Game Of Trains

eine Spielerezension von Axel Bungart - 06.08.2016
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Kartenspiel Game Of Trains - Foto von Abacusspiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Bereits 2015 erschien im lettischen Verlag Brain Games Publishing SIA das Kartenlegespiel Game of Trains der Autorengruppe Trehgrannik. Da Brain Games nur für das Baltikum und Russland produziert, nahm sich Abacusspiele dem kleinen Spiel um Züge und Frachten an und veröffentlichte es 2016 in Deutschland.

Ganz entfernt findet man bei dem Spiel tatsächlich auch noch etwas von dem wieder, was das Thema verspricht. Allerdings ist es mehr das Design, das aus dem Spiel ein „Spiel der Züge“ macht.

Wie spielt man Game of Trains?

Das Spiel besteht lediglich aus 84 durchnummerierten Karten und vier Lokomotiven. Jeder Spieler hat vor sich einen Zug aus sieben nummerierten Karten (+ einer Lokomotive) liegen. Es geht einfach darum, diesen Zug mit in aufsteigender Reihenfolge sortierten Waggons in eine absteigend sortierte Reihenfolge zu bringen. Wer das mit seinem Zug als erstes schafft, hat gewonnen.

Bewerkstelligt wird das durch Austausch von Karten bzw. Nutzung von Funktionen derselben. Man zieht also entweder eine Karte vom Nachziehstapel, fügt diese an einer Stelle ein und legt die ersetzte in eine offene Auslage. Oder man nimmt aus jener offene Auslage eine Karte und führt deren Funktion aus. Das wäre z. B. in seinem eigenen Zug einen Waggon nach rechts oder links zu verschieben oder zwei Karten miteinander zu vertauschen. Auch darf man eine bestimmte seiner Karten ablegen und dafür eine neue ziehen. Da kommt dann auch etwas Ärger ins Spiel (von Interaktion kann man hier nicht sprechen), weil nämlich alle Mitspieler ebenfalls Karten abwerfen müssen, die sich in deren Zug an derselben Position befinden. So rückt nach und nach nach links, was rechts war und anders herum.

Wie gut ist das Kartenspiel Game of Trains?

Das Wesen des Kartenspiels ist die Nutzung der offen ausliegenden Karten, denn mit ihnen kann man gezielt die Veränderung der eigenen Kartenreihe bewirken. Beim Nachziehen/Austauschen ist man halt vom Glück abhängig. Wirft hingegen ein Spieler beim Austausch eine Karte ab, mit der man einen Waggon um zwei Positionen verschieben darf, ist das für den nächsten Spieler quasi ein Geschenk. Also müsste man eigentlich darauf achten, solche Geschenke nicht zu machen. Das ist aber mit der eigenen Zielführung kaum vereinbar, da man sich beim Austausch von Karten natürlich nicht an deren Funktion sondern an der Zahl orientiert, um die eigene mühsam erarbeitete Reihenfolge nicht wieder zu vernichten. Lediglich, wenn in der offenen Auslage zwei gleiche Karten (Funktionen) liegen, ist das Abwerfen ungefährlich, denn dann werden diese beiden Karten aus der Auslage entfernt.

Game of Trains besticht durch seine Einfachheit. Hat man die gute Anleitung einmal gelesen, kann man das Spiel in fünf Minuten erklären. Ungefähr zwanzig Minuten dauert eine Partie, die man auch gut zu zweit spielen kann. Das Thema ist zwar grafisch ganz nett umgesetzt, denn die Karten sind schön gezeichnet. Aber am Ende ist es doch ein abstraktes Spiel mit einem aufgesetzten Thema. Vielleicht auch deswegen hat das Eisenbahnspiel keine überschwänglichen Emotionen ausgelöst, und der Wiederspielreiz hält sich einigermaßen in Grenzen. Dennoch würde ich es immer mal wieder zwischendurch spielen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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