Die Hexen

eine Spielerezension von Hendrik Breuer - 16.01.2014
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Die Hexen - ein Scheibenwelt-Spiel von Asmodee - Foto von Hendrik Breuer

Früher galt, dass Spiele, die auf Filmen oder Büchern basieren, immer ziemlich mies geraten. Doch dann kamen richtig gute Spiele wie Die Säulen der Erde, Die Tore der Welt, Battlestar Galactica oder auch Scheibenwelt: Ankh-Morpork auf den Markt und das alte Gesetz galt nicht mehr. Mittlerweile hat Martin Wallace mit Die Hexen sein zweites Spiel aus dem Terry-Pratchett-Universum vorgelegt. (Da ich seit Jahren keinen der Scheibenwelt-Romane mehr gelesen habe, verzichte ich im Folgenden auf etwaige Vergleiche mit auf den Büchern.)

Scheibenwelt: Ankh-Morpork ist ein chaotisches Mehrheitenspiel, bei dem sich alles um den richtigen Karteneinsatz dreht. Karten sind auch bei Die Hexen das zentrale Element, ansonsten haben die Spiele allerdings bis auf die wieder äußerst gelungene Graphik nichts gemein.

Die Hexen (Asmodee/Mayfair Games) erinnert eher an einen altmodischen Dungeon Crawler, wenngleich man im Lande Lancre unterwegs ist und nicht untertage. Jeder Spieler nimmt die Rolle einer Hexe ein, reist durch die pittoreske Landschaft, auf der Pratchett-Fans sicherlich jede Menge bekannte Ortschaften entdecken werden, und löst Probleme—und zwar auf die denkbar einfachste Art: durch Würfel und Karteneinsatz. Die Probleme haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade (von 7 bis 25). Stoßen wir auf ein Problem-Plättchen, würfeln wir zunächst mit zwei Würfeln. Dann dürfen wir unsere Augenzahl durch Karteneinsatz erhöhen, bevor wir noch zwei weitere Würfel einsetzen. Erreichen wir mindestens dieselbe Wertigkeit wie das Problem, gewinnen wir und bekommen das Problem-Plättchen, das am Ende des Spiels natürlich Siegpunkte wert ist. Verlieren wir, bekommen wir Minuspunkte oder eine andere Strafe aufgebrummt. 

Wir können unsere Karten noch für einige andere weniger entscheidende Aktionen einsetzen, z.B. zum Herumfliegen oder um Probleme ohne Würfeleinsatz zu lösen, doch im Großen und Ganzen geht es vor allem darum, ständig zu würfeln.

Das Spielprinzip ist nicht nur für ein Werk von Martin Wallace (!) so simpel, dass wir nach den ersten beiden Partien dachten, wir würden irgendetwas falsch machen. Das haben wir allerdings nicht, was natürlich die Frage zulässt, für welche Zielgruppe dieses Spiel gemacht ist? Ich würde es eventuell mit jüngeren Kindern spielen, die sich noch dafür begeistern können, durch einfachen Würfelwurf zu siegen. Doch will man mit Kindern Probleme wie „Schwangerschaft“ (Ist ja auch nicht für jeden ein Problem…) oder „Tod“ lösen?

Während Scheibenwelt: Ankh-Morpork ein wirklich gutes Spiel ist, das dank der Pratchett-Thematik noch besser geworden ist, richtet sich Die Hexen wohl vornehmlich an echte Pratchett-Fans, die einen Spaß daran haben, als Romanfigur durchs Land zu reisen, auf andere Romanfiguren zu treffen und die gelungenen Graphiken auf dem Spielbrett und den Karten zu genießen. Möchte man Freunde der Scheibenwelt, die noch Nicht-Spieler sind, an die wunderbare Welt der Brettspiele heranführen, würde ich allerdings immer Scheibenwelt: Ankh-Morpork empfehlen. Das Vorgängerspiel ist weitaus gelungener als Die Hexen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Die Hexen - Würfel im Scheibenwelt-Spiel von Asmodee - Foto von Hendrik Breuer
Die Hexen - Spielkarten im Scheibenwelt-Spiel - Foto von Hendrik Breuer
Die Hexen - Scheibenweltspiel - Schachtel - Grafik von Asmodee
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