Dream Islands

Bloß nicht quengeln - Einfach drängeln!

eine Spielerezension von Markus Nussbaum - 30.06.2016
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Dream Islands - Foto von Schmidt Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Ein Urlaub auf den Dream-Islands könnte so schön sein. Tropische Inseln, Palmen, weiße Strände und zahlreiche Aktivitäten. Das klingt doch alles sehr entspannend. Ist es aber nicht! Zumindest nicht für uns Spieler. Denn wir machen hier keinen Urlaub, sondern sind Reiseleiter, die die Wünsche und Ansprüche der zahlreichen Touristengruppen erfüllen sollen.

Wie funktioniert das Gesellschaftsspiel Dream Islands?

Wenn die jeweils fünf Touristen einer Reisegruppe mit dem Flugzeug ankommen, wollen sie sich natürlich direkt auf die acht paradiesischen Inseln stürzen. Aber wie das so ist mit Reisegruppen: Jeder möchte etwas anderes. Der eine liebt es einsam und alleine, manche möchten sich aber eher ins Getümmel stürzen. Da haben wir als Reiseleiter nun alle Hände voll zu tun, damit es ein gelungener Urlaub wird.

Um die Ausflüge unserer Touristen (hier "Auftragskarten" genannt) planen zu können, stehen uns auf einer Ablagetafel verschiedene Zugweiten zur Verfügung. Die dort vorhandenen Felder von Zwei bis Fünf müssen wir nun exakt  einmal verplanen, bevor uns wieder alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen.  Was wir geplant haben, decken wir mit einer Muschel ab. Und danach müssen wir eine oder mehrere Personen unserer Touristengruppe auf Ausflüge schicken, wobei wir die Züge auch auf diverse Touristen verteilen können.  Die Ausflüge sollten möglichst so gestaltet sein, dass wir einen der drei Aufträge auf der Hand erfüllen können. Das muss akribisch nach jeder Bewegungsphase kontrolliert werden, weil man in der Masse Menschen schnell mal den Überblick verliert.

Das Auftragsset jedes Reiseleiters ist zwar identisch, aber leider zufällig zusammengestellt und nur die ersten drei Aufträge sind sichtbar. Die insgesamt 16 Aufträge können grundsätzlich in drei Kategorien eingeteilt werden. Es gibt solche, bei denen es darauf ankommt, auf mehreren, genau aufeinanderfolgenden Inseln mindestens einen Touristen zu platzieren. Oder aber auf eine beliebige Insel  eine bestimmte Anzahl von eigenen Touristen zu setzen. Und schließlich den Auftrag, die Mehrheit auf bestimmten Inseln zu erreichen.  

All das wäre ja noch einfach, wenn bloß die anderen Reiseleiter nicht wären, deren Aufträge fast immer die eigenen Ziele torpedieren. Da können sich Mehrheiten auf Inseln blitzschnell ändern und ehe man sich versieht, ist der einsame Strand plötzlich zum Ballermann mutiert. Hat man trotzdem Aufträge erledigt, zieht man am Ende des Zuges wieder auf drei Karten nach und weiter geht es.

In der Mitte der Dream-Islands liegen die Mittel-Inseln (wer hätte das gedacht). Wer dorthin zieht, verabschiedet sich aus dem hektischen Rennen um erfüllte Aufträge und kassiert lieber Extrapunkte für das Privileg, der Erste auf diesen kleinen, aber feinen Inseln zu sein.  Allerdings fehlt dem Reiseleiter dann möglicherweise Personal, um die Restaufträge zu erfüllen. Denn ist man erst einmal dort, muss man bis zum Ende des Urlaubs bleiben. Man muss also taktisch abwägen,  wann der günstigste Zeitpunkt für den Trip zu den Mittel-Inseln ist. Sind dort nämlich in Summe sechs Touristen angekommen, ist das Spiel zu Ende. Alternativ endet das Gesellschaftsspiel, wenn ein Reiseleiter alle Aufträge erfüllt hat. Dann gibt es natürlich diverse Punkte, vor allem für erfüllte Aufträge und die begehrten Plätze auf den Mittelinseln.

Lohnt sich der Kauf des Gesellschaftsspiels Dream Islands?

Dream-Islands von Lorenz Kutschke (Schmidt Spiele) ist vom Verlag als Familienspiel deklariert, es kann aber aufgrund der Taktikelemente durchaus auch Vielspieler begeistern. Der Einstieg fällt leicht und die vierseitige Regel mit zahlreichen Beispielen ist gut strukturiert und verständlich. Man ist hier zwar eher geneigt zu versuchen, sich nur auf die eigenen Aufträge zu konzentrieren, als die Pläne der Mitspieler zu durchkreuzen, aber das gegenseitige Ärgern bleibt ohnehin nicht aus. Ständig verändern sich Mehrheitsverhältnisse und man darf glücklicherweise solange Insel-Hopping betreiben, bis der letzte Auftrag erfüllt ist. Grafisch ist das Thema mit viel Liebe zum Detail umgesetzt und auch das Material überzeugt. Bei einer Spieldauer von ca. 20 Minuten ist das Spiel gut als Einstieg in den Spieleabend oder eben für Zwischendurch zu empfehlen.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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