Bam!

Das unanständig gute Wortspiel

eine Spielerezension von Claudia Grothe - 01.10.2014
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Kartenspiel BAM - Foto von Pegasus
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Das Spielprinzip von Bam! (Pegasus Spiele) ist recht simpel. Es gibt achtzig Bam-Karten mit Sätzen, bei denen ein oder zwei Teile durch das Wort BAM ersetzt sind. Diese gilt es nun auf möglichst „witzige“ Weise zu ersetzen. Dazu bekommt jeder Spieler zehn Begriffskarten, aus denen er sich je nach Anzahl der zu ersetzenden BAMs ein oder zwei aussucht und sie in die Tischmitte legt.

Wie wird Bam! gespielt?

In jeder Runde wird ein Spieler zum BAM-Master. Dieser nimmt die Karten der Mitspieler, mischt sie (das geht nur bei einem gesuchten BAM, da bei zweien sonst neue Kombinationen entstehen würden) und liest den Satz auf der BAM-Karte laut vor. Das BAM ersetzt er dabei durch die vorgeschlagenen Begriffe. Anschließend kürt er den seiner Meinung nach besten Vorschlag mit einer grauen Begriffskarte als Siegpunkt und den schlechtesten mit der roten BAM-Karte als Minuspunkt. Nachdem alle Spieler die Begriffskarten auf ihrer Hand wieder auf zehn aufgefüllt haben, wird der nächste Spieler zum BAM-Master. So geht es Runde für Runde, solange man will. Am Ende kann man noch die Punkte zusammenzählen, muss man aber nicht.

Wie gut ist das Kartenspiel Bam!?

Das Spielprinzip von Bam! ist einfach und schnell erklärt. Als Party-Spiel eignet es sich für große Gruppen. Bis zu zehn Mitspieler sind auf der Packung angegeben. Sollten es jedoch ein oder zwei Leute mehr sein, können auch diese problemlos mitspielen. Da es doch recht viele Karten gibt, auf denen zwei Begriffe gesucht sind, hätte man ruhig Kartenhüllen beilegen können, um auch in diesem Fall ein Mischen der Karten zu ermöglichen, aber hier hat man wohl mehr Wert auf den Spielspaß als auf solche Feinheiten gelegt.

Absolut daneben

Der Spielspaß hängt bei dieser Art von Spiel von ungewöhnlichen und „lustigen“ Kombinationen ab. Da man sich bei Bam! die Wörter nicht selbst ausdenken muss, sondern sie nur auswählt, ist der „Humor“ quasi durch die abgedruckten Begriffe vorgegeben. In diesem Fall trifft pubertäre Albernheit auf Fäkalsprache vom Gröbsten. Gemischt mit Intoleranz, Sexismus und der Steilvorlage für Rassismus, kam Bam! heraus. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei. Ob man nun über diejenigen spotten möchte, mit denen es das Leben nicht so gut meinte, wie Harz-IV-Empfänger, Obdachlose oder gar Kriegsopfer, in sexistischer Intoleranz schwelgt und sich auf die Suche nach der krassesten schwulenfeindlichen Beleidigung begibt, man lieber religiösen Klischees frönt und alle Araber als Terroristen darstellt oder einzelne Volksgruppen verunglimpft, seien es eigene wie Schwaben und Ossis oder etwas globaler die Asiaten; der Geschmacklosigkeit sind bei Bam! keine Grenzen gesetzt. Und sollte es tatsachlich irgendeine ethnische, religiöse oder sonstwie geartete Minderheit nicht genug erwischt haben, gibt es ja noch dreiunddreißig Blanko-Karten für neue Kreationen.

Die Goldene Himbeere oder: Ohne Alkohol ungenießbar!

BAM braucht keine Altersempfehlung, sondern eine Mindestpromillegrenze, die irgendwo zwischen Druckbetankung und Totalabsturz liegen dürfte. Die verwendeten Begriffe sind zum größten Teil so abstoßend, dass es selbst eingefleischten Fans von Skripted Reality- und Nachmittagstalkshows zu niveaulos sein dürfte. Natürlich gibt es auch harmlose Begriffe aber mit etwas Kreativität kann man auch diese so in die vorgegebenen Sätze einfügen, dass sie einen möglichst vulgären Touch bekommen. Wer das nicht zum Totlachen findet, hat vermutlich nur noch nicht den nötigen Alkoholpegel erreicht. Also hoch die Gläser!

Falls irgendwann einmal die Goldene Himbeere für das geschmackloseste Gesellschaftsspiel verliehen wird, Bam! ist dieser Preis sicher!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
4-10
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
16+
Spieldauer (Minuten): 
20-40
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Spieleschachtel - Kartenspiel BAM - Foto von Pegasus
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