Monuments

Wunder der Antike

eine Spielerezension von Michael Weber - 26.03.2009
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Monuments von Reich der Spiele

Monuments versetzt die Spieler in die Zeit der großen Weltwunder und ähnlich bemerkenswerter Bauwerke. Es geht thematisch um den Baufortschritt bei zum Beispiel Bet Hamikadash, Artemision, Colosseum oder Pharos. Während die Spieler versuchen, möglichst viele der dazu passenden Karten vor sich abzulegen und so einen Bauplatz markieren, müssen sie zugleich Geschichtsschreiber beauftragen, den Stand der Dinge in Berichtsform festzuhalten. Der sich daraus entwickelnde Spannungsbogen sorgt für Spielspaß und kürt am Ende den taktisch Klugen als Sieger.

Das Spiel ist vordergründig simpel. Wer an der Reihe ist, spielt entweder einen Monumentzug oder einen Geschichtsschreiberzug. Im Monumentzug kann der Spieler drei der folgenden Aktionen ausführen: Karte aus offener Auslage oder vom Nachziehstapel ziehen, Karten ausspielen und damit ein Monument errichten oder erweitern oder Siegpunkte erwerben. Die Auswahl ist häufig schwer, denn nicht selten kann man keine passenden Karten ausspielen, um ein Bauwerk vor sich entstehen zu lassen. Das jedoch sollte frühzeitig geschehen, denn nur jeweils zwei Spieler dürfen gleichzeitig an einem Monument arbeiten, also passende Karten  vor sich ablegen. Andererseits sind die nachzuziehenden Karten nicht immer erste Wahl. Und für Siegpunkte verschwendet man Monumentkarten, da nur diese zu Punkten gemacht werden können. Im späteren Spiel dagegen ist dieser Teilzug mitunter ein Segen, da so Monumentkarten zu Punkten gemacht werden können, die sonst keinen Nutzen mehr bringen.

Irgendwann sollten aber auch die Geschichtsschreiberzüge gewählt werden. Jeder Spieler hat abhängig von der Spielerzahl bis zu vier Geschichtsschreiber, die bei Spielende satte Minuspunkte bringen. Es sei denn, sie werden vorher eingesetzt. Dazu schickt man sie los, die aktuellen Monumente der Mitspieler zu begutachten. Jeweils eine Kate davon nehmen sie allen Spielern reihum weg und setzen sie so in das Buch der Geschichte. Das heißt, das Bauwerk wandert auf einer Zählleiste ein Feld nach vorne. Gleichzeitig bekommen die Spieler für ihre Geschichtszähler am Spielende Punkte in der Anzahl der gesammelten Karten sowie Bonuspunkte, wenn sie besonders viele Karten sammeln konnten. Da unbenutzte Geschichtsschreiber Minuspunkte bringen, sind lukrative Kartenauslagen schnell umkämpft und abgeräumt. Mit Pech bleibt am Ende nur eine Miniauslage für die letzten Geschichtsschreiber übrig, wenn sie überhaupt sinnvoll eingesetzt werden können.

Der Trick bei Monuments besteht also im Timing. Denn einerseits bringen Geschichtsschreiber satte Punkte (oder Minuspunkte), andererseits ist es wichtig, möglichst viele Punkte mit den Monumenten zu erzielen, indem man möglichst die Kartenmehrheit auslegt. Diese so erzielbare Punktzahl steigert sich aber erheblich, wenn Karten in das Buch der Geschichte wandern, also dem Spieler weggenommen werden. So ist einerseits der richtige Zeitpunkt für den eigenen Geschichstschreiberzug gefordert, andererseits will man möglichst viele Karten auslegen, zugleich aber fremde Geschichtsschreiber animieren, die Karten einzusammeln. Dieser Widerspruch zwischen Karten auslegen, aber auch wegnehmen lassen müssen, ist einer der Spielreizmotoren.

Die einzelnen Komponenten des Spiels sind sehr gut aufeinander abgestimmt und bieten einige taktische Möglichkeiten. Monuments braucht aber auch ein, zwei Partien Zeit, bis die Spieltiefe wirklich erkannt wird. Besonders das Zusammenwirken der Geschichtsschreiber und der Monumentpunkte erschließt sich nicht auf Anhieb. Durch den relativ simplen Mechanismus erscheint das Spiel zunächst eintöniger oder langweiliger, als es eigentlich ist. Leider wird genau das viele Spieler von einem intensiven Ausprobieren abhalten. Das ist schade, denn in Monuments steckt weit mehr, als nur Karten zu sammeln und abzulegen. Dieser spröde Charme ist Hauptkritikpunkt eines ansonsten interessanten Spiels mit fein ausbalancierten Mechanismen. Die Zweipersonenvariante ist allerdings eher eine Krücke, besser kann Monuments seinen Spielreiz bei voller Besetzung entfalten.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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