Flößer am Katarakt

eine Spielerezension von Beate und Hans Schmidt - 31.10.2005
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Flößer am Katarakt von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Das Thema des Spiels ist ein waghalsiger Wettkampf in den Schottischen Highlands. In diesem Wettkampf haben die Teilnehmer die Aufgabe, über Baumstämme, die auf einem reißenden und auf einen Wasserfall zuströmenden Fluss schwimmen, das andere Ufer zu erreichen. Erschwert wird das ganze noch dadurch, dass das gegnerische Team vom gegenüberliegenden Ufer das gleiche versucht und die beiden Teams sich schieben oder schubsen dürfen.

Im Gegensatz zu den realen Flößern in den Highlands kommt es bei Flößer am Katarakt aber gar nicht auf manuelle Geschicklichkeit an - es entscheiden Strategie und räumliches Vorstellungsvermögen.

Zwischen den Spielern liegt ein etwas erhöhtes Spielbrett, das auf der einen Seite in einer Schräge endet, die den Wasserfall darstellen soll. Auf dem Spielbrett stehen sich die jeweils fünf Spielfiguren gegenüber und zwischen diesen befinden sich die seitlich verschiebbaren Baumstämme in acht Quer-Reihen mit jeweils vier Stämmen. Die Stämme gibt es in vier Farben: den beiden Spielerfarben (Rot und Gelb), in Weiß (neutrale Steine) und in Grün (Blockade-Steine, die nie betreten werden dürfen).

Wie schon bei den alten Schotten haben die Spieler die Aufgabe, ihre Flößer auf die andere Ufer- (Spielplan-) Seite zu bekommen. Der erste, dem das mit drei seiner Leuten gelingt, gewinnt das Spiel. Aber wie nun erreicht man das rettende Ufer?

In jedem Spielzug muss eine Holzstamm-Reihe durch einen der beiden zur Verfügung stehenden Steine verschoben werden, sodass ein Stein den Wasserfall herunter getrieben wird. Wenn auf dem abstürzenden Stein ein Flößer steht, kommt der auf das Start-Ufer zurück, kann also wieder eingesetzt werden.

Als weitere Aktion darf der Spieler einen seiner Flößer auf einen Stein der eigenen Farbe oder einen neutralen (vorwärts oder seitwärts - ein Zurück gibt es nicht!) ziehen. Die Zugweite ist nur dadurch begrenzt, dass nur ein Farbwechsel pro Zug zulässig ist und man danach auf dem ersten Holzstamm der neuen Farbe stehen bleiben muss. Man darf also zum Beispiel über beliebig viele benachbarte Holzstämme der eigenen Farbe ziehen. Trifft man auf den Flößer des Mitspielers (nur auf den neutralen Steinen möglich), wird dieser geschlagen und ist damit aus dem Spiel. Überspringen von anderen Flößern ist verboten.

Trotz der vielfältigen Möglichkeiten und taktischen Ansätze (welchen Holzstamm setze ich zum Schieben ein? Welche Farben stehen dann dem Mitspieler in seinem Zug zum Einsetzen zur Verfügung? Welche Wege - für mich, aber auch für den Mitspieler - entstehen dadurch? Werden Flößer vom Wasserfall mitgerissen? Kann ich vielleicht sogar einen Stein schlagen oder begebe ich mich in Gefahr, in Kürze selbst Opfer zu werden?) entstehen bei Flößer am Katarakt trotzdem meist keine langen Grübelphasen, weil das Spielfeld sich ständig verändert und deshalb eine langfristige Planungen gar nicht möglich ist. Andererseits gibt es öfter Konstellationen, bei denen man den Mitspieler in solche Zwänge bringt, dass er quasi nur noch einen sinnvollen Zug machen kann - oder auch alle Zugmöglichkeiten dem Mitspieler Vorteile bringen. Man fühlt sich also keinesfalls dem Spielgeschehen ausgeliefert. Auch in Partien, in denen auf der einen Seite der Sieg schon nahe ist, können noch kippen, sodass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt.

Das Material ist einfach wunderschön. Alle Spielsteine sind aus richtig dickem Holz und in sehr schönen natürlichen Farben bemalt. Der "Wasserfall" kann eingeklappt werden, sodass die Schachtelgröße nicht größer als notwendig ist. Die Spielanleitung ist vollständig (auch wenn man sie schon aufmerksam lesen muss, um nicht kleinere, aber wichtige Anmerkungen zu verpassen). Varianten, in der mehr grüne Blockade-Steine im Spiel sind oder die Startaufstellung anders gewählt wird, sind möglich.

Man kann Flößer am Katarakt also nur absolut empfehlen - es ist ein richtig tolles und gleichzeitig wunderschönes Spiel für Zwei!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
25
Jahrgang: 
2003
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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