Enigma

eine Spielerezension von Anita Borchers - 11.12.2014
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Gesellschaftsspiel Enigma - Foto von Zoch Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wer den Namen ENIGMA liest, denkt unwillkürlich an die bekannte Chiffrier- und Dechiffriermaschine aus dem 2. Weltkrieg. Dieses Thema wird in diesem Spiel von Touko Tahkokallio (Zoch Verlag) jedoch nicht behandelt. Vielmehr ist Enigma eine mysteriöse Welt, die von ihren Bewohnern verlassen wurde und nun von uns entdeckt wird. Ein hochverzweigtes Netz aus Plasmaleitungen und Brennkammern wird Enigma genannt und hält jede Menge Rätsel bereit. Machen wir uns ans Werk!

Wir wird Enigma gespielt?

Die Spieler versuchen, mit Hilfe ihrer Ingenieure und möglichst langen, zusammenhängenden Plasmaleitungen eine Vielzahl an gleichfarbigen Brennkammern unter ihre Kontrolle zu bekommen und damit zu punkten. Jede Runde werden weitere Karten an das Labyrinth angebaut und die Enigma-Welt entsteht.

Die Spieler wählen zu Beginn jeder Runde reihum je eine der vier offen liegenden Enigma-Karte aus. Doch bevor diese Karte in das Enigma-System gebaut werden darf, muss erst das auf der Rückseite gedruckte Rätsel gelöst werden. Enigma hält Rätsel in vier unterschiedlichen Kategorien bereit. So wird in einem Tangram-ähnlichen-Rätsel mit sieben schwarzen Holzbruchstücken ein vorgegebenes Bild nachgelegt. Oder aus bis zu neun Rohrteilen muss ein vorgegebenes Leitungssystem nachgebaut werden. In der dritten Kategorie sollen Gewichte eine Waage ins Gleichgewicht bringen. Und in der letzten Kategorie müssen vier unterschiedlich farbige Winkelsteine so verbaut werden, dass von oben das abgebildete Bild sichtbar wird.

Enigma: Das Rätsel im Spiel

Mit der Wahl seiner Plasmaleitungssystem-Karte, wählt der Spieler auch automatisch ein zu lösendes Rätsel. Bei der Wahl sieht ein Spieler nur die Leitungen, die er später bauen kann, und die Kategorie des gewählten Rätsels. Das Rätsel selbst ist auf der Rückseite abgebildet. Nachdem jeder Spieler seine Enigma-Karte für die laufende Runde gewählt hat, lösen die Spieler gleichzeitig ihr jeweiliges Rätsel aus den vier verschiedenen Kategorien. Wer sein Rätsel im vorgegebenen Zeitrahmen lösen kann, darf anschließend die Karte in das Plasmaleitungssystem anbauen und einen seiner vier Ingenieure ins Spiel bringen. Wer nicht, geht diese Runde leider leer aus. Darf weder das Leitungssystem erweitern, noch einen Ingenieur einsetzen.

Wertung für das Leitungssystem

Nach dem Bau einer neuen Enigma-Karte, darf der Spieler einen seiner vier Ingenieure (Spielsteine) auf eine der drei unterschiedlichen, farbigen Brennkammern einsetzen. Brennkammern gibt es in den Farben Orange, Grün und Blau in jedem Leitungssystem. Er darf seinen Stein nur auf eine Brennkammer setzen, deren Farbe in diesem System noch nicht besetzt wurde. Carcassonne-Spielern ist diese Art von Setzregel bekannt.

Wenn ein Enigma-Leitungssystem vollständig geschlossen wurde, wird gewertet. Ein Spieler bekommt die Anzahl der farbigen Kammern als Punkte gutgeschrieben, die sein Ingenieur kontrolliert. Anschließend nimmt er seinen Ingenieur wieder zurück in den eigenen Vorrat, um ihn später erneut einzusetzen. Ebenfalls aus Carcassonne bekannt. Aber Vorsicht, Punkte gibt es nur für ein vollständig geschlossenes Leitungssystem.

Wie gut ist das Rätselspiel Enigma?

Enigma ist eine Mischung aus Aufbau- und Knobelspiel. Nur wer ein Rätsel richtig löst, kommt weiter. Die Idee mit den Minirätseln für zwischendurch ist eine witzige Idee. Es lockert die Hirnzellen. Sind doch einige Rätsel ganz schön knifflig und verzwickt. Daneben verblasst das eigentliche Spielziel, ein Leitungssystem aufzubauen, um damit zu punkten, doch etwas. Wer also Spaß an Knobeleien hat, ist bei Enigma genau richtig. Ein kurzweiliges und einfaches Spiel für eine gesellige Runde.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8-
Spieldauer (Minuten): 
30-45
Jahrgang: 
2014
Spielkategorisierung
Mehr zum Spiel

Kommentare

Ein wirkliches Nischenspiel. Die vier kleinen Rätselspiel als Spiel im Spiel sind nicht jedermans Sache. Mathematisches Gespür ist bei diesen kniffeligen Aufgaben mehr als erforderlich.

Die Rohrleitungssysteme mit dem Punktesystem finde ich unübersichtlich und wenig innovativ. Die Verknüpfung zwischen den Aufgaben und diesem Rohrsystem passt auch nicht so recht.

Aber cooles Material!

Das Spiel macht Spaß, aber die Zielgruppe ist in meinen Augen recht überschabar.