Unter Schwarzer Flagge

eine Spielerezension von Andreas Keul - 09.05.2010
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Unter Schwarzer Flagge/Letter Of Marque von Fantasy Flight Games
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Als Freibeuter versuchen die Spieler, die Schiffe ihrer Konkurrenten zu kapern und gleichzeitig die eigenen Schätze in Sicherheit zu bringen. Jeder Spieler erhält dazu Schatzkarten in seiner Farbe, sowie drei Kanonenkarten und fünf Plastikschiffe. Zwei dieser Schiffe sind bewaffnet, dieses erkennt man an einem Kanonensymbol auf der Unterseite des Schiffes.

Nun sind die Spieler reihum im Urzeigersinn am Zug und haben die Auswahl zwischen drei Möglichkeiten: Ein neues Schiff in See stechen lassen, mit einem auf See befindlichen, eigenem Schiff, in den Hafen einlaufen, ein fremdes Schiff angreifen. Man versucht nun, seine Schätze möglichst alle nach Hause zu bringen und den anderen Spielern noch Schätze abzujagen. Alle feindlichen Schiffe auf See können angegriffen werden. Dazu wird eine Kanonenkugelkarte auf ein Schiff gespielt. Man sieht nun nach, ob dieses Schiff bewaffnet war oder nicht (Kanonensymbol auf der Unterseite). Falls ja, passiert nichts und die Kanonenkarte wird abgelegt, andernfalls wird das Schiff versenkt und der Angreifer erhält die Schatzkarte.

Wer mit einem seiner Schiffe in den Hafen einläuft, darf sich ebenfalls seine Schatzkarte nehmen. Sowohl versenkte, als auch in den Hafen eingelaufene Schiffe werden aus dem Spiel genommen und können nicht noch einmal benutzt werden. Sobald alle Schiffe gekapert oder im Hafen angekommen sind, endet das Spiel. Am Ende des Spiels addiert jeder Spieler seine Schatzkarten. Wer die meisten Punkte hat, hat das Spiel gewonnen.
 
Der Name Unter schwarzer Flagge hört sich gut an und die Verpackung macht neugierig auf das Spiel. Allerdings wurde ich schon beim Auspacken des Spielmaterials enttäuscht, da die Masten von zwei Plastikschiffen schon etwas kaputt waren. Naja das ist nur nebensächlich. Kurz die Spielanleitung durchgelesen (so kurz und einfach das man damit in drei Minuten fertig ist und keine Fragen mehr offen sind) und dann gleich das erste Spiel gestartet. Keine zehn Minuten später dann die große Ernüchterung. Das war alles?

Man ist wirklich super schnell fertig und Spielspaß will so richtig keiner aufkommen, da jegliche Planung ad absurdum geführt wird. Bewaffnete Schiffe bringen ihre Schätze absolut sicher nach Hause. Also schützt man seine höchsten Schatzkarte und greift eine niedrigere eines anderen Spielers an? Nur die Tatsache, dass dies zwangsweise zu einem Punktegleichstand am Ende führen würde, zwingt hier zum Variieren. Wenn der Gegner also die eigene Fünf angreift, dann schütze ich wohl besser die und bluffe mit einer zum Beispiel freien Sieben! Aber wenn der andere genauso denkt, dann müsste ich ja doch besser seine Sieben oder Acht angreifen ... Je nachdem welche Entscheidung getroffen wird, hat man eben Glück oder Pech. Die einzige Möglichkeit zur sinnvollen Beeinflussung liegt in der Beobachtung der Mitspieler: Wieviele Schiffe waren bei welchem Spieler schon bewaffnet? Wo stehen die Chancen noch gut, eine Ladung kapern zu können? Um von solchen Überlegungen Gebrauch zu machen, muss jedoch zunächst abgewartet und das Feld den Piratenkollegen überlassen werden – und wenn dies alle tun, wird’s schnell langweilig.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
10
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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