Inka und Markus Brand über ihr Krimikartenspiel Millionenraub

Der Schrei nach Aufklärung

ein spielerischer Artikel von Michael Weber - 17.09.2013
Millionenraub von Gmeiner Verlag

Inka und Markus, zur Spiel in Essen erscheint euer neues Spiel Millionenraub. Diesmal veröffentlicht ihr beim Gmeiner Verlag, der für (bisher erst wenige) Krimispiele bekannt ist. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
"Gmeiner ist für seine spannenden Krimikartenspiele bekannt, schon vor längerer Zeit hat der Verlag Kontakt mit uns aufgenommen und uns ihre Kartenspielreihe vorgestellt. Lange Zeit hatten wir kein passendes Spiel für diese Produktfamilie parat. Im letzten Jahr entwickelten wir dann ein Kartenspiel mit deduktiven Elementen und da kam uns natürlich gleich der Gmeiner-Verlag in den Sinn."

Der Titel legt nahe, dass dieses Spiel zum Verlagsprogramm passt. Um was genau geht es thematisch im Spiel?
"In einem Museum wurde am helllichten Tag ein wertvolles Gemälde gestohlen. Die Spieler sollen nun herausfinden, wie es zur Tatzeit am Tatort aussah. Mithilfe verschiedener Zeugenaussagen versuchen sie den Tatort zu rekonstruieren. Finden Sie heraus, welcher Besucher sich zur Tatzeit wo im Museum aufhielt, gelingt es ihnen auch, den Täter dingfest zu machen."

Der Name des gestohlenen Bildes „Der laute Ruf“ scheint eine Anlehnung an das tatsächlich gestohlene Gemälde „Der Schrei“ zu sein? Zufall oder Absicht?
"Sherlock Weber hat den richtigen Riecher gehabt! Es war Absicht. Wobei der Titel des Werkes für das Spiel keine Rolle spielt."

Was ist die Aufgabe der Spieler bei Millionenraub? Welche Hauptmechanismen habt ihr in das Spiel verpackt, um den Spielspaß möglichst groß werden zu lassen?
"In Millionenraub müssen die Spieler logisch kombinieren. Hinweise, die die Spieler erhalten, führen sie – richtig gedeutet und verwertet – zu weiteren Informationen. Je besser die Spieler kombinieren, desto schneller gelingt es ihnen, den Museumsraum, den Ort des Verbrechens also, zu rekonstruieren.

Der Tatort ist in ein 6 x 6 Felder großes Raster. Jedes Feld ist mit einer Information belegt. Entweder führt über das Feld der Gang durch den Museumsraum oder es steht dort eine Statue. Manchmal hängt auch ein Gemälde an dieser Stelle oder ein Besucher steht dort. Alle vier Hinweis-Typen (Gang/Statue/Gemälde/Besucher) stehen in Abhängigkeiten zueinander. Wer die Abhängigkeiten erkennt, ist den anderen Spielern schnell einen entscheidenden Schritt voraus. Die Informationen erhalten die Spieler, indem sie Zeugen befragen. Durch Angabe von Koordinatenpunkten, die mittels Spielkarten ermittelt werden, erhalten die Spieler Informationen zu den einzelnen Feldern des Rasters. All diese Informationen tragen die Spieler auf ihrem Hinweisblatt ein und können so das Museum rekonstruieren. Ist dieses gelungen, können Sie schnell den Täter fassen und so die Spielrunde für sich entscheiden."

Habt ihr einen Rat an die Spieler, wie man an Millionenraub am besten herangeht, um erfolgreich zu sein?
"Unseren Rat haben wir auch in der Spielregel niedergeschrieben. Viele Informationen kann man sich schnell zusammenreimen, man muss also gar nicht jeden Koordinatenpunkt abfragen. Alle Informationen, die man selbst erschlossen hat, sollte man aber auf seinem Hinweispapier kenntlich machen (zum Beispiel mit einem Punkt markieren). So kann man jederzeit falsche Schlussfolgerungen rückgängig machen."

An welche Zielgruppe richtet ihr euch mit Millionenraub? Wem wird das Spiel am meisten Spaß machen?
"Das Spiel ist besonders für Fans deduktiver Spiele, aber auch für solche, die gerne kniffelige Rätsel in Zeitschriften und Zeitungen lösen. Übrigens funktioniert das Spiel auch wunderbar zu zweit!"

Ihr geht bei euren Spieleentwicklungen immer wieder neue Wege und bleibt dabei thematisch äußerst vielseitig. Was war die besondere Herangehensweise bei Millionenraub? Ist es anders oder gar komplizierter ein Krimispiel zu entwickeln, das ein Thema gut transportiert und bei dem die Mechanismen gut passen?
"Wir sind nicht mit dem Gedanken, ein Krimikartenspiel entwickeln zu wollen, ans Werk gegangen. Erst als das Spiel fertig war, war uns klar, dass wir das unbedingt Gmeiner zeigen müssen.

Das Spiel ist im Prinzip eine Weiterentwicklung einer unserer ersten Spielideen. Das Spiel lief damals alles andere als rund und wir haben es zunächst mal beiseite gelegt und „ruhen“ lassen. Als wir es dann im letzten Jahr noch mal heraus kramten, kam uns relativ schnell die zündende Idee. Danach haben wir dann noch mehrere Wochen daran gearbeitet und herausgekommen ist Millionenraub. Interessanter Weise hat das dann aber gar nichts mehr mit dem alten Spiel von damals gemein."

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