Das Manager Spiel

eine Spielerezension von Ingo Krüger - 31.10.2005
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Das Manager Spiel von

Ach, es ist schon eine rechte Plage, ein Unternehmen zu führen. Nichts als Überstunden, renitente Betriebsräte und unfähige Mitarbeiter, die einem den Arbeitsalltag erschweren. Und Feierabend kennt ein Manager schon gar nicht. Frühestens spät in der Nacht kommt er endlich nach Hause. Frau und Kinder schlafen schon, in der Küche steht noch etwas kaltes Hühnchen vom Vortag und beim Arzt war er auch schon lange nicht mehr. Dabei macht das Herz doch solche Probleme. So ein Manager, der hat es schon schwer.

Für alle Ignoranten, die das immer noch nicht wahrhaben wollen, gibt es das Spiel zur Zeitschrift. Nach der Lektüre des monatlich erscheinenden "Manager Magazins" (bei einem Probeabo gibt es schon einmal eine Fliegerarmbanduhr, die auch noch 30 Meter unter Wasser funktioniert) kann sich der geneigte Leser mit zwei bis sechs Mitspielern zusammensetzen und das harte Leben der Leistungs- und Entscheidungsträger mit dem Manager Spiel nachempfinden.

Um in diesem Spiel zu punkten, wollen der Betriebsrat, der eigene Lebenspartner (oder auch die Partnerin), der PR-Chef und andere widerspenstige Gestalten im Leben eines Managers mit "Rhetorik, Gestik und Mimik" (Spielanleitung) überzeugt werden. Warum soll eine Kunstskulptur in der Firma aufgestellt werden, wieso ist Teamarbeit so schön oder soll man für schlappe 2.500 Euro die eigene Firma ausspionieren? Fragen, mit denen sich ein Manager (aber auch eine Managerin, so es sie denn gibt), eben so beschäftigen muss. Dabei steht nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung. Auch das ist sehr realistisch, denn wie ein jeder weiß, müssen Manager in Sekundenschnelle Entscheidungen fällen, die tausende Arbeitsplätze schaffen oder zerstören, die Aktienkurse nach oben oder unten schnellen lassen. Das endlich nachempfinden zu können, ist der große Verdienst des Manager Spiels.

Leider ist die Ausstattung des Spiels eher dürftig zu nennen, der Spielmechanismus durchaus entwicklungsfähig und die Verpackung müsste auch nicht so Rohstoff verschwendend gestaltet sein. Ach ja, in dem Spiel gibt es auch den "fiesen Kollegen" (wer kennt ihn nicht?). Er harrt der Enttarnung durch den gewieften Manager. Sollten wir ihn im wirklichen Leben in der Kaffeeküche antreffen, so schenken wir ihm dieses Spiel.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 7
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
16
Spieldauer (Minuten): 
120
Jahrgang: 
2003
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