Emil und die Detektive

eine Spielerezension von Heike und Andreas Bolle - 31.10.2005
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Emil und die Detektive von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Hier dürfen sich nicht nur kleine und große Erich-Kästner-Fans auf ein spannendes Spiel freuen, auch alle Liebhaber von Detektivgeschichten und Freunde etwas kniffeliger Spiele erwartet interessantes Familienspiel.

Die Spielidee ist ähnlich der von Scottland Yard, aber die Spieler jagen hier nicht in London hinter Mister X her, sondern versuchen im Berlin der 20er Jahre den gemeinen Dieb Herrn Grundeis zu finden, der sich listig unter Litfaß-Säulen versteckt. Diese Litfaß-Säulen stehen vor senkrecht aufgestellten Bildkärtchen, die jeweils zwei Figuren aus den Kategorien Mann, Frau, Kind, Hund zeigen. Herr Grundeis wird von einem der Spieler verdeckt gezogen und gibt Hinweise auf seine Identität, indem er die Kategorie einer der beiden Figuren nennt, die er auf dem Bildkärtchen hinter seiner Litfaß-Säule sieht. Auch ist den Detektiven die Anzahl der Schritte bekannt, die er gezogen hat. Da er aber vorwärts und rückwärts ziehen kann, genau wie die Detektive, ist die Verwirrung bald perfekt. Die Detektive und Herr Grundeis ziehen zu Beginn in der entgegengesetzten Richtung über den Spielplan. Dass heißt, die Detektive kommen zunächst nicht an Herrn Grundeis heran, dann zwingt sie der Würfel möglicherweise an dem gesuchten Dieb vorbeizuziehen und schließlich weiß niemand mehr so genau, wo Herr Grundeis steckt.

Ein Schwachpunkt bei diesem Spiel ist, dass die Litfaß-Säulen den Detektiven als Spielfelder dienen. Als Idee mag das zunächst spannend klingen, Herr Grundeis zieht unter den Litfaß-Säulen durch die Stadt und die Detektive darüber, aber leider ist das Ganze eine äußerst wackelige Angelegenheit und mit unschöner Regelmäßigkeit kippen die Litfaß-Säulen um und reißen in einer Art Domino-Effekt die Bildkärtchen mit. Selbst wenn man Herrn Grundeis dabei nicht zu Gesicht bekommt, stört es die Spannung doch erheblich, wenn mitten in einer Verbrecherjagd der Spielplan wieder aufgebaut werden muss. Wenn Kinder dieses Spiel alleine zu spielen versuchen, bringen sie solche Unfälle ganz um den Spielspaß, da ihnen beim Aufbauen häufig wieder alles umfällt.

Schade, dass das Spielmaterial für Kinderhände nicht stabil genug ist. Denn der Spielablauf macht den Kindern großen Spaß. Sie freuen sich diebisch, wenn ihre Eltern sie in dem Wirrwarr aus Litfaß-Säulen vergeblich suchen und fast noch mehr, wenn sie dann doch noch gefunden werden. Und die Bildkärtchen mit den liebvoll gezeichnete Szenen aus dem alten Berlin, die jede für sich eine kleine Geschichte erzählen, gefallen Kindern und Erwachsenen. So ist Emil und die Detektive eine schöne Bereicherung für die Familienspielsammlung. Ein Spiel an dem Eltern und Kinder gemeinsam Spaß haben können, aber wohl kein Spiel, das temperamentvolle Kinder gern mit ihren Freunden spielen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2003
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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