Geberlaune

Vom Mischen und Geben von Spielkarten

ein spielerischer Artikel von Axel Bungart - 24.03.2016

Haben Sie schon mal versucht, jemandem zu erklären, warum man nicht in der Nase bohrt? Wahrscheinlich Kindern. Und? Wie war die Reaktion? Sofortiges Verständnis und selbstverständliche Zustimmung? Eher nicht, oder?!

Glücklicherweise bohren meine Mitspieler/innen nicht in der Nase. Jedenfalls nicht, während wir spielen. Aber wir spielen auch immer mal ein Kartenspiel. Und das bringt es mit sich, dass man Karten mischen und geben muss. Dass Mischen vielen schwer fällt, vermag ich noch einem gewissen handwerklichen Ungeschick zuzurechnen. Nicht so klar ist, warum man die gemischten Karten nicht ordentlich austeilen kann.

Richtig Karten verteilen - so nicht!

So schlug mir erst kürzlich erneut das überwiegende Unverständnis meiner Mitspieler/innen entgegen, als ich die Art, Karten zu geben (verteilen), kritisch kommentierte. Folgendes war passiert: Wie in größerer Runde üblich, bildete der Geber vor sich kleine Häufchen von Karten, die er im Anschluss an die Mitspieler verteilten wollte, anstatt die Karten reihum an jeden Spieler einzeln zu verteilen. Das ist auch ausdrücklich nicht zu beanstanden, denn es beugt vorschneller Ermüdung und der Gefahr vor, im Geschwindigkeitsrausch Gläser umzuwerfen, die im Weg stehen. (Übrigens eine weitere Unart; anderes Thema …)

Doch dann fängt das Drama an. Im Willen, diesen Vorgang noch zu optimieren, verteilen die Spieler die Karten auf den Stapeln nicht nur von links nach rechts (immer schön eine Karte je Stapel), sondern auch pendelnd von rechts nach links oder – bei zwei Reihen – im Zick-Zack von oben nach unten. Haaalt!! Als wenn einer auf die Idee kommen würde, die Karten nicht im Uhrzeigersinn zu verteilen, sondern jedem nach Gutdünken mal eine zuzuwerfen, bis jeder zufällig genug hat. So aber scheint (!) alles erlaubt. Und als wäre das nicht genug, verteilt der Geber die Stapel anschließend kreuz und quer an die Mitspieler. So wie’s grad passt, kriegt jeder einen.

Jedem auch nur halbwegs leidenschaftlichen Kartenspieler treibt’s da die Tränen in die Augen. Und da soll man nicht verzweifeln? Es gilt doch immer noch die Reihenfolge, in der die Spieler ihre Karten erhalten! In jeder Skat-Runde wäre man schon ein Vermögen los, noch bevor man nur eine Karte ausgespielt hätte. Wer da noch Gründe braucht, halte es wie mit dem Nasebohren: Is' halt so, macht man nicht.

Sind die richtigen Karten am richtigen Platz im Spiel?

Bedenklich finde ich vor allem das Unverständnis in den Augen der Delinquenten, die sich, darauf angesprochen, keiner Schuld bewusst sind. „Weiß doch eh‘ keiner, was er bekommen hätte“, lautet die Antwort. Das ist bei rein logischer Betrachtung noch nicht mal von der Hand zu weisen. Aber erklär' das mal dem Spieler, dessen Nachbar die brillanten Karten ausspielt, die er selbst bei richtiger Gebertechnik eigentlich gehabt hätte. Das ist fast wie die Antwort „Ist doch nur ein Spiel“, bei der mir schon ernsthafte Zweifel kamen, ob ich die richtigen Leute kenne.

Kommentare

Ich denke, daß jeder so verteilen darf, wie er möchte (ich verteile auch pendelnd). Und wenn hinterher jeder einen Stapel bekommt, ist alles gut. Es kommt bei ALLEN Arten der Verteilung vor, daß jemand blöde Karten kriegt - er KANN immer meckern, daß die aktuell gewählte Art der Verteilung genau die war, die Ihn benachteiligt. Aber wenn er das tut, dann ist er einfach jemand, der Jammern möchte und eine Ausrede braucht, wenn er mit den zugeteilten Karten schlecht spielt.

 

WENN die Art des Gebens für das Spiel wichtig wäre, würde es in der Spielregel stehen. 

Ich sehe es ganz genau so! Bei mir werden die Karten auch immer nur reihum, im Uhrzeigersinn und eine Karte zur Zeit verteilt und jeder der es anders macht, muss die Karten wieder zurücknehmen und neu verteilen. Da ich aber eigentlich immer mit eingefleischten Spielern spiele, gibt es dort sehr selten Unstimmigkeiten :)

Das ist ja wirklich UNMÖÖÖGLICH. Da mischt jemand die Karten, nachdem er sie gemischt hat und das Schicksal damit jeden einzelnen Spieler mit GlWück oder Unglück vorbedacht hat, also da mischt dieser jemand durch willkürliches Austeilen der Karten dieselben beim Geben einfach weiter?? Wo bleibt denn da das vorbestimmte Schicksal? Wo hört das Mischen eigentlich auf und wozu ist es überhaupt gut und notwendig? Dass jeder mit einer schicksalhaft zugeteilten Mischung von Karten zu spielen hat? An welcher Stelle ist diese Logik durchbrochen? Ich kann das Unverständnis der Delinquentin nachvollziehen, denn es handelt sich dabei um MICH!

Herzichst, mo

Und wenn ich also zu den falschen Leuten gehöre, die du kennst, ja, dann muss ich mich wohl von dir trennen :-(  was ich sehr bedauern würde.

Ich bin ein sehr liberaler Spieler. Regelanpassungen und -änderungen sind kein Problem. Hauptsache alle spielen gleich.

Beim Geben von Karten sehe ich es eher so wie Axel. Werden die Karten nach dem Mischen kreuz und quer verteilt, finde ich das irgendwie störend. Vielleicht auch, weil eines der ersten Kartenspiel nach Mau-Mau bei mir auch Skat war. Da ist das wirklich gefährlich ...

Ob jetzt beim Austeilen einer mal eine, mal zwei gibt, sehe ich auch gar nicht so eng. Aber mal links, mal rechts und dann noch Stapeltausch? Nein! Das geht doch nicht ... Da wird das Mischen ja zur Farce (wobei ich nicht einmal wirklich mischen kann).

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