Cacao: Chocolatl

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 09.09.2016
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Cacao: Chocolatl - Foto von Abacusspiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Man musste wahrlich kein Hellseher sein, um vorhersagen zu können, dass zu dem sehr guten Legespiel Cacao von Phil Walker Harding nach einigen kleineren Promo-Erweiterungen endlich auch eine richtige Erweiterung in den Händlerregalen landen würde. Damit stellt Abacusspiele gleichzeitig auch einen, bei häufigem Spielen des Grundspiels, als negativ empfundenen Punkt ab: die mangelnde Abwechslung.

Der Autor und der Verlag wollten anscheinend mit Cacao: Chocolatl auf Nummer Sicher gehen, und so ist die Erweiterung gar keine große Erweiterung im eigentlichen Sinne geworden, sondern eine Art Baukasten der vier Erweiterungsmodule enthält. Diese können die Spieler, wie schon aus anderen Spielen üblich, beliebig und je nach persönlichem Geschmack und gewünschter Schwierigkeitsstufe kombinieren.

Chocolatl: Vier Erweiterungen für Cacao

So finden die Spieler in der Schachtel Material für das Landkarten-, das Bewässerungs-, das Hütten- und das Schokoladen-Modul. Angenehm ist, dass durch die Module das Grundspiel Cacao spielmechanisch in völlig unterschiedliche Richtungen geführt wird und der Schwierigkeitsgrad der Module unterschiedlich ist. Da aber in jedem Fall ein Mehr an Regeln und Material zum Grundspiel hinzugefügt wird, wird das Spiel durch die Hinzunahme einzelner Module natürlich komplexer.

Mittels des Landkartenmoduls können die Spieler jeweils zwei Mal ein offen liegendes Plättchen nehmen anstatt ein verdecktes vom Stapel zu ziehen. Das mindert den Glücksfaktor deutlich und erlaubt eine strategischere Spielweise.

Das Bewässerungsmodul ist deutlich schwieriger zu handhaben. Hier können die Spieler gleich vier Cacaobohnen erhalten, müssen aber im gleichen Atemzug auf ihrer Bewässerungsanzeige einen Schritt zurück gehen. Da man über die Bewässerung sehr viele Punkte erhalten bzw. verlieren und im gleichen Atemzug nur eine gewisse Anzahl von Cacaobohnen lagern kann, ist es recht tricky, hier eine vernünftige Balance zu finden. In Kombination z. B. mit dem Hütten-Modul ist es noch ein wenig schwieriger zu spielen.

Das Schokoladen-Modul ist eine schon fast logisch zu nennende Erweiterung. Hierbei wird, wie von vielen Aufbauspielen bekannt, eine dritte Verarbeitungsebene und somit eine regelrechte Produktionskette eingeführt. Hervorzuheben wäre hierbei auch das zusätzliche und tolle Holzmaterial.

Das Hütten-Modul ist sicher das umfangreichste und am schwierigsten zu handhabende Modul. Es gibt insgesamt zwölf Hütten mit unterschiedlichen Boni auf den Vorder- bzw. Rückseiten. Welche Boni ins Spiel kommen, kann entweder zufällig entschieden oder vorher abgesprochen werden. Die Hütten können von den Spielern käuflich erworben werden und gewähren ihnen danach exklusiv den entsprechenden Bonus. Das in die Hütten investierte Gold ist aber nicht verloren, sondern wird bei der Endabrechnung mitgezählt. Dadurch verändert sich der Charakter des Spiels deutlich und es gibt einen ziemlichen Run auf die Hütten. Dieses Modul richtet sich in jedem Fall an fortgeschrittene Spieler, denn man muss das Spiel und seine Mechaniken gut kennen, um die zur eigenen Strategie passenden Hütten rechtzeitig zu erwerben.

Lohnt sich Cacao: Chocolatl?

Mit Cacao: Chocolatl haben Autor und Verlag alles richtig gemacht. Die Erweiterung bringt viel Abwechslung ins Grundspiel und spricht durch den unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Module und das schöne Spielmaterial einen breiten Kundenkreis an. Wer also Cacao mochte, wird um diese Erweiterung nicht herum kommen. Aber auch diejenigen Spieler, denen Cacao bisher immer zu wenig strategisch war, sollten nun in jedem Fall eine erneute Probepartie wagen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielegattung: 
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