6 nimmt! - Brettspiel

eine Spielerezension von Axel Bungart - 21.10.2019
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6 nimmt! - Brettspiel - Ausschnitt - Foto von Amigo Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Seit 25 Jahren nehmen Spieler eine Reihe von fünf Karten auf, weil sie die sechste Karte daran anlegen müssten. Das konnte man hier bereits nachlesen. Alles war klar: sechs ist sechs. Doch dann kam das Jahr 2019, und alles ist anders. Schon mit der Jubiläumsausgabe von 6 nimmt! waren sechs auch schon mal sieben. Und jetzt kommt das 6 nimmt! Brettspiel (Amigo Spiele) und wir sprechen zwar von sechs, meinen aber fünf. Oder sieben. Oder was jetzt?

Ein Brett vorm Kopf

Ein Spielbrett ist das, was man bei 6 nimmt! bisher eigentlich am wenigsten vermisst hatte. Es sei denn, man hat ein Spielbrett, das etwas kann, etwas anders macht. Wie hier. Es gibt ein doppelseitiges Spielbrett. Eines für das Grundspiel und eines für das Spiel, das der Jubiläumsausgabe von 2019 mit den Sonderkarten in etwa entspricht (Profiversion). Es zeigt auf dem Grundspielplan zehn auf der Seite der Profiversion acht Reihen mit Feldern, auf denen nun Pappkärtchen anstelle von Spielkarten abgelegt werden. Immer noch von links nach rechts, immer noch aufsteigend.

6 nimmt! - Brettspiel - Zahlenreihen - Foto von Axel Bungart

Wie funktioniert das 6 nimmt! Brettspiel?

Die Spielregeln sind, zumindest im Grundspiel, im Großen und Ganzen identisch zu den Regeln des Kartenspiels: Jeder hat anfangs zwölf Plättchen hinter einem Sichtschirm und legt verdeckt eines davon vor sich ab, alle decken auf und legen in der Reihenfolge der Zahlen an die ausliegenden Reihen an. Dabei muss man beachten, ob das Feld, auf das man sein Plättchen gelegt hat, einen Effekt bewirkt. Und das ist dann endgültig etwas Neues: Die meisten Felder des Grundspiels (und alle Felder der Profiversion) bewirken einen Effekt. So erhält man entweder Plus- oder Minuspunkte, muss/darf zwei Plättchen ausspielen oder muss sogar Plättchen nehmen. Wer das letzte Feld einer Reihe belegt, muss die Plättchen aus der Reihe nehmen, was ihm (im Grundspiel) sofort Minuspunkte bringt. Da die Reihen unterschiedlich lang sind, kann es aber sein, dass es nicht immer fünf Plättchen sind, die man nehmen muss.

6 nimmt! - Brettspiel - Brett mit Leiste - Foto von Axel Bungart

Haben alle Spieler alle ihre Kärtchen ab- und angelegt, endet die Partie und es gewinnt, wer die meisten Punkte hat. Das können tatsächlich dank der speziellen Felder auch Pluspunkte sein. Bereits in dieser Version kann man so genannte Glückskarten einsetzen, die einen vor allzu großer Hornochsenausbeute bewahren.

In der Profiversion sind alle Felder mit Effekten versehen, was es ungleich kniffliger macht, das richtige Kärtchen auszuspielen. Dafür gibt es aber in dieser Variante die schon aus der Jubiläumsausgabe überwiegend bekannten Aktionskarten, mit denen man ebenfalls ins Spiel eingreift, um sich vor den Hornochsen zu schützen. Und noch ein bedeutender Unterschied: Das Spiel endet, wenn ein Spieler keine Kärtchen mehr hat. Da man manchmal Kärtchen hinzubekommt, kann die Anzahl der Restplättchen deutlich voneinander abweichen.

Es gewinnt auch hier, wer die meisten (Plus-)Punkte hat.

6 nimmt! - Brettspiel - Zahlenplättchen - Foto von Axel Bungart

Wie interessant ist das 6 nimmt! Brettspiel?

Wie so häufig stellt man sich bei einem derart erfolgreichen Spiel die Frage, ob es ein Spielbrett verträgt bzw. braucht. Doch bei 6 nimmt! Brettspiel hat man sich was einfallen lassen. Während die Grundversion noch recht verhalten abläuft, was den Einfluss der Felder auf das Spielgeschehen angeht, kommt man bei der Profiversion schon ins Schwitzen. Feldeffekte und Aktionskarten ergeben in der Kombination eine quirlige Mischung aus Entsetzen und Erleichterung. Auch hier können die Glückskarten hinzugenommen werden, und dann hat man den vollen Spielspaß des 6 nimmt! Brettspiels. Die Profiversion ist auch deswegen einen ganzen Tick spannender, weil man nie so recht weiß, wie viele Plättchen die Mitspieler noch haben. Ein bisschen Beaobachtung schadet daher nicht.

Für Quereinsteiger ist das Erlernen der speziellen Effekte denkbar einfach, da die Grafiken sowohl auf dem Spielbrett als auch auf den Karten gut bis sehr gut sind. Die Zahlenkärtchen sind recht klein aber handlich; ein Stoffsäckchen hätte man noch beifügen können, das erspart lästiges Mischen. Ein paar Zentimeter höhere Sichtschirme hätten die Blicke der Nachbarn auch besser ferngehalten.

6 nimmt! - Brettspiel in Szene gesetzt - Foto von Amigo Spiele

Das Ganze ist in der Spielregel eindeutig und übersichtlich beschrieben. Eines ist aber völlig anders als im Kartenspiel: Wenn man ein Kärtchen anlegen will, das niedriger ist, als alle Kärtchen, an die man anlegen könnte, muss man die Kärtchenreihe nicht nehmen. Somit hat der Spieler einen doppelten Vorteil: Er darf als Erster anlegen und muss keine Kärtchen(reihe) nehmen. Das war für uns nicht verständlich.

Spieler, die man bisher für 6 nimmt! nicht begeistern konnte, werden auch beim Brettspiel kaum ihre Erfüllung finden, denn die Spielmechanik ist nahezu identisch, und daher ist das 6 nimmt! Brettspiel ein typisches 6 nimmt! – zum Glück.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
6 nimmt! - Brettspiel in Szene gesetzt - Foto von Amigo Spiele
6 nimmt! - Brettspiel - Zahlenreihen - Foto von Axel Bungart
6 nimmt! - Brettspiel - Brett mit Leiste - Foto von Axel Bungart
6 nimmt! - Brettspiel - Zahlenplättchen - Foto von Axel Bungart
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