Hero Quest: Basisspiel (2022)

eine Spielerezension von Maren Weiß - 20.05.2022
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Hero Quest: Basisspiel - Ausschnitt - Foto von Hasbro
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Nach über 30 Jahren ist das große Hero Quest endlich zurück. Puh, so alt bin ich selbst ja nicht einmal. Aber dank eines spielfreudigen Vaters kam ich bereits als Kind mit dem Vorläufer der Dungeon-Crawler, wie wir sie heute kennen, in Kontakt. Im Laufe der Zeit spielten wir immer wieder einmal eine Partie und hatten immer viel Spaß. Ob das auch heute noch so ist? Was taugt das Spiel heute noch angesichts des explodierenden Crawler-Angebots?

Vorweg sei auf den Beitrag von Michael verwiesen, in welchem ihr die Neuauflage von Hero Quest mit Fotos und Video bestaunen könnt. Pappteile sind kleinen Gussformen gewichen, die Miniaturen haben dafür etwas an Detailtreue einbüßen müssen. Im Großen und Ganzen decken sich beide Auflagen vor allem aus spielerischer Sicht: Einige wenige neue Karten wurden hinzugefügt, die Standorte einiger Monster angepasst.

Ein episches Spielerlebnis?

Hero Quest: Basisspiel - Material - Foto von Michael Weber

In Hero Quest schlagen sich bis zu vier heldenhafte Spieler durch einen Dungeon, stoßen auf Fallen und Monster, finden Schätze und erledigen Aufträge des Hexenmeisters Mentor, der uns auf den großen Endkampf gegen Zargon, einen mächtigen Magier, vorbereitet. Wahlweise übernimmt eine Person die Rolle des Spielleiters oder es wird die kostenlose App genutzt, welche überraschend gut funktioniert. In jedem Fall werden durch Spielleiter bzw. App die Spielelemente Stück für Stück auf dem Spielbrett platziert. So können die Helden immer nur das sehen, was sie gemäß ihrer Stellung auf dem Spielbrett auch wirklich erspähen können.

Das Kampfsystem ist denkbar einfach.

Würfel entscheiden sowohl über Treffer, als auch über abgewehrte Treffer. Strategisches Kämpfen ist dadurch nur bedingt möglich, beispielsweise durch Waffen mit mehr Angriffswürfeln, die sich allerdings zunächst mehr oder weniger mühsam zusammengespart werden müssen. Doch auch ohne diese, sind die meisten Monster kaum eine Schwierigkeit, sofern man alle Helden nutzt. Da die Spielwerte nicht an die Spieleranzahl angepasst werden, werden die Abenteuer mit abnehmender Heldenanzahl deutlich schwieriger.

Vor allem in nicht besonders risikofreudigen Spielgruppen werden die Partien schnell langatmig und eintönig, weil jede Runde einem gleichen Muster folgt: Abfrage nach Fallen – Abfrage nach Schätzen – weiteres Erkunden. So bleibt der Überraschungseffekt der Fallen leider häufig aus und auch sonst passieren kaum unerwartete Ereignisse, die die Spielspannung erhöhen.

Alles in allem merkt man dem Spiel rein spieltechnisch sein Alter an. In den letzten 30 Jahren hat sich eben einiges auf dem Brettspielmarkt getan und so haben viele andere Dungeon-Crawler, wie Descent, Maus & Mystik oder auch Gloomhaven, die Fehler ihres Vorläufers zugunsten des Spielflusses behoben.

Hero Quest: Basisspiel - Miniaturen - Foto von Michael Weber

Die Rückkehr des Hexen-Lords

Zusätzlich zum Basisspiel kamen auch Erweiterungen in den Reprint. Wer also noch nicht genug von Zargon und seinen Anhängern hat, findet in Die Rückkehr des Hexers eine weitere Kampagne. Außerdem bringt die Erweiterung weitere Miniaturen sowie Artefakte und Ausrüstungsgegenstände mit. Die meisten Spielelemente ändern grundlegend kaum etwas am Spielgefühl. Es gibt allerdings ein, zwei kleine Kniffe, die das Spiel minimal spannender gestalten, wie beispielsweise den rotierenden Raum.

Fazit: Ist Hero Quest heute noch zeitgemäß?

Durch den leichten Einstieg und die geringe Komplexität halte ich Hero Quest noch immer für eine super Möglichkeit, Nichtspielern einen Einstieg in die Dungeon-Crawler- und Rollenspielwelt zu ermöglichen. Vor allem als Kind würden meine Augen wohl noch immer strahlen, wie damals.

Hero Quest: Basisspiel - Schachtel - Foto von Hasbro

Moment … Rollenspiel? Ja, ganz genau. Wenngleich Hero Quest selbst kein Rollenspiel à la Dungeons and Dragons oder DSA ist, sehe ich da einiges an Potenzial. Ich habe einige Male beobachten können, dass Anfänger bei Rollenspielen sehr überfordert wirkten. Das zog sich von der Charaktererstellung bis über das Vorstellungsvermögen der fiktiven Welt. In diesem Sinne kann Hero Quest da gut vorentlasten. Die vorgegebenen Abenteuer ermöglichen blutigen Anfängergruppen einen schnellen Einstieg, ohne langes Lesen eines Abenteuerbuches im Vorhinein, macht Stellungen im Kampf sichtbar und lässt dennoch genug Raum für Phantasie. Ist die Kampagne einmal durchgespielt, können einzelne Elemente als Inspiration für eigene Abenteuer genutzt werden. Wir nutzen die Materialien häufig auch für unsere DnD-Abenteuer, einfach, um etwas in der Hand und vor Augen zu haben.

Kurzum: auch wenn Hero Quest sicher nicht mit den neueren Dungeon-Crawlern mithalten kann, hält es für mich einiges an Potenzial bereit und bleibt nicht nur allein aus nostalgischen Gründen im Spieleschrank.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
14
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2021
Spielkategorisierung
Fotos
Hero Quest: Basisspiel - Schachtel - Foto von Hasbro
Hero Quest: Basisspiel - Miniaturen - Foto von Michael Weber
Hero Quest: Basisspiel - Material - Foto von Michael Weber

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