die einzige Ausnahme besteht im Herzeigen einer eigenen Karte, verbunden mit dem Hinweis, ob dies die höchste, die tiefste oder aber die einzige der jeweiligen Handkarten dieser Farbe ist. Und das muss dann bereits genügen …

Klar, dass dabei der Zufall beim Austeilen und Ermitteln der Hand- bzw. Aufgabenkarten eine gewisse Rolle spielen kann. Allerdings gelingt es mit geschicktem Spielen oft, selbst ausweglos scheinende Sackgassen zu verlassen und eine Aufgabe doch noch erfolgreich abzuschliessen. Und sonst nimmt man halt nochmals Anlauf mit neu verteilten Karten, die dann hoffentlich besser passen werden.

Das Ganze ist ein wahres Paradies für Spiele- und insbesondere Stichspielefans und kann problemlos ein paar wenige Runden oder aber einen ganzen Abend gespielt werden. Und für viel Abwechslung, große Spannung und beste Unterhaltung ist jederzeit gesorgt, das kann ich jetzt schon nach einer bereits überraschend großen Anzahl Partien und mit Bestimmtheit festhalten und unterstreichen – Die Crew ist der absolute Hammer!