Army Of Frogs

eine Spielerezension von Frank Biesgen - 16.10.2009
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Army Of Frogs von Huch and friends

John Yianni bleibt sich treu und hat nach Hive ein weiteres abstraktes Taktikspiel entwickelt. Diesmal können sich jedoch bis zu vier Spieler im Wettstreit messen, der darin besteht, die bis zu zehn Froschsteine der eigenen Farbe miteinander zu verbinden. Abwechselnd legt jeder einen seiner beiden zufällig gezogenen Steine an die somit nach und nach wachsende Spielfläche. Zuvor im Zug muss eine Figur der eigenen Farbe bewegt werden. Ähnlich wie beim Halma hüpft der Frosch in gerader Linie über besetzte Felder auf das nächste freie, wobei auch mehrfache Sprünge erlaubt sind. Bedingung ist lediglich, dass sämtliche Steine am Ende der Bewegung miteinander verbunden und keine Ketten entstanden sind (das sind lose Enden ab einer bestimmten Länge). Sobald mindestens sieben Frösche einer Farbe im Spiel sind und eine zusammenhängende Fläche bilden, hat der betreffenden Spieler gewonnen.

Army of Frogs gefällt durch sein wunderschönes Material: Die aus Bakelit geformten Froschsteine sehen toll aus und liegen gut in der Hand. Das Spielprinzip ist einfach, aber effektiv, wie es bei einem gelungenen Taktikspiel sein soll. Der Ablauf braucht etwas, um richtig ins Rollen zu kommen, da zu Beginn und auch teilweise im Mittelspiel viele Züge auf der Hand liegen oder noch irrelevant zu sein scheinen. Sobald aber ausreichend Steine platziert sind, entwickelt das Geschehen eine solide Eigendynamik, und man muss abwägen, ob ein möglicher eigener Vorteil dem destruktiven Vorgehen gegen den Kontrahenten vorzuziehen ist. Der einzige Schwachpunkt ist dabei ausgerechnet der größte Vorteil: Bei mehr als zwei Gegnern entscheidet meist der Schwächste, und der hinter ihm sitzende kann sich über den Sieg freuen. Haben alle jedoch ungefähr dasselbe Niveau, so entwickelt sich ein spannendes Hin und Her.

Den direkten Vergleich mit Hive, den Autor und Verlag durch ähnliche Aufmachung und thematische Einbettung bewusst forcieren, muss Army of Frogs (wieso eigentlich der martialische Titel?) notgedrungen verlieren – ein solcher Geniestreich gelingt schließlich nicht alle Tage. Dafür spielt es sich leichter und geradliniger, aber trotzdem nicht belanglos. Und es ist eben kein reines Zweier-Spiel, die in diesem Genre normaler Weise die Regel sind. Was will man mehr?

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
35
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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