Mangrovia

eine Spielerezension von Stephan Blüml - 22.02.2015
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Mangrovia - Familienspiel - Foto von Zoch Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wer neuer Häuptling werden will, muss viele Hütten bauen und zwar punkteträchtigere als alle anderen Mitspieler. Das ist Mangrovia, ein anspruchsvolleres Spiel vom Zoch Verlag, auf einen Satz heruntergebrochen.

So wird das Gesellschaftsspiel Mangrovia gespielt

Die Hütten bauen wir bei diesem Brettspiel natürlich nicht einfach so auf den Plan sondern nach bestimmten Regeln. Für jeden Bauplatz gilt es, die passende Bauplatzkarte und die passende Summe mit Opferkarten oder Amuletten zu bilden. Diese wiederum bekommt man durch Einsetzfelder in unterschiedlicher Anzahl, mal offen aus der Auslage, vom verdeckten Stapel oder aus dem Beutel gezogen.

Der Clou dabei ist die Reihenfolge, wie diese Einsetzfelder aktiviert werden und die Kombination derer. Denn der Spieler sichert sich mit dem Setzen immer gleich die Kombination aus zwei Aktionen, von denen jeweils eine ausgeführt werden darf, wenn das Schiff dran vorbeifährt. Das Schiff fährt einmal um alle Einsetzfelder herum; also in Summe jedes Einsatzfeld zweimal an. Dabei gilt es, einige Entscheidungen zu treffen:  Will ich lieber viele Karten haben und früher mit Hüttenbauen dran sein? Oder will ich eher als alle anderen aus dem Sack Amulette ziehen und später zwei Hütten auf einmal bauen, dafür aber das Risiko eingehen, dass meine anvisierten Bauplätze schon weg sein könnten? Will ich vielleicht der Startspieler der nächsten Runde sein und Einfluss darauf nehmen, wo überhaupt gebaut werden darf?

Der Spielreiz von Mangrovia

Man merkt, dass hier der Großteil des Spielreizes von Mangrovia liegt. Der andere Teil liegt in den unterschiedlichen Wertungsmustern der Bauplätze. Es gibt Bauplätze, die geben gleich Punkte und es gibt welche, die erst am Spielende Punkte bringen. Dann gibt es noch welche, die erst im vorangeschrittenen Spiel evt. punkteträchtig werden oder die Erlaubnis für das Behalten von gezogenen Amuletten verbessern. Sobald jemand seine letzte Hütte gebaut hat, wird das Spielende und die Endabrechnung ausgelöst. 

Wie gut ist Mangrovia?

Mangrovia ist definitiv ein Hinkucker. Die Grafik und das Thema sind ästhetisch schön. So auch das Material. Der Kenner sieht aber sofort mit einem Blick auf den Spielplan, dass es sich bei Mangrovia um ein recht abstraktes, mathematisches Spiel im schicken Gewand handelt. Das hatte wohl auch zum Grund, warum es mehrere Anläufe brauchte, bis ich Spieler fand, die für eine Partie bereit waren. Das Echo war so unterschiedlich, wie die Strategien, die sie versuchten, und es brauchte für manch' einen mehrere Partien, bis er gefallen an Mangrovia fand. Für die Strategen war das Kartenglück bzw. das Ziehglück bei den Amuletten zu hoch, für den Gelegenheitsspieler die Rechnerei zuviel. Das veranlasst mich zu fragen, welche Zielgruppe Mangrovia hat und ob dessen Erwartungen getroffen werden. Auch variiert das Spielgefühl je nach Anzahl von Spielern. Während zu zweit gerne mit 30 Punkten Vorsprung gewonnen wird, ist der Punkteabstand bei drei bis fünf Spielern deutlich enger. Spieler wie ich, die meinen, dass ein paar Unwägsamkeiten im Spiel durchaus den Spannungsbogen erweitern können und gleichgesinnte Mitspieler haben, werden sicherlich trotzdem mit Mangrovia Spaß haben.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10+
Spieldauer (Minuten): 
60-90
Jahrgang: 
2014
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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