Pocket Imperium

A Microgame Of Galactic Dimensions

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 06.10.2015
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Pocket Imperium - Foto von Ludicreations
Lesezeit: ca. 3 Minuten

"Strategisches Kleinod", diesen Übernamen hat das Kartenspiel Pocket Imperium (von David J. Mortimer/LudiCreations) in unseren Spielrunden innert Kürze erhalten. Und das nicht ohne Grund.

Wie wird Pocket Imperium gespielt?

Auf einer variabel zusammensetzbaren Spielauslage sollen mit den eigenen Raumschiffen Planeten und ganze Weltraumsektoren besetzt werden, um Mehrheitenwertungen zu gewinnen. Dazu legt jeder Spieler drei Aktionskarten in frei gewählter Reihenfolge aus, um anschließend seine entsprechenden Züge auszuführen. Nach einer vorgegebenen Anzahl Runden ist Schluss, worauf der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Zu Beginn der Partie wählen alle Mitwirkenden frei ihre ersten beiden Planeten aus, die sie mit zwei eigenen Raumschiffen belegen. Nachher können in jeder Runde zusätzliche Raumschiffe eingesetzt (Expansion), eigene Raumschiffe auf Nachbarfelder verschoben (Expedition) oder aber gegnerische Stellungen angegriffen werden (Invasion). Die Reihenfolge dieser Manöver ist frei wählbar. Dabei sind die jeweiligen Aktionen wertvoller und mächtiger, wenn möglichst wenige der unmittelbaren Tischnachbarn im gleichen Zug dasselbe tun wollen. Ohne Konkurrenz darf das Gewählte bis zu dreimal ausgefüht werden und sonst halt zwei- oder gar nur einmal, wenn Nachbarn ebenfalls die gleiche Aktion ausgewählt haben.

Im Idealfall hilft ein Blick auf die Auslage, um erahnen zu können, was die Gegner vorhaben könnten. Und im Weltall beginnt es bald einmal zu brodeln. Am Ende jeder Runde gibt es nämlich Siegpunkte für Planeten der Spieler, die in einem jeweils fei ausgewählten Weltraumsektor beherrscht werden. Angriffe auf gegnerische Stellungen sind dabei von benachbarten Feldern aus möglich, wobei stets gleichviele Raumschiffe der Widersacher verloren gehen und vom Spielplan genommen werden.

Wie gut ist das Kartenspiel Pocket Imperium?

Das schließt überraschende Attacken aus dem Nichts weitgehend aus. Sinnvoll ist vielmehr der kontinuierliche Aufbau der eigenen Positionen, um dann entschlossen zuschlagen zu können. Dabei wirken die Einflussmöglichkeiten auf das Spiel anfänglich reichlich limitiert und mager, doch entdeckt man bald einmal durchaus vorhandene Freiräume. Versuche ich einen Sektor vollständig selber zu beherrschen, um maximal punkten zu können? Oder erkämpfe ich mir Planeten in einem gegnerischen Sektor, um ebenfalls zu profitieren, wenn dieser vom Gegner gewertet wird? Aber wählt dieser effektiv den betreffenden Sektor aus für seine Wertung oder hat er eine Alternative ohne unerwünschte Trittbrettfahrer wie mich?

Wichtig ist dabei die Entwicklung des Geschehens auf dem Spielplan und die strategische Planung der Spieler. Wer zu früh seine Stellungen forciert, beispielsweise weil sich die Gegner gegenseitig bekämpfen, läuft Gefahr, später von diesen gemeinsam angegriffen zu werden, worauf dann vielleicht jemand anderes profitieren und davonziehen wird. Das kann faszinieren oder auch frustrieren, je nach dem jeweiligen Spielverlauf und den getroffenen und später durchaus wieder gebrochenen Absprachen am Spieltisch.

Pocket Imperium zeigt, dass einigermaßen anspruchsvolle Spiele nicht unbedingt in einer großen Schachtel und mit komliziertem Regelwerk daherkommen müssen. Es macht aber auch deutlich, dass limitierte Aktionsmöglichkeiten halt doch meist zu eher uniformen Abläufen führen. Wenn alle möglichst lange unscheinbar bleiben, sich nicht zu früh exponieren und lieber solide Stellungen aufbauen wollen, um dann kurz vor Spielende entschlossen angreifen und lukrative Positionen erobern wollen, gehen die jeweiligen Partien meist sehr eng und ohne schon lange im Voraus absehbaren Sieger aus. Mehr kann und will das hübsche kleine Spiel nicht bieten und mehr ist auch gar nicht nötig, selbst wenn die Trennlinie zwischen Erfolg und Niederlage recht schmal und oft etwas willkürlich erscheint. Die nächste Partie wird vielleicht ganz anders enden, ich muss sie nur geschickter angehen!

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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